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Erbschaftsstreit erreicht Kunstmuseum

Ahrenshoop Erbschaftsstreit erreicht Kunstmuseum

Vorstandsvorsitzender sieht Auseinandersetzung gelassen

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Um dem Kunstmuseum Ahrenshoop gestiftete Bilder ist ein Erbschaftsstreit entbrannt.

Quelle: Foto: Frank Söllner

Ahrenshoop. In der Gerüchteküche des Künstlerortes steigen die Temperaturen. Das Kunstmuseum Ahrenshoop ist Teil eines Erbschaftsstreits geworden. Der Vorstandsvorsitzende des Vereins Kunstmuseum Ahrenshoop und Sprecher der gleichnamigen Stiftung, Dr. Herbert Kempf, behält dennoch einen kühlen Kopf.

Die Staatsanwaltschaft soll sich das Kunstmuseum Ahrenshoop vorgeknöpft haben, in E-Mails, die in Ahrenshoop kursieren, wird dem Verein Kunstmuseum Ahrenshoop unredliches Handeln unterstellt. Was ist dran an den Vorwürfen?

Dr. Herbert Kempf: Nichts. Das Kunstmuseum Ahrenshoop und die Stiftung haben sich stets korrekt nach Gesetz und unserer Satzung verhalten. Was sich hier abspielt, ist im Grunde genommen ein ganz klassischer Erbschaftsstreit.

Was ist darunter zu verstehen?

Nach dem Tod des Initiators des Kunstmuseums, Guenter Roese, im Oktober 2015, erheben dessen Töchter Anspruch an Bildern, die Guenter Roese einst eigenhändig ins Museum getragen hat und nach dessen Willen nun Eigentum des Museums sind. Mit diesem Tun sind die Töchter nicht einverstanden.

Was ist in der Folge geschehen?

Wir haben einen Brief einer großen Anwaltskanzlei aus München erhalten. Unser Rechtsvertreter hat in seiner Antwort auf den zivilrechtlichen Charakter der Auseinandersetzung hingewiesen.

Außerdem wird ja nicht die ganze Erbengemeinschaft vertreten. Denn die Witwe Guenter Roeses missbilligt das Vorgehen der Töchter ausdrücklich.

Trotzdem scheint halb Ahrenshoop in diese Auseinandersetzung einbezogen zu sein, wie das?

Im Vorfeld der Stifterversammlung im Dezember ist an gut 30 Personen in Ahrenshoop eine E-Mail mit wilden Vorwürfen verschickt worden. In einer Erklärung habe ich festgestellt: Alles ist rechtens, alles entspricht dem Willen Guenter Roeses, alles entspricht auch dem Willen seiner Witwe – und wir werden uns gegen die Vorwürfe wehren.

Was haben Sie in der Zwischenzeit unternommen?

Noch nicht viel. Auf unsere Antwort auf das erste Schreiben gibt es seit zwei Monaten keinerlei Reaktion. Auch beim Finanzamt in Ribnitz-Damgarten wurden Anschuldigungen gemacht. Dort ist man erst gar nicht aktiv geworden. Offiziell haben wir bei der Staatsanwaltschaft Rostock ein Auskunftsersuchen gestellt.

Warum sollte das Finanzamt tätig werden?

Nachdem die Töchter auf zivilrechtlichem Weg offensichtlich nicht weitergekommen sind, wurde das Strafrecht bemüht. Es wurde versucht, uns im Zusammenhang mit der Erbschaftssteuer ein Steuerstrafverfahren anzuhängen.

Weil?

Weil wir keine Erbschaftssteuer für die Bilder – immerhin handelt es sich insgesamt um rund 110 Werke, darunter viele Grafiken – gezahlt haben sollen. Außerdem hätten wir keine Spendenbescheinigung ausgestellt. Dabei ist die Angelegenheit völlig transparent. Die Bescheinigungen liegen der Erbschaftssteuererklärung bei. Alle Bilder wurden eingebucht und in unsere Bilanz eingearbeitet. Wir sind gesetzlich verpflichtet, dieses Vermögen anzugeben und im Kunstwerkeverzeichnis zu registrieren.

Angesichts der erheblichen Vorwürfe behalten Sie einen kühlen Kopf. Eigentlich müsste der doch rauchen, oder?

Mit Blick darauf, dass ich in der Öffentlichkeit beschimpft und sogar als Krimineller bezeichnet werde, schon. Aber: Mir liegt ein offizielles Protokoll des ersten Gesprächs der Erbengemeinschaft – also Witwe und beide Töchter – vor. Daraus geht klar hervor, dass die betreffenden Bilder nicht in die Erbmasse aufgenommen worden sind – auch wenn die Töchter mit dieser Regelung nicht einverstanden sind. Gerne wiederhole ich die Devise, nach der Guenter Roese gehandelt hat: Alles, was er mit der Kunst verdient hat, gehört ins Museum.

Wo sind die Bilder jetzt?

Sie sind im Kunstmuseum im Depot. Und im Museum bleiben sie auch. Denn uns gestiftete Werke dürfen laut unserer Satzung vom Grundsatz her nicht wieder verkauft werden. Interview von Timo Richter

OZ

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