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Heftiger Schlagabtausch von Mehrheit und Opposition

Aus der Borner Gemeindevertretung: Haushalt unter Dach und Fach Heftiger Schlagabtausch von Mehrheit und Opposition

Turbulente Sitzung offenbart tiefe Kluft / Borner Alternative sieht sich verleumdet

Born. Feuer frei! Ein von indirekten Angriffen sichtlich genervter Bürgermeister nahm sich in seinem Bericht die vermeintlichen Urheber verschiedenster Aktionen gegen die Politik der Mehrheit der Bürger von Born vor: die Borner Alternative. Gerd Scharmberg eröffnete mit einer ausführlichen Auflistung von Kosten und Erträgen die Salven gegen die vier Vertreter der Borner Alternative. Deren Engagement sei es unterm Strich zu verdanken, dass Born auf der Habenseite deutlich weniger Geld einstreichen kann, als ursprünglich erhofft. Mittlerweile rechnet die Kommune mit Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf an die Bonava, früher NCC, von knapp vier Millionen Euro. Mehr als das doppelte stand zu Beginn der Verhandlungen zur Bebauung des Holms zu Debatte.

Als unseriös bezeichnete es Scharmberg, dass permanent versucht werde, der Gemeinde im Zusammenhang mit dem Holm den finanziellen Ruin anzudichten.

Nächste Breitseite des Bürgermeisters: Eine Sitzung des Betriebsausschusses der Gemeindevertretung werde es bis Abschluss eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts der Untreue gegen ihn, seinen Stellvertreter Erik Roepke und den Betriebsleiter des Kurbetriebs, Yves Scharmberg, nicht geben. Grund: Durch Weglassung manipulierte Unterlagen zum Kauf von Peterssons Hof würden der Staatsanwaltschaft zugespielt.

Und schließlich brachte er die Borner Alternative mit der Facebook-Seite „Tatort Born“ in Verbindung. „Die Alternative steht dahinter, ob selbst oder als Informationslieferantin“, war der Bürgermeister überzeugt. Auf konkrete Nachfragen während der Einwohnerfragestunde verneinten die vier Vertreter der Borner Alternative ein persönliches Engagement, distanzierten sich aber auch auf Nachfrage hin nicht von den Inhalten.

Während sich Scharmberg in Rage geredet hatte, der Ton immer lauter wurde, wetterte Albrecht Kiefer (Borner Alternative), der Bürgermeister arbeite mit „bösartigen Unterstellungen“. Fraktionskollegin Antje Hückstädt warf dem Bürgermeister vor, den Bericht seit Jahren zu nutzen, um die Borner Alternative zu verleumden und Stimmung gegen die Wählergemeinschaft zu machen. Klaus-Dieter Holtz und Gerd Scharmberg bestätigten sich gegenseitig, was sie voneinander halten, nämlich nichts.

Nach rund einer Stunde wurde mit der Einwohnerfragestunde die zweite Runde beim „Beschuss“ der Opposition eingeläutet. So wurde der Vorwurf laut, die Borner Alternative malte nur Horrorszenarien an die Wand, leiste aber keinen für die Kommune positiven Beitrag. Jürgen Schneider widersprach entschieden. Es sei die verdammte Pflicht, Dinge zu hinterfragen, die kommunalrechtlich nicht in Ordnung seien. Das sei kein Horrorszenario.

Die Fragestunde zeigte, dass die Mehrzahl der Besucher der Sitzung der Gemeindevertreter nicht dem Lager der Borner Alternative zuzuordnen waren. Deren Vertreter gingen jedoch auf verschiedene Vorhaltungen nicht ein und vergaben zum Teil die Chance – trotz einer teilweise geradezu turbulenten Atmosphäre im Sitzungssaal – ihre konkreten Anliegen zu erläutern beziehungsweise klar Stellung zu beziehen.

Gut anderthalb Stunden vergingen im gegenseitigen Aufreiben, bis eine Frage zum Behindertenparkplatz am Vordarß – von dort ist für Rollstuhlfahrer seit Jahrzehnten kein Herankommen an den Strand möglich. Es werde nach dem Hochwasser wieder einen Zugang geben, der aber nicht eigens behindertengerecht sei wird.

Bonava hat erste Millionen für Holm-Bebauung überwiesen

1,9 Millionen Euro will die Kommune für die Sanierung der Waldschenke bereitstellen. Dazu kommen 600000 Euro für ein Sport- und Freizeitgebäude und weitere 90000 Euro für den Kauf eines Grundstücks auf dem Campingplatz in Born.

3,95 Millionen Euro erwartet die Kommune aus dem Verkauf der Grundstücke auf dem Borner Holm. Die Bonava, die auf dem Areal 54 Ferienhäuser errichten will, hat laut Bürgermeister Gerd Scharmberg für Erschließungskosten, Naturausgleich sowie weitere drei Millionen Euro und eine Bürgschaft auf Notaranderkonten eingezahlt.

Timo Richter

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