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Neue Wohnungen sollen Fachkräfte locken

Zingst Neue Wohnungen sollen Fachkräfte locken

Vergabeverfahren für kommunale Mietobjekte in Zingst ist angelaufen / Gemeindevertreter haben das letzte Wort

Zingst. Nägel mit Köpfen macht die Kommune Zingst mittlerweile in Sachen Wohnungsvergabe. Das offizielle Antragsverfahren für die 57 Mietwohnungen hat begonnen. Die Bewerber müssen dafür unter anderem einen Einkommensnachweis erbringen und eine Bestätigung des bisherigen Vermieters beifügen, dass keine Mietrückstände bestehen. Nach einer ersten Runde mit einer unverbindlichen Willensbekundung, in eine der neuen Wohnungen einziehen zu wollen, kommt laut Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) nun „Butter bei die Fische“. Trotz des durchschnittlichen Quadratmeterpreises von 7,45 Euro Kaltmiete flattern die Anträge in guter Zahl ein. Die entsprechenden Formulare können auf der Internetseite der Zingster Verwaltung heruntergeladen werden oder direkt im Verwaltungssitz abgeholt werden.

 

OZ-Bild

Nahe des Verwaltungssitzes baut Zingst 57 Mietwohnungen. So sollen Fachkräfte in das Seeheilbad gelockt werden.

Quelle: Timo Richter

Zwei irrige Annahmen kursieren

Der Leiter der Finanz- und Sozialverwaltung, Christian Zornow, hört während des Verfahrens immer wieder von „zwei irrigen Annahmen“, die in Zingst kursieren. So solle es sich erstens um sozialen Wohnungsbau handeln und zweitens seien alle Wohnungen bereits vergeben. Beides ist Zornow zufolge falsch. Die Mieten wurden so kalkuliert, „dass sie voll kostendeckend sind“. Die Kommune als Bauherrin könne nicht aus Steuergeldern die Mietpreise für eigene Wohnungen künstlich drücken. Die neuen Wohnungen müssten sich selbst tragen, entsprechend wurden die Quadratmeterpreise kalkuliert.

Auch sind die Wohnungen noch nicht vergeben. Welcher Interessent ab dem 1. September beziehungsweise dem 1. Oktober in welche Wohnung einziehen wird, darüber haben die Gemeindevertreter das letzte Wort. Nach einer Vorauswahl im Sozialausschuss werden sich die Mitglieder der Gemeindevertretung die letzte Entscheidung nicht nehmen lassen, ist der Bürgermeister überzeugt.

Ziel des Vergabeverfahrens ist es, Fachkräfte für die beiden arbeitskräftestärksten Branchen Gastronomie und Gesundheit nach Zingst zu holen. So gebe es schon jetzt einige Wohnungsbewerber von außen, die sich in Zingst ansiedeln wollen, wie Kuhn auf Nachfrage bestätigt. Hinweise auf das Antragsverfahren für die kommunalen Wohnungen in Zingst sollen zudem auf der Internetpräsenz des Landkreises eingebunden werden.

In allen Orten auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst wird das Fehlen bezahlbaren Wohnraums für Mitarbeiter in den Gastronomie und Hotellerie beklagt. Die Bemühungen seitens des Zingster Bürgermeisters, einen privaten Investor für den Bau von Mietwohnungen zu begeistern, scheiterten letztendlich an den höheren Renditen beim Bau von Ferienunterkünften. Darum sprang die Kommune selbst in die Bresche und investierte gut acht Millionen Euro in den Bau der Mietwohnungen zwischen 61 und 94 Quadratmetern Größe.

Partner für Bau und Verwaltung

Damit ist das Seeheilbad den Worten Kuhns zufolge bis an die Grenze der Kreditbelastung gegangen. Das Modell stößt inzwischen auch außerhalb auf großes Interesse. So meldeten sich beispielsweise Vertreter des Ostseebades Kühlungsborn, um sich über das Projekt zu informieren. Die Kommune als Bauherrin hat für die Errichtung der Gebäudekomplexe das Wohnungsunternehmen Wiro aus Rostock mit ins Boot geholt. Verwaltet werden die 57 Wohnungen künftig von der Wohnungsbaugesellschaft Barth.

Acht Millionen investiert

7,45Euro beträgt der durchschnittliche Mietpreis (kalt) je Quadratmeter. Abhängig von der Wohnungsgröße schwankt der Preis von 7,25 Euro bis 7,67 Euro.

57Wohnungen hat die Kommune errichtet. Sie sind zwischen 61 und 94 Quadratmeter groß. Gut acht Millionen Euro hat das Seeheilbad in den kommunalen Wohnungsbau investiert. Private Investoren konnten für das Vorhaben nicht begeistert werden.

Von Timo Richter

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