Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
„Millionen-Investitionen versinken im Schlamm“

Born „Millionen-Investitionen versinken im Schlamm“

Borner Hafenmeister beklagt Untätigkeit angesichts der zunehmenden Verschlammung des Boddens / Spürbarer Rückgang bei Einnahmen aus Gastlieger-Gebühren

Voriger Artikel
Mit dem Foto-Ranger auf der Pirsch
Nächster Artikel
Nach Wahl Bewerbung zurückgezogen

Der Borner Hafenmeister Werner Witt beklagt Untätigkeit gegen das weitere Verschlammen des Boddens.

Quelle: Timo Richter

Born. Mit Millionenaufwand sind vor Jahren die Boddenhäfen und Wasserwanderrastplätze der Kommunen am Bodden hergestellt beziehungsweise saniert worden. Eine Investition in die touristische Infrastruktur, die im Schlamm zu versinken droht, wie der Borner Hafenmeister Werner Witt beklagt. Denn: Nur wenige Wassersportler steuern die Häfen zwischen Dierhagen und Prerow an. Einzige Ausnahme auf der Halbinsel sei Zingst, wohin sich wenigstens noch einige Wassersportler verirrten. Dort werde Seglern aber vor einer Weiterfahrt westlich der Meiningenbrücke in das „Modderloch“ Bodden abgeraten, wie er verschiedentlich von Wassersportlern gehört habe.

Die Häfen sind unser touristisches Aushängeschild. Dieses Kapital verschlammt.“Werner Witt, Hafenmeister in Born

Flachwasserstellen

200Übernachtungen mindestens fehlen dem Hafenmeister, wenn er die Einnahmen mit denen der Vorjahre vergleicht. Viele Segler, sagt Werner Witt, würden den Bodden wegen der Flachwasserstellen meiden.

1Meter und sogar weniger Wassertiefe weist der Elektronische Wasserstraßen-Informationsservice in Teilbereichen des Boddens aus. Flache Stellen gibt es vor allem im Prerow-Strom.

In der Tat gibt es im Bereich des Boddens zahlreiche Untiefen. Zuweilen liege die Wassertiefe bei gerade einmal 60 Zentimetern, etwa im Bereich des Prerow-Stroms, sagt Witt. Gerade Skipper auf Segelbooten mit festem Kiel würden den Bodden meiden wie die Pest. Die Passage der Bülten vor Born trauten sich nur die wenigsten zu.

Dabei verlaufe durch den Bodden eine Bundeswasserstraße. Eigentlich sollte die Wassertiefe darin mindestens zwei Meter betragen. Doch seit Jahren erfolge keine regelmäßige Baggerung mehr, klagt der Borner Hafenmeister. „Die Kommunen werden allein gelassen.“ Finanziell sind die Orte gleich doppelt gestraft. Durch ausbleibende Liegeplatzgebühren seien Erhaltungsmaßnahmen ein Zuschussgeschäft.

Dieses Geld fehle dann an anderen Stellen. Allein in diesem Jahr prognostiziert Witt einen Rückgang der Einnahmen aus dem Wasserwanderrastplatz in Höhe von rund 2500 Euro. Das entspreche einem Rückgang von wenigstens 200 Übernachtungen von Skippern.

Tief in die Tasche müssten die Kommunen greifen, denn die sorgten wenigstens für ausreichend Wassertiefe in den Häfen und deren Zufahrten – auf eigene Rechnung. Und die Wassersportler in Dierhagen-Dändorf haben sich schon vor Jahren eigens einen Saugbagger gekauft, um zumindest im Hafen selbst eine Wassertiefe von mindestens 1,80 Metern zu gewährleisten.

Die Fahrwasser im Bodden werden laut des Leiters des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund, Holger Brydda, in der Kategorie „Sonstige“ geführt. Folge: Sie werden als letzte bei der Herstellung der Solltiefe in Angriff genommen, wenn der Etat der Behörde das überhaupt noch zulasse, hatte der Amtsleiter in einem früheren Interview zur OZ gesagt.

Zwischen 2,50 und zwei Metern sollten die Fahrwasser im Bodden tief sein. Mussten früher Projekte an der Küste untereinander um die Realisierung wetteifern, muss eine Baggerung einer Nebenwasserstraße etwa mit der Sanierung einer Schleuse im Verlauf der Mosel mit regem Schiffsverkehr konkurrieren.

Seinen Frust hat der frühere Kapitän in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel niedergeschrieben. Der Hafenmeister moniert in erster Linie die Untätigkeit in dieser Frage. Die Investitionen in die Häfen in der ganzen Region seien somit umsonst. Gerade die Häfen seien das touristische Aushängeschild für die Orte. „Hierher kommen die Leute und halten sich auch längere Zeit auf“, sagt Witt mit Blick auf den Borner Hafen, ähnliches gelte auch für andere Häfen. Eine konkrete Antwort habe er selbst Wochen später nicht erhalten, lediglich „Eierei“ einer Wahlkreismitarbeiterin. Und das ist es, was Werner Witt am meisten ärgert: Untätigkeit. Gleichzeitig „haben wir hier jährlich zehn bis 15 Zentimeter mehr Schlamm vor dem Hafen“. Dennoch gebe es keine Bewegung bei diesem Thema.

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Fischland-Darss
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.