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Landkreis droht Verlust von 40 Notärzten

Zingst Landkreis droht Verlust von 40 Notärzten

Retter auf Honorarbasis müssen laut Landes-Vorgabe sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden

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David Bastian erklärt die stabile Seitenlage, lebendiges Model ist Katja Mann.

Quelle: Timo Richter

Zingst. „Lebensretter gesucht“ – unter diesem Motto stand der erste Aktionstag des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Zingst. An zahlreichen Stationen konnten sich die Besucher am Donnerstag einen Eindruck über die vielfältigen Aufgaben des Wohlfahrtsverbandes in diesem Bundesland informieren. DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters hat den Aktionstag eröffnet.

Größter Verband im Land

50 000Mitglieder hat das Deutsche Rote Kreuz in Mecklenburg-Vorpommern. Das DRK ist damit der größte Wohlfahrtsverband in MV.

7500Mitarbeiter sind in den Einrichtungen des Landesverbandes MV beschäftigt, dazu zählen unter anderem vier eigene Krankenhäuser.

Das Motto könnte für Mecklenburg-Vorpommern besondere Bedeutung gewinnen. Denn derzeit streiten sich die Träger von Rettungsdiensten mit Sozialkassen vor Gericht. Es geht um den Einsatz von angestellten Ärzten im Rettungsdienst auf Honorarbasis. Anders als in vielen anderen Bundesländern wird im Nordosten eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefordert. Aber: Die auf Honorarbasis beschäftigten Notärzte haben eine Anstellung – meist in Krankenhäusern. Sollte das Bundessozialgericht die Auffassung der Träger der Rettungsdienste verwerfen, würde der Landkreis Vorpommern-Rügen auf Schlag gut 40 Notärzte verlieren. Das bestätigte der zweite stellvertretende Landrat Manfred Gerth. Kurzfristig sei diese Lücke nicht zu schließen. Zwar gebe es sogenannte Freelancer – selbstständige Notärzte, die sich dort verdingen, wo die Personaldecke dünn ist –, doch fürchtet Gerth, dass im Zweifel erst einmal ein Rettungsassistent der kompetenteste Retter am Unglücksort sein könnte. Noch ist ein endgültiges Urteil nicht gesprochen worden – und bis dahin werden auch angestellte Ärzte weiterhin auf Honorarbasis im Rettungsdienst eingesetzt.

Seiters erinnerte während der Eröffnung an rund 400000 ehrenamtliche Helfer in ganz Deutschland. Die machten das Land „ein Stück weit menschlicher“. Der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) sah den Aktionstag auch als Würdigung für das Engagement des DRK in dem Seeheilbad.

„Wer kann sich noch daran erinnern, wie ein Patient in die stabile Seitenlage gebracht werden muss“, fragte Werner Kuhn. Der Präsident des DRK-Landesverbandes MV freute sich, dass mit dem „Tag des DRK“ ein tiefer Einblick in die Arbeit des Verbandes möglich sei. Besonders betonte er die Medical Taskforce. Das ist eine Spezialeinheit für Katastropheneinsätze. Allein das DRK, so Werner Kuhn, sei durch seine Größe in der Lage, in solchen Fällen sowohl technisches Gerät als auch medizinisches Personal, etwa aus den eigenen Krankenhäusern, für den Notfall zur Verfügung zu stellen. Die Medical Taskforce dient mit ihrer besonderen Ausstattung, um bei Groß-Schadensfällen Verletzte versorgen zu können, bis ein Platz in einem Krankenhaus gefunden wurde, wie Manuela Thiede aus Greifswald sagte.

Vorführungen der Hundestaffel und der Wasserretter begeisterten zahlreiche Zuschauer.

Timo Richter

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