Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Klappernder Gullydeckel nervt Prerower

Prerow Klappernder Gullydeckel nervt Prerower

Trotz zahlreicher Beschwerden wurde er ein Vierteljahr lang nicht repariert / Gestern rückte die Baufirma an

Prerow. Ein Vierteljahr haben Anwohner und Vermieter von Ferienunterkünften in der Waldstraße in Prerow auf diesen Tag gewartet. Gestern wurde der defekte, klappernde Gullydeckel repariert. Immer wieder hatten sich die Betroffenen an das Amt Fischland/Darß und an die Kurverwaltung des Ostseebades aufgrund der Lärmbelästigung gewandt – allerdings ohne Erfolg.

 

OZ-Bild

Monatelang haben sich Peter Sinnemann, Tatjana Gebert und Roland Rieschel (v.l.) über den klappernden Gullydeckel in der Waldstraße in Prerow geärgert.

Quelle: Anika Wenning

Nachmittags saß ich bei uns im Garten und habe innerhalb von einer Stunde 50 Mal das Klackern gehört.“Roland Rieschel, Inhaber der Pension „Linde“

Während der Recherchen der OZ kam gestern der Anruf, dass der Schaden nun endlich behoben sei.

Ende April, Anfang Mai hatten Roland Rieschel von der Pension „Linde“ zum ersten Mal das Problem beim Ordnungsamt gemeldet, mit der Bitte, es an den zuständigen Mitarbeiter weiterzuleiten. „Ich war davon ausgegangen, dass der Schaden sofort behoben wird, aber Fehlanzeige.“ Rieschel erkundigte sich bei den Inhabern des Hotels „Haus Kranich“, die noch unmittelbarer betroffen sind. Der defekte Gullydeckel befindet sich direkt neben der Unterkunft. Tatjana Gebert, die mit ihrem Mann Peter Sinnemann das Hotel seit August 2014 betreibt, schrieb am 13. Juni eine E-Mail an das zuständige Bauamt. In der Antwort hieß es, dass das Problem bekannt sei, allerdings nicht sofort behoben werden könne, weil die Gemeinde keinen bestätigten Haushalt habe. „Sobald der Haushalt der Gemeinde Ostseebad Prerow beschlossen ist, werden vom Bauamt Maßnahmen zur Abstellung dieser Mängel eingeleitet“, hieß es weiter.

Für Familie Rieschel, Tatjana Gebert und Peter Sinnemann sowie die Anwohner war dies allerdings keine befriedigende Antwort. „Immer dann, wenn ein Auto über den Gullydeckel fährt, klappert es laut“, berichtete der 62-Jährige am Mittwoch gegenüber der OZ. „Vor allem nachts hört man es noch mehr. Selbst in den Appartements, die 200 Meter Luftlinie entfernt sind.“ Entspannt im Garten vor dem Haus zu sitzen, das sei nicht mehr möglich gewesen. „Nachmittags saß ich bei uns im Garten und habe innerhalb von einer Stunde 50 Mal das Klackern gehört“, berichtete der Inhaber der Pension.

„Bei offenem Fenster können unsere Gäste nicht mehr schlafen“, fügte Tatjana Gebert hinzu. Pro Woche würden sich fünf bis zehn Gäste beschweren, und dass obwohl es im Hotel schon am schwarzen Brett eine Information gebe. „Wir tun alles, damit unsere Gäste hier die schönste Zeit des Jahres verbringen und dann so etwas“, meint die 42-Jährige. Zwar hätten die Urlauber Verständnis, dass das Hotel nichts für die Lärmbelästigung könne, aber es genüge schon, wenn einer im Internet eine schlechte Bewertung abgebe. „Wenn ein Gast schreibt, dass er kein Auge zugemacht hat, ist das für uns ein großes Problem“, meinte Tatjana Gebert.

Zwar seien sie nun erleichtert, dass das Problem mit den Reparaturarbeiten seit gestern vom Tisch sei, dass es so lange gedauert hat, können sie aber immer noch nicht nachvollziehen. „Gäste, die sich bei uns beschwert haben, haben wir immer an die Kurverwaltung verwiesen und viele haben das auch gemacht“, sagte Tatjana Gebert. Gäste, die in der „Pension Linde“ ihren Urlaub verbrachten, hätten Anfang Juli auch eine schriftliche Beschwerde an den Kur- und Tourismusbetrieb geschickt. Die positive Antwort kam am 7. Juli: In den nächsten Tagen werde das Problem behoben. Zumal die Gemeinde den Haushalt Ende Juni beschlossen hatte.

„Trotzdem hat es dann nochmal Wochen gedauert, bis jetzt endlich etwas passiert ist“, so Rieschel. „Mich ärgert vor allem, dass wir nie eine konkrete Information bekommen haben.“

Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft) kann den Unmut verstehen. „Ohne bestätigten Haushalt konnten wir aber leider nichts machen. Uns waren die Hände gebunden. Wir müssen uns an die rechtlichen Vorgaben halten, sonst hätten wir Probleme mit der Kommunalaufsicht bekommen.“ Lediglich wenn Gefahr in Verzug sei, könne die Gemeinde handeln. „Dies war hier aber nicht der Fall“, so Roloff gestern gegenüber der OZ. Erst Ende Juni hätte die Gemeinde Angebote einholen und dann eine Firma beauftragen können.

Anika Wenning

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Warnemünde
„Am Moor“ pflegt man Freundschaften so wie die Gärten. Ondra Kitzerow und Renate Oschatz kennen sich schon lange.

1916 wurden die ersten Parzellen nahe der Ostsee angelegt, kurz darauf bepflanzt / Mit einem Sommerfest haben die Kleingärtner ihren Verein und ihre Tradition gefeiert

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Fischland-Darss
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.