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Mehrheit verhindert Neubau am Wald

Prerow Mehrheit verhindert Neubau am Wald

Bau- und forstrechtliche Bedenken für Projekt in der Strandstraße in Prerow waren schon ausgeräumt

Prerow. Nach jahrelanger Vorarbeit waren baurechtliche und forstrechtliche Hürden aus dem Weg geräumt worden, um auf einem Grundstück in der Strandstraße eine Bauruine durch einen privaten Neubau zu ersetzen. Mit Hilfe eines städtebaulichen Vertrages sollte die dafür erforderliche Waldumwandlung – der gesetzlich vorgeschriebene Abstand von 30 Metern sollte auf 21 Meter schrumpfen – auf den Weg gebracht werden. Die Mehrheit der Prerower Gemeindevertreter aus Vertretern der Fraktionen Gewerbeverein und Handwerker ließen das Projekt am Donnerstagabend scheitern.

Uns ist der Erhalt eines ortsnahen Stücks Wald wichtiger als ein neues Haus.“Andreas Meller, Vorsitzender der Fraktion Gewerbeverein

Hürden waren weg

9Meter sollte der Waldabstand geringer sein, um den Neubau eines Privathauses zu ermöglichen. Statt der vorgeschriebenen 30 Meter würde die Bebauung dann nur noch einen Abstand von 21 Metern zum Wald haben. Laut Landesforst gab es für das Vorhaben keine baurechtlichen und forstrechtlichen Hürden mehr.

Zwar gelang es dem Vorsitzenden der Fraktion Gewerbeverein und ersten stellvertretenden Bürgermeister Andreas Meller nicht, die Vorlage von der Tagesordnung zu kippen. Aber die Beratung wanderte schließlich in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft) zeigte sich nach dem Scheitern frustriert, wie er gestern auf Nachfrage sagte. Die Kommune wollte mit einem städtebaulichen Vertrag den Weg zur Waldumwandlung ebnen. Während der Planerwerkstatt der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommerns Anfang der Woche wurde durch das Neubauvorhaben auch ein öffentliches Interesse formuliert: die Aufwertung des Strandzugangs.

Der Leiter des Forstamtes Schuenhagen, Andreas Baumgart, sah in dem städtebaulichen Vertrag zwischen Kommune und Bauherren die Möglichkeit, einer Waldumwandlung zustimmen zu können. Sogar der Petitionsausschuss des Landtages habe sich schon mit dem Problem beschäftigt, der Bürgerbeauftragte war vor Ort. Der Gesetzgeber, so Baumgart, gehe regelmäßig davon aus, dass der Walderhalt ein größeres öffentliches Interesse darstelle als der Bau eines privaten Wohnhauses. Darum sei es für privat eingebrachte Anträge auch so schwierig, genehmigt werden zu können. Kommunen könnten das beispielsweise mit städtebaulichen Zielen eher begründen. Die „eleganteste Lösung“ wäre ein Bebauungsplan, so Baumgart.

Den aber wollten weder Kommune noch Bauherr anschieben. Mit dem städtebaulichen Vertrag sollten sämtliche Rahmenbedingungen und Vorgaben für das Bauvorhaben festgezurrt werden. Wie Roloff die Landesforst zitierte, hätte die Waldumwandlung für das Areal in der Strandstraße keine Auswirkungen auf benachbarte Grundstücke. „Wir wollen hier keinen Einzel- beziehungsweise Präzedenzfall schaffen.“

Das wird in den Mehrheitsfraktionen anders gesehen. Laut Andreas Meller werde wenigstens in der Fraktion Gewerbeverein das laut Gesetz erforderliche „wesentliche öffentliche Interesse“ für die Waldumwandlung nicht gesehen. Es sei schließlich keine kleine Fläche Wald, die im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau zumindest ausgedünnt werden solle, so Meller. „Uns ist der Erhalt eines ortsnahen Waldes lieber als ein neues Haus.“ Genau das müsse auch im Interesse der Gemeinde liegen, darum habe der Erarbeitung eines städtebaulichen Vertrags nicht zugestimmt werden können.

Laut Beschlussvorlage ist auf dem Grundstück in der Strandstraße aufgrund der lange fehlenden Bewirtschaftung Wald entstanden, der dem Landeswaldgesetz dieses Bundeslandes unterliegt. Die Kommune hatte in der Vergangenheit ein hohes öffentliches Interesse an der Bebauung des Grundstücks bekundet und städtebauliche Ziele formuliert, die eine positive Bewertung der Waldumwandlung ermöglichten.

Damit habe die Kommune die Hürden genommen, bestätigte der Forstamtsleiter, der das Nein der Mehrheit der Gemeindevertreter nicht nachvollziehen konnte.

Timo Richter

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