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Dierhagens Wehrführer gibt sein Amt auf

Dierhagen Dierhagens Wehrführer gibt sein Amt auf

Dirk Edlich tritt nach sieben Jahren als Chef der Feuerwehr zurück / Neuer Wehrführer ist sein bisheriger Stellvertreter Kay Mittelbach

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Der neue Vorstand (v.l.): Jens Schulz, Christoph Bergemann, Marcel Falk, Kay Mittelbach, Danny Reimer. Es fehlt Norbert Bergemann.

Dierhagen. Dirk Edlich gibt seine Funktion als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Dierhagen auf. Familie, Beruf, Hobby und die Feuerwehr — all das hat der 51-Jährige nicht mehr unter einen Hut bekommen. Der Neubau der Rettungswache hat dem Wehrführer dann noch einmal vor Augen geführt, dass er die Verantwortung für die Stützpunktwehr mit überörtlichen Aufgaben nicht länger schultern kann und will. Morgen entscheidet die Dierhäger Gemeindevertretung über die vorzeitige Entlassung Edlichs aus dem Ehrenbeamtenverhältnis als Wehrführer.

 

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Ich wollte nicht, dass jemand sagt, du taugst nicht mehr.“ Dirk Edlich (54), ehemaliger Wehrführer

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Bei der Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr wurde bereits ein neuer Vorstand bestimmt. Kay Mittelbach wurde als Nachfolger Edlichs gewählt. Mittelbach selbst ist auch Amtswehrführer des Amtes Darß-Fischland. Ihm zur Seite steht Marcel Falk als stellvertretender Wehrführer. Komplettiert wird der Vorstand von Christoph Bergemann (Gruppenführer), Norbert Bergemann (Gerätewart), Danny Reimer (Gruppenführer) und Jens Schulz (Jugendfeuerwehrwart).

Sieben Jahre war Dirk Edlich für die Geschicke der Feuerwehr in Dierhagen verantwortlich. Freimütig gibt der Leiter des Bauhofes der Kurverwaltung des Ostseebades zu, dieser Aufgabe nicht mehr gerecht geworden zu sein. Die Aufgaben des Wehrführers hatte zwischenzeitlich der bisherige Stellvertreter Edlichs, Kay Mittelbach, übernommen. „Kay ist Feuer und Flamme für die Feuerwehr“, sagt Edlich, der fest damit gerechnet hat, dass die Kameraden seinen Stellvertreter zu seinem Nachfolger machen. Der Freiwilligen Feuerwehr Dierhagen bleibt Dirk Edlich weiterhin aktiv verbunden, als Zugführer beziehungsweise normaler Feuerwehrmann. „Ich wollte nicht, dass jemand sagt, du taugst nicht mehr“, begründet Dirk Edlich seine kurzfristige Entscheidung.

Der scheidende Wehrführer führt in erster Linie seinen Gesundheitszustand für den Rückzug an. Interne Reibereien verneint er ausdrücklich. Dennoch läuft es innerhalb der Feuerwehr offenbar nicht immer rund. Eigenen Worten zufolge war Edlich immer auf Ausgleich bedacht. „Das fatale an der Sache ist nur, dass es in der Feuerwehr schon lange keine Weiterentwicklung mehr gab.“ Der Feuerwehrkampfsport sei eingeschlafen, die Jugendfeuerwehr funktioniere nicht, Dienst- und Einsatzbereitschaft ließen bei manchem zu wünschen übrig. Dass er aufgrund seiner Situation einer Verbesserung möglicherweise selbst im Weg stehen könnte, hat Dirk Edlich so lange schlaflose Nächte bereitet, „dass ich jetzt die Reißleine gezogen habe“.

Als Zwölfjähriger wurde Dirk Edlich das erste Mal Mitglied in der Dierhäger Feuerwehr. „Damals musste man sich bemühen, Mitglied der Jugendwehr zu bleiben“, erinnert er sich. Heute müsse man sich anstrengen, junge Menschen für die Jugendwehr zu begeistern. Während des dreijährigen Armeedienstes hatte Edlich nur ein einziges Mal mit „seiner“ Feuerwehr zu tun, als er sich für die DDR-Meisterschaft einen Tag Ausgang ergattert hatte.

1986 kehrte Dirk Edlich in die Wehr zurück. „Das ist jetzt 30 Jahre her. Mir kommte es vor, als sei es gestern gewesen“, sagt der 51-Jährige. Feuerwehrmann sei er geworden und geblieben, weil es ihm um Kameradschaft ging. „Wir haben alle unsere Eigenheiten, aber jeder von uns ist ein Kamerad“, steht für Dirk Edlich fest. Diese Kameradschaft aber müsse gelebt werden, müsse man sich erarbeiten. Das zu schaffen, dafür fühlte sich Edlich zuletzt „zu müde“. Familie, Beruf habe er vernachlässigt. Als die Entscheidung für das Aufhören gefallen war, „fiel wirklich eine große Last von mir“.

Gemeindevertretung: 23. März, 19 Uhr, Haus des Gastes in Dierhagen.

Von Timo Richter

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