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Die „Polizei zum Anfassen“ kommt mit dem Fahrrad

Ahrenshoop Die „Polizei zum Anfassen“ kommt mit dem Fahrrad

Ab sofort sind auf der Halbinsel Streifenpolizisten per Rad unterwegs / Die Aktion findet zum dritten Mal statt / Mehr Bürgernähe und Prävention sind die Ziele

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Elisa-Sophie Döbel, Caroline Schmidt und Patrick Jankowski (v. li.) vom Polizeirevier Ribnitz-Damgarten treffen an der Grenze des Zuständigkeitsbereichs auf ihre Kollegen Jennifer Dummer und Torsten Leinweber vom Polizeirevier Barth. Alle sind mit dem Fahrrad auf Streife.

Quelle: Timo Richter

Ahrenshoop. „Totales Neuland“ betritt Torsten Leinweber als Streifenpolizist auf dem Fahrrad. Der 52-jährige Polizeihauptmeister gehört zu den fünf Rad fahrenden Ordnungshütern, die während des Bäderdienstes bis September auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst anzutreffen sind. „Hier kriegst du noch einmal ganz neue Eindrücke“, sagt Leinweber, der sonst auf der Autobahn mit dem Videowagen unterwegs ist oder Schwertransporte kontrolliert. „Dümmer wird man dadurch nicht.“

Die Leute finden es toll, eine Polizei zum Anfassen zu haben.“Elisa-Sophie Döbel, Polizeimeisterin

Lange Touren

40Kilometer legen die Beamten der Fahrradstreife durchschnittlich während einer Schicht zurück.

24Gänge haben die Diensträder der Streifenpolizisten. Die Fahrräder wurden von einem Verleiher auf der Halbinsel gemietet. Der bietet auch einen Pannenservice.

3Monate dauert der Bäderdienst der Polizei in den Urlaubergebieten. Durch erhöhte Präsenz soll das Sicherheitsgefühl der Gäste verstärkt werden.

Seit Beginn der Fahrradstreifen auf der Halbinsel im Jahr 2014 ist Jennifer Dummer mit auf dem Sattel. Die 26 Jahre junge Polizeikommissarin sieht in der Fahrradstreife viele Vorteile. „Wir haben viel mehr Kontakt zu den Menschen, wir führen viele informative Gespräche.“ Die Beamten der Fahrradstreife seien einfach der „freundliche Polizist“, der präventiv tätig ist. Die Ausstattung der Beamten zeigt aber, dass es auch anders geht: Funkgerät, Dienstwaffe, Handfesseln, Atemalkoholtester. „Am wichtigsten sind aber Schreibblock und Stift.“ Ein Blaulicht haben die Streifenpolizisten auf dem Fahrrad aber nicht.

Rund 40 Kilometer legt jeder der fünf Fahrrad-Polizisten im Schnitt während einer Schicht zurück. Kein Problem, denn die Beamten sind durch die Bank sportlich aktiv. Dennoch: Im Laufe der Saison wird die Kondition besser, sagt Jennifer Dummer.

Den vorbeugenden Charakter der Streifentätigkeit auf dem Fahrrad unterstreicht der Leiter des Polizeireviers Ribnitz-Damgarten, Marco Stoll. Der intensive Kontakt zu den Menschen ist das Hauptziel.

Das Ribnitzer Revier ist nach einem neuen Zuschnitt der Zuständigkeitsbereiche erstmals am Bäderdienst auf dem Fischland-Darß-Zingst beteiligt. Am Ortsausgang von Ahrenshoop in Richtung Born endet der Bereich des Ribnitzer Reviers, auf Darß und Zingst sind zwei Fahrradstreifen vom Revier in Barth, Dienststelle Prerow, im Einsatz.

So sehr Stoll das Projekt positiv sieht, so sehr sieht er darin auch einen besonderen Luxus. Denn die Beamten auf dem Fahrrad fallen für rasche Einsätze etwa bei Unfällen aus. Diese Aufgaben müssten mit den verbliebenen Beamten erledigt werden. Möglich sei das nur, weil zurzeit drei zusätzliche Bereitschaftsbeamte im Polizeirevier Ribnitz-Damgarten ihren Dienst versähen.

Das Radfahren selbst sieht Patrick Jankowski nicht als entscheidenden Faktor, fit seien die Beamten sowieso. Der 28-jährige Polizeimeister hat sich aber zur Vorbereitung noch einmal die Liste von Ordnungswidrigkeiten angeschaut, vor allem die für den Radverkehr.

Für Elisa-Sophie Döbel ist die Arbeit auf dem Fahrrad dieselbe wie im Streifenwagen. Nur, dass die Beamten nun „näher am Bürger dran“ seien, wie die Polizeimeisterin sagt. „Die Leute finden es toll, eine Polizei zum Anfassen zu haben, sagt die 26-Jährige, die normalerweise ihren Dienst im Polizeirevier Ribnitz-Damgarten verrichtet.

Ausgestattet sind die Polizisten mit Fahrrädern eines Verleihers von der Halbinsel. Bei einem Defekt oder platten Reifen können die Beamten einen Pannenservice in Anspruch nehmen. In einem Koffer auf dem Gepäckträger sind die dienstlichen Utensilien untergebracht, in einer Lenkertasche finden Energieriegel und Trinkflasche Platz.

Die Beamten im Bäderdienst haben sich freiwillig für den Streifendienst mit dem Fahrrad gemeldet. Torsten Leinweber, in der Freizeit selbst gern mit dem Rad unterwegs, verbindet „die Arbeit mit dem Nützlichen“.

Timo Richter

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