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Ostsee nagt an den Dünen bei Neuhaus

Küstenschutz: Abbrüche in Dierhagen in vergangenen Jahren verstärkt Ostsee nagt an den Dünen bei Neuhaus

Kurdirektor fordert Aufspülen des Strandes / Abbrüche sind bis zu drei Meter hoch / Absage an Bau von Buhnen, weil Strand für Reparatur von Spülrohren genutzt wird

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In Neuhaus nagt die Ostsee inzwischen an der Düne, Dierhagens Kurdirektor Stephan Fellmann fordert ein Aufspülen des Strandes.

Quelle: privat

Dierhagen. Für den Strand-Wachposten in Neuhaus muss der Dierhäger Kurdirektor Stephan Fellmann einen neuen Standort suchen. Der Strand ist weg, „dort kann niemand mehr liegen“. Jüngst dümpelten selbst die Strandkörbe in dem Bereich in der Brandung und konnten gerade noch vor dem Abdriften geborgen werden.

Die Abbrü- che in Neuhaus haben sich nach Bau der Yacht- hafenresidenz Hohe Düne verstärkt.“Stephan Fellmann, Kurdirektor Dierhagen

Die Strömung hat den Sand auf einer Strecke von rund drei Kilometern bis zum seeseitigen Dünenfuß mitgenommen. Nun nagt die Ostsee an den Dünen. Bis zu drei Meter hoch waren zuletzt die Abtragungen an den Dünen. „Das ist ein akut gefährdeter Abschnitt“, urteilt Fellmann.

Die sind zwar ausreichend hoch und auch breit. Doch fordert der Kurdirektor eine Neuaufspülung des Strandes. Nach dem Bau der Yachthafenresidenz Hohe Düne in Warnemünde hätten sich die Abtragung in Neuhaus „massiv verstärkt“, klagt Fellmann. Die Marina beeinflusse das Strömungsgeschehen weiter östlich so, dass die früheren Probleme in Graal-Müritz nun nach Dierhagen-Neuhaus gewandert seien.

Während eine Initiative für den Schutz des Hochufers zwischen Wustrow und Ahrenshoop weitere Buhnen bauen will – notfalls auch auf eigene Rechnung – setzt Stephan Fellmann auf ein Aufspülen des Strandes. Der ist zwischen Graal-Müritz und Dierhagen komplett buhnenfrei und wird regelmäßig als „Werkstatt“ für die zuweilen kilometerlangen Spülrohre genutzt. Nirgendwo anders in der Region ist das Anlanden der Rohrstränge sonst so problemlos möglich. Buhnen würden die Sache nur „verkomplizieren“, und der Strand auch nicht wirklich länger halten.

Mit Blick auf die aktuelle Verbreiterung des Strandes bei Ahrenshoop ärgert sich der Dierhäger Kurdirektor, dass in dem akut gefährdeten Bereich seit Jahren nicht aufgespült worden sei.

„Unser Sand wandert nach Wustrow und Ahrenshoop“, sagt Fellmann. Der zurzeit verbreiterte Strand bei Ahrenshoop werde über kurz oder lang am Weststrand und später am Darßer Ort sein. Küstenschutz jedoch sollte vorrangig dort stattfinden, wo Ortschaften zu schützen seien. Im Falle der jetzt laufenden Aktivitäten nördlich des Künstlerortes kann Stephan Fellmann aber genau das nicht erkennen.

Aufgrund der fehlenden Bebauung werden seitens der Behörden derzeit auch Küstenschutzmaßnahmen zwischen Wustrow und Ahrenshoop abgelehnt.

Im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg sollen erst alle Erkenntnisse zusammengetragen werden, bis über eine neue Aufspülung entschieden wird, heißt es auf eine Anfrage Fellmann. Am liebsten sähe es der Dierhäger Kurdirektor, wenn das Aufspülen nach Ahrenshoop gleich in Neuhaus fortgesetzt würde.

Auch in Sachen Boddensanierung hat der Kurdirektor einen Vorschlag in petto: Für die Arbeiten sollten auch Ökopunkte eingesetzt werden können. Wenn sich bei Umwelteingriffen, die zum Teil weit entfernt stattfänden, die Verantwortlichen durch den Erwerb von Ökopunkten frei kauften, dann sollte das Geld auch in die Entschlammung des Boddens investiert werden können. Das Ganze sei eine politische Frage, die noch geklärt werden müsse.

Langer Abschnitt

3Kilometer lang ist der Abschnitt zwischen Graal-Müritz und Dierhagen, der von Dünenabbrüchen besonders betroffen ist. Dieser Bereich befindet sich im Wesentlichen auf dem Gebiet des Dierhäger Ortsteils Neuhaus.

3Meter hoch sind die Abtragungen am seeseitigen Dünenfuß maximal. Ohne zusätzliche Aufschüttungen könnten die Gäste des Hotels Dünenmeer den schmal gewordenen Strand überhaupt nicht mehr erreichen.

Timo Richter

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