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Landkreis kündigt vorsorglich einige Flüchtlingsunterkünfte

Born/Zingst Landkreis kündigt vorsorglich einige Flüchtlingsunterkünfte

Für Leerstand will Verwaltung keine Miete zahlen / Zahl neuer Asylbewerber ist deutlich zurückgegangen

Born/Zingst. Der Landkreis kündigt Verträge für die Unterbringung von Flüchtlingen. So wurden die Mietverträge für ein Objekt in Born zu Ende September – das wurde während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung bekannt gegeben – sowie für die Unterkunft in Zingst zum Ende dieses Jahres gekündigt. Das bestätigt Kreissprecher Olaf Manzke auf Nachfrage. Grund sind die deutlich gesunkenen Zahlen von Flüchtlingen, die der Landkreis aufnehmen muss.

Allein für das laufende Jahr wurde mit einer Zuweisung von 3274 Flüchtlingen gerechnet, sagt Manzke. Für diese Zahl wurden auch Unterkunftsplätze vorgehalten. Tatsächlich angekommen sind bis dato aber erst 742 Menschen aus Bürgerkriegsgebieten. Um Kosten zu sparen, trennt sich der Landkreis von Unterkünften. Die Flüchtlinge sollen an weniger Standorten zusammengezogen werden, wie es seitens der Kreisverwaltung heißt. „Wir steuern schon jetzt ein bisschen gegen, auch wenn wir nicht wissen, was die Zukunft bringt.“

Mit den Unterkünften in Born und Zingst wurden Mietverträge mit „relativ kurzen Laufzeiten“ vereinbart, wie Manzke sagt. Von solchen Unterkünften trennt sich der Kreis vorsorglich. Gleichzeitig betont Manzke, dass die Kreisverwaltung im Falle eines möglichen Wiederanstiegs der Flüchtlingszahlen verschiedene Unterkünfte in der Hinterhand habe, „die relativ kurzfristig zu Unterkünften hergerichtet werden können“.

Derzeit leben 1588 Asylbewerber in Einrichtungen des Kreises. Dazu kommen 1522 anerkannte Flüchtlinge. Bei ihnen handelt es sich hauptsächlich um Syrer, die aufgrund des Status eine vorrübergehende Aufenthaltserlaubnis haben, wie Kreissprecher Manzke sagt. Die Menschen dürfen sich frei innerhalb des Bundesgebietes bewegen. Und: Die meisten Flüchtlinge wollen die Region wieder verlassen. Das hatte Landrat Ralf Drescher während eines Besuchs von Kanzlerin Angela Merkel in der Seemannskirche in Prerow Anfang dieser Woche erörtert. Grund seien die schlechten Aussichten, einen Job zu ergattern. Gleichzeitig suchen Hotellerie und Gastronomie händeringend nach Mitarbeitern (die OZ berichtete).

Erst Anfang März waren 52 Syrer in das „Haus am Bodden“ in direkter Nachbarschaft zum Verwaltungssitz des Seeheilbades eingezogen. Davor waren Flüchtlinge in der Jugendherberge Ibenhorst bei Born untergebracht. Der Mietvertrag mit dem Jugendherbergswerk war allerdings befristet, damit die Einrichtungen für die Saison wiedereröffnet werden können.

Vor allem in Zingst hatte der Einzug von Asylbewerbern in das „Haus am Bodden“ zu Vorbehalten geführt. Während einer Einwohnerversammlung, während der das Vorhaben vorgestellt wurde, wurden massiv Ängste geäußert, dass Flüchtlinge das Tourismusgeschäft in dem Ort beeinträchtigen würden. Auch in Sellin auf Rügen waren Hoteliers Sturm gelaufen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in dem Ort.

Am Ende ist das größte Problem auf der Halbinsel, dauerhaften Wohnraum zu finden.

Soll-Zahlen längst nicht erreicht

742Flüchtlinge sind in diesem Jahr im Landkreis Vorpommern- Rügen aufgenommen worden. Selbst bei gleichbleibender Zuweisung von Flüchtlingen für den Rest des Jahres wird das Aufnahmesoll des Landkreises von 3274 Menschen längst nicht

erreicht werden.

1588Asylbewerber leben derzeit in den Unterkünften im Landkreis. Dazu kommen 1522 anerkannte Flüchtlinge. Diese – zumeist Syrer – haben eine vorrübergehende Aufenthaltserlaubnis.

Timo Richter

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