Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Einwohner rüsten gegen Wildschweine auf

Zingst Einwohner rüsten gegen Wildschweine auf

Schwarzkittel haben in Zingst zahlreiche Gärten umgepflügt / Elektrozäune sollen Grundstücke schützen

Voriger Artikel
Alte Nebelstation wandert in den Schredder
Nächster Artikel
Freude bei den kleinen Klabautern

Grundstückseigentümer entlang der Barther Straße greifen zu ungewöhnlichen Mitteln zum Schutz vor Wildschweinen.

Quelle: Timo Richter

Zingst. Im Ostseeheilbad Zingst rüsten zahlreiche Grundstückseigentümer auf: Sie wollen ihre Gärten vor Wildschweinen schützen. Latten als Verstärkung von Maschendrahtzäunen, Elektrozäune, Mauern. Seit Monaten hat beispielsweise Roland Tabbert unregelmäßig Besuch von Wildschweinen. Während der Nahrungssuche haben die Schwarzkittel einen Großteil des Gartens regelrecht umgepflügt. Rund 500 Euro Schaden sollen nach einem ungebetenen Besuch Ende vergangenen Jahres entstanden sein. Auch auf dem Grundstück von Bürgermeister Andreas Kuhn in direkter Nachbarschaft haben sich die Wildtiere schon dreimal „eingeladen“.

 

OZ-Bild

Roland Tabbert hat einen Elektrozaun aufgebaut.

Quelle: Timo Richter

Der Schwarzwildbestand ist nicht mehr so dicht wie früher. Einzelne Tiere können großen Schaden anrichten.“Fred Otholt, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Zingst

Seit Oktober fordert Tabbert, der Ferienunterkünfte vermietet, von verschiedenen Stellen in Verwaltungen Hilfe beim Kampf gegen die Wildschweine. Denn inzwischen handele es sich um eine echte Sicherheitsfrage. Tabbert will gar nicht an die Folgen denken, wenn ein Urlaubsgast von einem Wildschwein angegangen wird. „Wildschweine sind keine Kuscheltiere“, gibt Tabbert zu bedenken. Wenn eine Bache Junge führe, könne es gefährlich werden.

„Doch nichts passiert“, konstatiert Roland Tabbert. Die Untere Jagdbehörde der Kreisverwaltung will von einem Problem mit Wildschweinen in Zingst noch nichts gehört haben, klagt Tabbert. „Wir zahlen doch viele Steuern, aber die Bürger werden nicht geschützt.“

Bürgermeister Andreas Kuhn verweist auf gesetzliche Regelungen. „Die Gemeine hat keinerlei jagdrechtliche Zuständigkeit, null“, ist die Antwort des Zingster Verwaltungschefs auf die Forderung, die Wildschweine in der Ortslage zu erlegen. „Ich kann nur aufmerksam machen“, sagt Kuhn. Und das habe er unter anderem in seiner Funktion als Mitglied des Kreistages Vorpommern-Rügen auch getan.

Gleichzeitig bestätigt er, dass es eine Überpopulation gebe.

Das sieht der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Zingst und der Chef der Jagdgenossenschaft Zingst, Fred Otholt, nicht so. „Der Schwarzwildbestand ist nicht mehr so dicht wie früher“, betont Otholt.

Während eine Bache allein schon 100 Quadratmeter Fläche in einer Nacht umpflügen könne, schaffe ein Jungtier noch mehr, etwa die kompletten Bankette einer Straße. Das wirke auf Anlieger so, als seien sehr viele Wildschweine aktiv.

Wohl gebe es aber eine Rotte in Zingst. Ein verwildertes Grundstück in dem Bereich ist auch schon ausgemacht. Er habe dem Ordnungsamt bereits empfohlen, dort zu Mähen, um den Wildschweinen keine Deckung zu geben. Doch ohne Ausnahmegenehmigung werde er innerhalb geschlossener Ortschaften nicht auf die Pirsch gehen. Es sei schon problematisch, Wildschweine von der Wiese oder einem Grundstück in Nachbarschaft des Hotels Meerlust auf zu bejagende Flächen zu „drücken“. Vielbefahrene Straßen machten das zu einer riskanten Angelegenheit für die verantwortlichen Jäger. Die Gemeinde gleichwohl würde laut Bürgermeister Kuhn eine Ausnahmeregelung zur Jagd in sogenannten „befriedeten Gebieten“ wohlwollend begleiten.

„Wir sind immer feste dran“, beschreibt Otholt die Aktivität der Jäger. Er sieht die Existenz einer kleinen Gruppe von Wildschweinen, die sich aufspalte. „Die Rotte habe ich schon dezimiert, aber zurzeit sind sie weg.“

Nicht nur in Gärten sind die Wildschweine unterwegs. Großflächige Schäden der Grasnarbe sind auch entlang des Deiches zwischen Prerow und Zingst sichtbar. Auch der neue Riegeldeich auf dem Ostzingst ist großflächig durchwühlt. Seitens des Nationalparkamtes wurde bereits früher betont, ein starkes Augenmerk auf eine Reduzierung des Wildbestandes zu haben. Zuletzt war eine große Jagd auf dem Darß

organisiert worden.

Beschwerden in der Vergangenheit über den ungebetenen Besuch von Wildtieren wurden von „offizieller“ Stelle oftmals mit dem Hinweis beantwortet, die Grundstücke mit Spezial-Zäunen einzufrieden.

Von Timo Richter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Fischland-Darss
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.