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Lichtermeer: Zingst setzt sich in Szene

Zingst Lichtermeer: Zingst setzt sich in Szene

Erleuchtung im Herbst: Das Seeheilbad ist bis Sonntag kreativ illuminiert / Gäste sollen das Spektakel fotografieren

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Foto von der Lichtermeer-Preview in Zingst.

Zingst. Nach dem Lichtertanz im März folgt nun die Erleuchtung im Herbst – in Form des „Zingster Lichtermeers“. Eine strahlende Spur zieht sich von der Seebrücke bis in den Boddenhafen des Ostseebades. Projektionen, Installationen, Illuminationen erzählen Geschichten von der See, heulenden Winden, da kichern die Klabautermänner, kämpfen Freibeuter mit Feuerfunken, säuseln Meerjungfrauen, schweben Wale an der Wand.

 

OZ-Bild

Magische Atmosphäre: Auch die Zingster Seebrücke ist in diesen Tagen illuminiert.

Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff

„Jetzt, wo die Kraniche bald weiter ziehen, sollen sich die Gäste in Zingst noch einmal die Finger wund fotografieren“, wünscht sich Ralf-Peter Krüger. Der Geschäftsführer der Kur- und Tourismus Gmbh Zingst ist ständig auf der Suche nach Möglichkeiten, die Besuchersaison im Ostseebad auf möglichst das ganze Jahr auszudehnen. Dauerbetrieb sichere am besten den hohen Qualitätsstandard, so Krüger.

Licht und Fotografie gehören zusammen wie See und Ungeheuer. Deswegen gibt es beim „Lichtermeer“ acht Stationen im Ort, an denen man sich kostenlos eine Kamera ausleihen kann. 100 neue Olympus-Modelle stehen bereit. Die einleuchtende Idee zu diesem Lichtspektakel wurde erst in diesem Frühjahr geboren.Umso mehr freut sich Krüger über das „neue Wir-Gefühl“ im Ort. Weit über 60 Sponsoren habe man „unter einen Hut bekommen“, darunter sehr viele örtliche Betriebe sowie drei teils internationale Großunterstützer.

„Zingst soll strahlen, mittelfristig auch überregional“, betont Krüger das Ziel. Hier werden nicht einfach nur Häuser hübsch angestrahlt, erklärt Projektleiterin Antje Osterburg (Backoffice, Berlin) für die ausführende Firma: „Das Ganze ist maßgeschneidert für das Ostseebad, wir haben sogar einen eigenen Sound für Zingst produziert.“ Die Tauchgondel am Ende der Seebrücke habe sie schon beim ersten Besuch inspiriert: „Die sieht aus wie von Käpt’n Nemo, als käme sie aus dem Nichts, sofort waren die Bilder von Klabautermännern, Seefahrern und Piraten da, von Gewitter und Geisterschiffen.“

Nach der comicartigen Szene auf der Fassade des Steigenberger habe sich der „Rest“ ergeben. Zum Rest gehören lichtinszenierte Gebäude, geheimnisvoll illuminierte Bäume, strahlende Fotos, der dynamische Lichtraum am Fischmarkt, Lasershow, Shantys, eine spektakuläre Feuershow und das große Bewegtbild auf der Fassade des Max Hünten Hauses. „Die Technik nennt sich Video-Mapping“, klärt Osterburg auf, dabei würde ein Film über mehrere, hier sechs, Monitore auf die Fassade projiziert. Dieses Lichtspektakel wird einmalig sein, jedes Jahr soll eine andere Installation das Ostseebad erleuchten.

„Zingst ist uns ans Herz gewachsen“, schwärmt Antje Osterburg bei der Vorschau auf das Ereignis im Kurhaus. Draußen im Dunkeln synchronisieren derweil René Marinak und Sebastian Thieme (Sound Projekt Stralsund) das Gewitter in den Masten des Geisterschiffes. Blitzschlag und Donnergrollen sollen den gespenstischen Nebel zerreißen, der Oliver Leisegang, seine Mutter Brigitte und Tochter Lilia-Sophie am nächsten Abend sicher eingehüllt hätte.

Die Berliner machen Urlaub auf der Halbinsel und haben schon bei den Proben zum Lichtspektakel „die Kracherfotos“ von der Tauchgondel geschossen. Umso mehr amüsieren sich die drei über die Probleme anderer Fotografen, deren Auslöser beim ständigen Wechsel der Beleuchtung garantiert immer in dem Moment klickte, wenn die Gondel gerade nicht angestrahlt wurde. „Das Zingster Lichtermeer ist eine tolle Idee, ein bisschen erinnert uns das an den Eispalast.“

Programm

„Zingster Lichtermeer“ noch bis zum 30. Oktober; von der Tauchgondel auf der Seebrücke über Strandstraße, Fischmarkt Hafenstraße mit Postplatz und Max-Hünten-Weg bis in den Hafen.

Bühnenprogramm: 17.30 und 20 Uhr Dave Bo, Saxophon, Bühne „Meeresrauschen“ am Steigenberger Strandhotel; 18 und 20.30 Uhr Old Shantymen, Breitlings und die Titan Feuer-Show, Bühne „Sturmfeuer“, Fischmarkt; 19.15 und 21.45 Uhr: Spice Licht-Lasershow, Bühne „Lichtermeer“, Max-Hünten-Haus;

begleitend: Open-Air Fotoschau „Polarlichter“ von Bernd Römmelt auf dem Postplatz.

Susanne Retzlaff

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