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Mit Schwimmpanzer zum Rohrbruch

Ribnitz-Damgarten Mit Schwimmpanzer zum Rohrbruch

Trinkwasserleitung auf Vogelschutzinsel Kirr hielt Druck nicht mehr stand / Boddenland möchte sie erneuern

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Ein langer Riss zieht sich durch das fast 80 Jahre alte gusseiserne Trinkwasserrohr.

Ribnitz-Damgarten. Ein Rohrbruch auf der Vogelschutzinsel Große Kirr hielt am Montag und teilweise auch noch am Dienstag Mitarbeiter des Trinkwasserversorgers Boddenland GmbH Ribnitz-Damgarten auf Trab. Um ihn beheben zu können, mussten erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werdedn, damit ein Bagger der mit den Reparaturarbeiten beauftragten Firma und weitere Technik auf die Insel geschafft werden konnten. Dazu hatten sich die Boddenland den Schwimmpanzer von Gut Darß ausgeliehen. Die Reparaturarbeiten nahmen anderthalb Tage in Anspruch, erläutert Ulrich Hager, der Technische Leiter der Boddenland. Die Gesamtkosten veranschlagt er auf rund 13 000 Euro.

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Trinkwasserleitung auf Vogelschutzinsel Kirr hielt Druck nicht mehr stand / Boddenland möchte sie erneuern

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Wir werden jetzt noch einmal in die Planungen für das Projekt Leitungserneu- erung auf der Kirr gehen.“Hans Köhler, Geschäftsführer Boddenland

Es sei ein Rohrbruch mit Ansage gewesen, ergänzt Boddenland-Geschäftsführer Hans Köhler. Der Grund: „Die rund 1,2 Kilometer lange gusseiserne Leitung auf der Vogelschutzinsel Kirr ist Teilstück der Versorgungsleitung, die vom Wasserwerk Divitz gespeist wird und neben Barth und Umgebung auch das Ostseebad Zingst versorgt. Während der größte Teil dieser Leitung im Laufe der Jahre erneuert worden ist, liegt auf der Kirr immer noch die Leitung, die 1938 im Zusammenhang mit der Versorgung der Wehrmachtsanlagen in Zingst verlegt worden ist. Dieses Teilstück der Versorgungsleitung ist also fast 80 Jahre alt und hat damit seine normative Nutzungsdauer erreicht“, erläuterte Boddenland-Geschäftsführer Hans Köhler. „Die letzten 15 Jahre hatten wir Ruhe, jetzt hat die alte Leitung dem Druck nicht mehr Stand halten können.“

Um die Versorgung von Zingst zu sichern, habe man Wasser vom Wasserwerk Peters Kreuz über Prerow eingespeist. Das habe aber nur deshalb funktioniert, weil man sich in der Vorsaison befinde, so Köhler. Wenn es in der Hauptsaison ein Rohrbruch auf der Vogelschutzinsel geben würde, dann könnte der riesige Bedarf in Zingst mit den vielen tausend Urlaubern nicht annähernd über Prerow abgedeckt werden, unter Umständen würde Zingst in der Hauptsaison sogar für einen Tag oder länger auf dem Trockenen sitzen, schildert Köhler die Situation. Das Problem hat die Boddenland GmbH bereits im Jahr 2000 lösen wollen. Geplant war, auch die über die Vogelschutzinsel verlaufende Versorgungsleitung zu erneuern. Verlegt werden sollten neuartige gusseiserne Rohre, die mindestens 100 Jahre halten. Dem gingen umfangreiche Planungen voraus, um die Eingriffe in die Salzgraslandschaft möglichst gering halten zu können, erläuterte der Boddenlandgeschäftsführer. Allerdings habe die Nationalparkverwaltung diesem Vorhaben damals einen Riegel vorgeschoben. „Leider“, so Köhler.

„Wir haben daraufhin dann auch Alternativen durchgerechnet, egal für welche wir uns entschieden hätten, sie wären rund anderthalb Millionen Mark teurer geworden als eine Erneuerung der Leitung auf der Kirr. Heute müssten wir, wenn wir eine dieser Alternativen umsetzen wollten, auf Grund gestiegener Preise wahrscheinlich anderthalb Millionen Euro mehr zahlen“, macht Ulrich Hager deutlich.

„Wir werden jetzt noch einmal in die Planungen für das Projekt Leitungserneuerung auf der Kirr gehen“, kündigte Köhler abschließend an.

Die Vogelinsel

Die Insel Kirr befindet sich südlich von Zingst, hat eine Länge von 3,5 Kilometer und eine maximale Breite von 1,5 Kilometer. Die Insel erhebt sich nur einen Meter über den Meeresspiegel.

Die Insel ist mit Salzwiesen bedeckt und von Prielen durchzogen. Sie bietet vielen Vögeln, so unter anderem Watvögeln wie Alpenstrandläufern, Kampfläufern, Rotschenkeln, Uferschnepfen, Austernfischern, Säbelschnäblern und Kiebitzen sowie Lachmöwen, ein ideales Brutgebiet. Im Herbst nutzen sie mehrere Tausend Kraniche für mehrere Wochen als Schlafplatz.

Das Betreten und Anlegen an der Insel ist ohne Genehmigung verboten.

Edwin Sternkiker

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