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Ostseeluft lässt Patienten hochleben

Zingst Ostseeluft lässt Patienten hochleben

Patientin: „Ich fühle, wie ich meine Beschwerden ganz einfach wegatme“

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Dr. Astrid Novosel-Datzer (re.) macht’s vor. Simon (7) und Hannah (9) mit ihrer Mutter Silke Bovolet (43) und Max (5) mit seiner Mutter Svetlana Schmitz (41) springen am Zingster Strand in die Luft.

Quelle: Foto: Timo Richter

Zingst. Das milde Reizklima der Ostsee lässt Großstädter hochleben. Die gesunde Luft hilft bei vielen Krankheiten und Beschwerden: Asthma und Neurodermitis stehen zusammen mit der Anfälligkeit für Infekte der oberen Atemwege ganz oben auf der Liste in der Ostseeklinik Zingst, um Patienten jeden Alters am Strand zu therapieren. Das geschieht am besten durch Bewegung, wie die Ärztliche Direktorin Dr. med. Astrid Novosel-Datzer sagt. Und das geschieht häufig auch ganz von alleine. Kinder sprinten an den Strand, Mütter und Väter stiefeln durch den Sand – ohne Begleitung von Ärzten. Die Ostsee ist für Astrid Novosel-Datzer „die beste Co-Therapeutin“. Die Ostsee sei beruhigend, „sie nimmt die Beschwerden und gibt Gutes zurück“. Davon ist die ärztliche Direktorin der Klinik überzeugt.

Durchhaltewille erforderlich

Genesung ist aber auch ein Stück Arbeit, Durchhaltewillen ist erforderlich. Denn die meisten der Patienten aus den deutschen Ballungsräumen beginnen erst einmal zu schniefen, die Augen tränen. Wind und das milde Reizklima sorgen vielfach für laufende Nasen und gerötete Augen. Doch kurze Zeit später leben die kleinen und großen Patienten auf. Befreit nicht nur von Druck auf Lunge, sondern auch von Belastungen der Seele lernen sich viele Patienten neu kennen.

Beschwerden wegatmen

Svetlana Schmitz aus Zülpich in der Nähe von Köln bestätigt das. „Hier kann ich mal richtig durchatmen“, sagt die 41-Jährige, die zusammen mit ihrem Sohn Max am Strand vor Zingst unterwegs ist. Der Fünfjährige sieht zum ersten Mal in seinem Leben die See, Wasser bis zum Horizont. „In Köln ist die Luft schwer, immer feucht.“ An der Ostsee fühlt sie förmlich, wie sie ihre Beschwerden einfach wegatmet. Allein die Luft „ist auch gut für den Geist“, sagt Svetlana Schmitz. Schon wenige Tage nach der Ankunft in der Klinik in Zingst schläft sie schon viel besser, viel tiefer, sodass sie den nächsten Tag deutlich ausgeruhter angehen kann.

Reinigende Wirkung

Astrid Novosel-Datzer spricht der Ostsee eine reinigende Wirkung zu. Ein anfänglicher Infekt sei der erste Schritt zu einer deutlichen Erleichterung während des im Regelfall dreiwöchigen Kuraufenthalts in der Ostseeklinik Zingst. „Die Ostsee beruhigt, sie entschleunigt.“

Dafür gibt es nach der Erfahrung von Astrid Novosel-Datzer zahlreiche Belege. Allein das Schauen auf einen ruhigen Horizont wirke beruhigend. Licht, Wind und auch die wenig beeinträchtigte Dunkelheit in der Nacht – alles zusammen sind wichtige Komponenten im Therapiekonzept der Klinik. Den größten Teil am Therapieerfolg schreibt die ärztliche Direktorin aber der Ostseeluft zu. „Das ist eine sehr, sehr alte Medizin, gleichzeitig eine sehr einfache Medizin.“ Manchmal wunderten sich die Patienten aus den Großstädten, dass nicht teure Gerätschaften für die Behandlung eingesetzt werden, sondern der Rat für einen langen Spaziergang am Strand. „Das Klima härtet ab und macht fit“, sagt die Ärztin für Kinder- und Jugendheilkunde.

Erkrankungen der oberen Atemwege, aber auch chronische Leiden wie Asthma und Hauterkrankungen wie Neurodermitis und eine erhöhte Infektanfälligkeit lassen sich mit der gesunden Luft am Strand therapieren.

Stresslevel extrem gesunken

Der Aufenthalt an der Ostsee hat für Silke Bovolet aus Moers in Nordrhein-Westfalen schon nach wenigen Tagen einen deutlich spürbaren Effekt: Der Stresslevel ist „extrem gesunken“. Familie mit zwei Kindern, dazu Arbeit – am Strand der Ostsee in Zingst erfährt die 43-Jährige auch einmal ein bisschen Einsamkeit. Die ärztliche Direktorin kennt das. „Sich am Strand mal richtig auszuheulen, das tut gut.“ Nach dieser Erfahrung tobt Silke Bovolet umso lieber mit Hanna (9) und Simon (7) am Strand. Selbst fühlt sie sich entschleunigt, der Kopf ist frei.

Luft als Co-Therapeutin

Die Ostseeklinik Zingst punktet wie andere Kliniken auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in Prerow, Ahrenshoop und Wustrow, mit der Nähe zu Strand. Vor allem für Kinder ist der kurze Weg ans Ufer der Ostsee von Vorteil. Während des Spielens am Strand tun die Kinder schon Gutes für ihre Gesundheit. Besonderheit in der Klinik in Zingst ist die Zirkustherapie. In einem echten Zirkuszelt proben die kleinen Patienten unter fachkundiger Anleitung verschiedene Kunststückchen ein. Interessant ist die Zirkustherapie für viele Indikationen, außer Verhaltensauffälligkeiten auch für psychosomatische Erkrankungen.

Aufleben und hochleben lässt Patienten jeden Alters am besten die gesunde Ostseeluft, die beste Co-Therapeutin an der Küste.

Die Klinik in Zahlen

126 Familienappartements stehen in der Ostseeklinik Zingst zur Verfügung, das entspricht in etwa 330 Betten. Meist quartieren sich in der Einrichtung Mütter mit Kindern ein. Es kommen aber auch Väter mit Kindern beziehungsweise ganze Familien.

3 Wochen dauert ein regulärer Kuraufenthalt. Pro Jahr finden 17 Kurdurchgänge statt. Außer den Aufenthalten während des Sommers wird auch gerne die „Weihnachtskur“ gewählt. Die privat getragene Klinik gehört zum Rehasan-Klinikverband. Mit der Auslastung ist Klinikdirektorin Barbara Landwehr „sehr zufrieden“.

100 Mitarbeiter sind in der Ostseeklinik Zingst beschäftigt. Die Einrichtung für Eltern und Kind wurde im Jahr 1994 in unmittelbarer Strandnähe eröffnet.

Über die medizinische und therapeutische Qualität hinaus zeichnet sich das Haus eigenen Angaben zufolge durch eine moderne Architektur aus sowie eine freundliche Inneneinrichtung und großzügig angelegte Außenanlagen.

5 Behandlungsschwerpunkte gibt es: Atemwegserkrankungen, psychosomatische Erkrankungen, Hauterkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Übergewicht. Zudem ist das Team qualifiziert in der Behandlung von AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom) und Entwicklungsstörungen bei Kindern, heißt es in der Eigendarstellung der Ostseeklinik Zingst.

Timo Richter

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