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Erst Wochen nach Öl-Havarie beginnen Sanierungsarbeiten

Dändorf Erst Wochen nach Öl-Havarie beginnen Sanierungsarbeiten

In Dändorf war ein alter Tank aufgerissen — rund 600 Liter Heizöl liefen aus / Betroffener verweist auf Gutachten, wonach für Umwelt und Anlieger keine Gefahr bestand

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Mit einer Sicherheitssperre soll verhindert werden, dass Heizöl über den Entwässerungsgraben in den Bodden gelangt.

Quelle: Timo Richter

Dändorf. Als Ende Dezember vergangenen Jahres Schilder am Geschichtshaus Dändorf montiert wurden, ereignete sich wenige hundert Meter entfernt ein Unglück, das bis heute nachwirkt. Auf dem Grundstück von Sven Melchert war der 23 Jahre alte Heizöltank gerissen. Rund 600 Liter sind dem Handwerker zufolge ausgelaufen. Die Feuerwehr des Ostseebades legte in dem Entwässerungsgraben entlang des neuen Fahrradweges eine Sperre, damit Heizöl über den Graben nicht direkt in den Bodden gelangen konnte.

Ich bin erstaunt, dass die Anlieger so ruhig bleiben.“Dorothea Engelbrecht aus Dändorf

Erst Wochen nach der Havarie begannen Arbeiten zur Beseitigung des Heizöls. Laut Sven Melchert werden die Arbeiten penibel überwacht, auf Basis von drei, vier Gutachten sind Fachfirmen dabei, das ausgelaufene Heizöl zu entsorgen. Dafür gibt es zwei jeweils 1000 Liter fassende Tanks. Das mit Öl verunreinigte Spülwasser wird regelmäßig durch einen Entsorger abgeholt. Sven Melchert beruhigt:

Kein Anwohner müsse sich Sorgen machen, dass Heizöl beispielsweise ins Grundwasser oder gar den Bodden gelangt sei. Den Schaden durch den gerissen Heizöltank beziffert Sven Melchert bis dato auf rund 100000 Euro. „Ich schieße die Kosten für die Sanierungsarbeiten selbst vor“, sagt der Dändorfer. Eine Versicherung arbeite aber gut mit.

Bei vielen Dändorfern herrscht Skepsis vor. Dorothea Engelbrecht wunderte sich, dass erst lange nach der Havarie sichtbare Arbeiten auf dem Grundstück begannen. Ihre Sorgen seien im Umweltamt der Kreisverwaltung abgewiegelt worden. Mitarbeiter hätten sich den Umfang der Kontamination vor Ort angeschaut, sei ihr gesagt worden. Und weil sie nicht direkte Nachbarin sei, der Entwässerungsgraben nicht in ihre Richtung fließe, sei keine Gefahr vorhanden.

Die Seelsorgerin für Gehörlose sieht das anders. Sie vermisst Informationen an die Bewohner. Viele hätten Gärten und bauten darin Gemüse an. Die Begründung seitens der Kreisverwaltung für die sich hinziehenden Arbeiten — „da hängt eine Versicherung dran“ — will Dorothea Engelbrecht nicht akzeptieren. Bei jedem Unfall mit ausgelaufenen Treibstoff würden Sofortmaßnahmen ergriffen. Nachbarn aus den alten Bundesländern hätten sich überaus verwundert gezeigt, dass nach dem Aufreißen des Heizöltanks so lange nichts passierte.

Dorothea Engelbrecht ist höchst erstaunt, dass sich die Dändorfer immer noch so ruhig verhielten. Sie glaubt nicht, dass die Sperre in dem Entwässerungsgraben direkt nach dem Unfall das Eindringen von Öl in den Bodden verhindert haben könnte. Die jetzt verlegte Sperre sei von ganz anderem Kaliber.

Täglich werden die Bewohner mit der Nase auf die Havarie Ende vergangenen Jahres „gestoßen“. Immer noch deutlich wahrnehmbar ist der Geruch von Öl. Den hatten in der vergangenen Woche auch Gemeindevertreter während der Abnahme von Nacharbeiten an dem Radweg in der Nase. Sowohl Guido Keil als Vorsitzender des Bauausschusses der Dierhäger Gemeindevertretung als auch Ralf Haacke (beide Die Linke) beklagen die lange Zeit, die bis zum Ergreifen erster Maßnahmen vergangen sei.

Überwachung

600Liter Heizöl sind nach dem Aufreißen des Tanks in Dändorf ausgelaufen. Das geschah Ende des vergangenen Jahres. Immer noch liegt ein deutlich wahrnehmbarer Öl-Geruch in der Luft.

5Wochen ist es laut des Geschädigten her, dass erste Sanierungsarbeiten begannen. Davor wurden Gutachten erstellt. Eine Schädigung von Umwelt und Menschen werde darin ausgeschlossen. Die Arbeit der Fachfirmen werde kontinuierlich überwacht.

Von Timo Richter

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