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Klima-Bassin beeinflusst Biorhythmus von Fischen

Born Klima-Bassin beeinflusst Biorhythmus von Fischen

In der Borner Versuchsanlage des Instituts für Fischerei wurden erstmals Ostseeschnäpel außerhalb der Laichzeit vermehrt

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Stefan Herper an einem Becken mit jungen Ostseeschnäpeln in der Versuchsanlage in Born.

Quelle: Timo Richter

Born. Was mit Barschen und Zandern in der Vergangenheit gelang, ist in der Versuchsanlage Born des Instituts für Fischerei, einer Einrichtung der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei, nun mit dem Ostseeschnäpel geglückt. Außerhalb der Laichzeit ab November wurden die Fische aufgrund künstlicher Veränderung der Lebensbedingungen zum Ablaichen animiert. Laut Umweltministerium konnten rund 10000 Larven gewonnen werden.

Der Ostseeschnäpel könnte in jeder Forellenzucht gehalten werden.“Stefan Herper, Fischwirt in der Versuchsanlage Born

Künstliche Bedingungen

4Grad Celsius beträgt die Wassertemperatur, während der der Ostseeschnäpel ablaicht. Normalerweise geschieht das ab November. In der Versuchsanlage Born des Instituts für Fischerei wurde das künstlich simuliert. So konnten die künstlich aufgezogenen Fische zum Ablaichen animiert werden.

Längere Dunkelphasen und eine auf vier Grad Celsius abgesenkte Wassertemperatur waren die entscheidenden Parameter, die Fische zum Laichen zu bringen. In verschiedenen Becken schwimmen die Fische nun. Fischwirt Stefan Herper misst dem Ostseeschnäpel großes wirtschaftliches Potenzial zu. Zwar stehe die künstliche Nachzucht des Wildfisches noch am Anfang, aber theoretisch könnten die Schnäpel in jeder Forellenanlage gemästet werden. Besonders interessant sei der Fisch für Betreiber von sogenannten Kreislaufanlagen. Durch die Möglichkeit der Vermehrung außerhalb des biologischen Rhythmus’

könnten die Becken kontinuierlich mit Jungfischen besetzt werden. Vorteil des Schnäpel: Er bringt mehr Geld ein als beispielsweise Forellen.

Eigentlich war das Schnäpel-Projekt in der Versuchsanlage bereits abgeschlossen. Doch verschiedene bis dahin auf 400 bis 800 Gramm gemästete Fische wurden dann in das Spezialbecken gesetzt. Und siehe da, die Vermehrung gelang. Die Einrichtung in der Südstraße in Born dient der Grundlagenforschung für den Betrieb von Aquakulturen. Dort gewonnene Erkenntnisse könnten später in Fischzucht-Anlagen an Land eingesetzt werden.

So setzt das Umweltministerium beispielsweise auf Anlagen zur Produktion des hochpreisigen Zanders. Investoren für solche Einrichtungen klopfen laut Herper immer wieder mal an, um sich über neue Entwicklungen in dem Bereich zu informieren. Problem ist derzeit allerdings die kontinuierliche Versorgung der Aufzuchtanlagen mit Fischlarven beziehungsweise Jungfischen. Der Nachschub aus Dänemark sei deutlich gesunken, weil dort inzwischen selbst neue Aquakulturen aufgebaut würden. Ganz versiegt sei die Lieferung von Zanderlarven und Jungfischen aus den Niederlanden.

Zander, Barsch und Stör sind weitere Arten, die in der Versuchsanlage in Born künstlich vermehrt werden. So wurden in dem Boddendorf zig-Tausende Stör-Larven erzeugt, die später in der Oder-Mündung in der Ostsee ausgesetzt wurden (die OZ berichtete). In der Versuchsanlage wird aber nicht nur die Zucht von Fischen wissenschaftlich begleitet, auch technische Aspekte, etwa die Reinigung des Wassers von Aquakulturen, finden Berücksichtigung. So ersannen die Experten unter anderem einen Walzenfilter. Die Ausscheidungen der Fische wurden von dem sich drehenden Filterkörper einfach abgebürstet.

Für den Ostseeschnäpel sieht Stefan Herper aktuell eher größeres Interesse in Süddeutschland. Dort existierten bereits verschiedene Anlagen, beispielsweise für Forellen. Dort könnten auch die höherpreisigen Schnäpel gezüchtet werden. Auch gebe es dort eher Kunden für den Fisch. Aber auch für Betreiber neuer Kreislauf-Anlagen sei der Fisch interessant. Voraussetzung sei immer der laufende Nachschub von Larven.

Timo Richter

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