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Hafenkapitän vermisst Reaktion der Kanzlerin

Born Hafenkapitän vermisst Reaktion der Kanzlerin

Bodden verschlammt weiter: Werner Witt beklagt, dass sein Hilferuf an Angela Merkel bisher ungehört blieb

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Der Borner Hafenmeister Werner Witt hat einen „Hilferuf“ an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt. Erhört wurde er bislang nicht. FOTO: TIMO RICHTER

Born. . Verschiedene Bereiche des Prerowstroms, der Nadelstrom bei Bliesenrade und die Durchfahrt der Bülten – das sind nach Einschätzung des Borner Hafenmeisters Werner Witt die gefährlichsten Stellen für Skipper von tief gehenden Kielyachten. Segelboote sollen den Bodden beleben, so die ursprüngliche Idee einer touristischen Entwicklung in den Anrainerkommunen. Millionen öffentlichen Geldes wurde in den Ausbau der Wasserwanderrastplätze rund um den Bodden gesteckt, klagt Witt. Allein Born habe einen Eigenanteil von rund 300000 Euro gestemmt.

Vernachlässigte Investitionen?

Inzwischen drohen die Investitionen vernachlässigt zu werden, wie der 79-jährige Hafenmeister fürchtet. Ohne eine Vertiefung des Fahrwassers im Bodden, das ist eine Bundesaufgabe, sieht er für die Wasserwanderrastplätze rund um den Bodden schwarz. In Born beispielsweise gehe die Zahl der Gastlieger seit Jahren spürbar zurück. Kamen in diesem Jahr vielleicht noch 300 Freizeitkapitäne nach Born, sieht Witt die Zahl der Gastlieger in Ribnitz-Damgarten gen null tendieren. Grund: Skipper, vor allem Segler, könnten den Hafen der Bernsteinstadt erst gar nicht erreichen.

Keine Antwort

In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat er einen „Hilferuf“ formuliert. Die Bundeswasserstraße im Bodden wird in der Kategorie „Sonstige“ geführt. Vertiefungsarbeiten stehen am Ende der Prioritätenliste des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund. Dessen Leiter Holger Brydda hatte umfangreiche Baggerungen in der Vergangenheit nicht auf dem Plan. Sie werden als letzte bei der Herstellung der Solltiefe in Angriff genommen, wenn der Etat der Behörde das überhaupt noch zulasse, hatte der Amtsleiter in einem früheren Interview zur OZ gesagt.

Witt weist im Schreiben an Merkel ausdrücklich auf die mit Steuergeld geschaffenen Häfen rund um den Bodden hin, die wegen der geringen Wassertiefe im Bodden für viele Wassersportler einfach unerreichbar seien. „Der Blick auf einen für viel Geld geschaffenen Hafen, der selbst in der Hochsaison fast leer ist, macht traurig“, teilt der Borner der Kanzlerin mit.

Wie die darüber denkt, ist unbekannt. Denn eine Antwort auf das Anfang Juli datierte Schreiben steht noch aus. Selbst Anrufe im Merkel’schen Wahlkreisbüro in Stralsund hätten keine Klärung gebracht.

Witt zeigt sich enttäuscht. Das Wahlkreisbüro sei zwar kein Amt, aber eine Antwort, wenigstens jedoch eine Eingangsbestätigung hätte der Borner Hafenmeister „allein aus Anstand“ erwartet. Die bislang erfolgten Reaktionen bezeichnet Witt als „Eierei“.

Das Problem wird in anderen Kommunen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst ähnlich gesehen. Dem vereinzelt geäußerten Ansinnen, das Fahrwasser im Bodden auf Kosten der Kommunen freizubaggern, widerspricht Witt.

Plan für Pütnitz im Widerspruch

In direktem Widerspruch zum Verhalten der zuständigen Behörde sieht der Borner Hafenkapitän die ehrgeizigen Planungen für die Entwicklungen bei Pütnitz. Dem „gewaltigen Hafen“ dort werde Ähnliches blühen, wie den vielen Wasserwanderrastplätzen rund um den Bodden. Skipper werden den geplanten Hafen erst gar nicht erreichen, glaubt er. Nur Fahrer von Motorbooten, die deutlich weniger Tiefgang haben, könnten die südlichen Boddengewässer ansteuern. Mit Blick auf Umweltschutz seien es aber nicht diese Bootsführer, die die Häfen beleben sollten.

Teure Investitionshilfe

6000 Euro jährlich stellt die Kommune Born für den Unterhalt des Hafens zur Verfügung. Zusätzlich will die Gemeinde im kommenden Jahr 3000 Euro bereitstellen, um das Hafenbecken ausbaggern zu können.

300000 Euro hat Born aus eigenen Mitteln für den Ausbau des Hafens bezahlt. Seitens der öffentlichen Hand wurden in den Ausbau der Wasserwanderrastplätze in der Region Millionen investiert.

Timo Richter

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