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Dierhagen: Tages-Gäste sollen zahlen

Dierhagen Dierhagen: Tages-Gäste sollen zahlen

Neue Satzung für die Erhebung der Kurtaxe beschlossen / Kontrollen seien aber unwahrscheinlich

Dierhagen. Müssen volljährige Familienmitglieder, die außerhalb von Dierhagen wohnen, bei Besuchen der Familie künftig die Kurtaxe entrichten? Im Zusammenhang mit einer Neufassung gerade dieses Aspektes der entsprechenden Satzung während der jüngsten Sitzung der Dierhäger Gemeindevertreter kamen Zweifel auf. Auch auf Nachfrage wollte sich Kurdirektor Stephan Fellmann anfangs nicht konkret äußern – ein heißes Eisen. Am Ende stimmte das Gremium bei einer Enthaltung zu, viele der anfangs provokanten Fragen wurden im Verlauf der Diskussion geklärt.

Zahlen müssen Tagesgäste künftig die Kurabgabe, sobald sie Einrichtungen des Ostseebades nutzen, also den Kurpark besuchen oder sich an von der Kommune gepflegten Strandabschnitten zu Sonnenbädern niederlassen. Knackpunkt einer Abgabepflicht, so beschrieb es Fellmann, sei der Aufenthalt. „Wenn ich beispielsweise am Strand von Dierhagen nach Wustrow laufe, ist das kein Aufenthalt.“ Also eine nicht kurabgabepflichtige Betätigung.

Fellmann begründete die Neufassung mit höchstrichterlichen Entscheidungen zu gleichgelagerten Satzungen in Schleswig-Holstein. Darum wollte sich Fellmann mit spontanen Aussagen während der Behandlung des Tagesordnungspunktes nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Dass in Dierhagen künftig das Bezahlen der Kurabgabe von Tagesgästen nicht kontrolliert werde, gilt augenscheinlich als ausgemacht.

Seitens der Kurverwaltung werde in Dierhagen-Strand und am Hafen in Dierhagen-Dorf eine Möglichkeit geschaffen, dass Tagesgäste ihren Beitrag zur Pflege von Strand und Ortsbild leisten können. Und natürlich müssten Familienangehörige, die bei ihren Eltern übernachten, keine Kurabgabe bezahlen. Gleiches gelte für Personen, die sich berufsbedingt in dem Ostseebad aufhielten.

Kay Mittelbach (Wählergemeinschaft) hob die Bedeutung der Einnahmen hervor. Die zählten zu den wichtigsten der Kommune überhaupt. „Mit den Einnahmen aus der Gewerbesteuer könnte nicht einmal der gemeindeeigene Bauhof betrieben werden.“

Timo Richter

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