Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Neues Buch informiert übers Eissegeln

Fischland-Darß-Zingst Neues Buch informiert übers Eissegeln

Rostocker Autor Hermann Winkler trug Fakten zu maritimer Tradition zusammen

Fischland-Darß-Zingst. Im Ergebnis langer Recherchen und der Aufbereitung des einzigartigen Materials durch den Rostocker Autor Hermann Winkler (79) erschien zum Herbstbeginn im Hinstorff Verlag sein neues Buch „Die Eissegler“. Winkler ist es gelungen, die Rolle der traditionellen Eissegler als winterliche Transportmittel und Fischereifahrzeuge vergangener Jahrhunderte sowie als aufwändig restaurierte Liebhaberstücke der Gegenwart in ausführlicher und verständlicher Weise aufzuzeigen. Trotz des unterhaltsamen Stils setzt die Neuerscheinung mit ihrer großzügigen Bebilderung, zahlreichen Detailskizzen sowie mit Originalzitaten und Textstellen aus historischen Quellen einen informativen Standard zum Thema.

 

OZ-Bild

„Die Eissegler“ erschien im Herbst 2016 im Hinstorff Verlag.

Quelle:

Hermann Winkler beginnt sein Buch mit einem Kapitel über die Eisbildung auf den Bodden und geht darin auf die bekanntesten Eiswinter ein. So sei Günter Peters aus Barnstorf noch am 26. März

1956 über das Eis nach Langendamm gesegelt. 1996 habe er sein Gehöft am besten mit dem Auto über das Eis erreichen können. In jenem Winter wiesen die Bodden von Anfang Dezember 1995 bis Anfang April 1996 die längste Vereisungsdauer der vergangenen 33 Jahre auf.

Es folgt eine kurze Geschichte des Eissegelns, die sich zirka 400 Jahre zurückverfolgen lässt. Einst wurden in den Niederlanden Kufen an die Unterseiten von Booten montiert. Auf den Schlittenbau und die baulichen Besonderheiten wird ebenfalls ausführlich eingegangen.

Auch die kleinsten Fortbewegungsmittel auf dem Eis, die Peikschlitten, werden von Hermann Winkler mit einem eigenen Kapitel bedacht. In den nachfolgenden Abschnitten geht er auf Wege übers Eis, einen legendären Eislotsen, Geschichten von Gestern sowie die Gefahren des Eissegelns ein. Gewöhnlich war in strengen Wintern der Weg von den Boddendörfern über das Eis nach Ribnitz der schnellere, kürzere und bequemere, aber auch der gefährlichere. Immer wieder mal endete eine Fahrt mit dem Einbrechen des Schlittens. Deshalb verließen sich die meisten Schlittenführer auf die Kenntnis erfahrener Eislotsen, so zum Beispiel bis in die 1930er-Jahre hinein auf Georg Dade aus Wustrow, der einen „sechsten Sinn“ für Gefahren entwickelt hatte. Dramatische Meldungen in alten Zeitungen, Polizeiberichten sowie Erinnerungen von Zeitzeugen künden nicht selten vom Tod der Insassen verunfallter Eisschlitten.

Aber bis in die Neuzeit hinein waren die Eissegler manchmal auch die einzige Möglichkeit, dringende Krankentransporte zu übernehmen. „Die wahrscheinlich letzte Fahrt dieser Art über das Eis geschah in der Nacht vom 6. zum 7. Januar 1996 auf Hiddensee, als ein Fischer aus Vitte einen schwer kranken Inselbewohner rechtzeitig zu einer Blindarmoperation nach Schaprode brachte“, heißt es in dem Kapitel „Geschichten von Gestern“.

Schon seit Jahrzehnten hatte Hermann Winkler ältere Alteingesessene – frühere Fischer und Eissegler – nach ihren Erinnerungen befragt und die Gespräche mit einem Tonbandgerät aufgezeichnet. Viele dieser raren Zeitzeugnisse flossen in sein Buch ein. Viel Raum widmet der Autor auch jenen Enthusiasten, die sich mit ihren wunderschön restaurierten Schlitten in jedem Eiswinter spontan auf dem Saaler oder Bodstedter Bodden treffen und mit kleinen Wettfahrten eine alte Tradition bewahren.

Zu guter Letzt geht der Autor auf das traditionelle Eisfischen, auf das Regattasegeln der sportlichen DN-Schlitten sowie auf die sehr wirkungsvollen Eisrettungsgeräte der Feuerwehren ein.

Interesse für Bootsbau

Hermann Winkler (79), geboren 1937 in Dresden, entschied sich früh für den Seemannsberuf und wurde Matrose. Nach seinem Studium fuhr er von 1961 bis 1992 vor allem im Fahrtgebiet Afrika als Nautiker auf DSR-Schiffen. Bei Landaufenthalten hielt er den traditionellen Bootsbau und die Fischereitechniken der afrikanischen Küsten in zahllosen Fotos, Zeichnungen und Notizen fest. Auf Basis dieses Materials veröffentlichte er Beiträge in Fachzeitschriften und gestaltete Ausstellungen.

Volker Stephan

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Fischland-Darss
Beilagen
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.