Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Prerower brauen ihr eigenes Bier

Prerow Prerower brauen ihr eigenes Bier

Ann und Markus Lau öffneten vor einem Jahr das Darßer „Brauhaus“

Voriger Artikel
Zum Fasten und Wandern auf den Darß
Nächster Artikel
Hafenbau: 19 Projekte auf Wunschliste

Ann Strübing und Markus Lau an der Brauanlage, wo er mit dem Maischepaddel das Malz einrührt.

Quelle: Fotos: Elke Erdmann

Prerow. In der kleinen geschmiedeten Pforte zum Darßer „Brauhaus“ sind ein Mädchen und ein Junge zu erkennen, die ein gleichgroßes Bäumchen halten. Dieses Motiv stammt noch aus der Zeit, als dort bis zur Wende Kinder mit Lernschwächen beschult wurden.

OZ-Bild

Ann und Markus Lau öffneten vor einem Jahr das Darßer „Brauhaus“

Zur Bildergalerie

Heute wird hier allerdings Bier gebraut. „Bin ich schon dun“, könnte der eine oder andere Besucher denken, wenn er den Eingang betritt und nach oben schaut, denn dort hängt an der Decke kopfüber ein Holzbierkasten mit Bügelflaschen. Diese originelle „Dekoration“ hat sich der Inhaber Markus Lau als Lichtquelle ausgedacht. „Der alte Wirt in Lancashire. Der zapft ein jämmerliches Bier.“ So beginnen die Verse von Georg Weerth, der als Dichter und Handelskaufmann einst durch die ganze Welt reiste.

Markus Lau (31) lernte im Erstberuf Industriemechaniker, im zweiten Kaufmann. Sein Gasthaus grenzt nicht wie die Grafschaft Lanceshire an die Irische See, es liegt in Prerow in der Bergstraße 1 nahe der Ostsee. Und er zapft ein köstliches Bier mit einer schönen Blume. Nach dem Reinheitsgebot braut er seine Biere selbst.

„Nur Wasser, Malz und Hopfen gehören hinein, dazu Hefe. Unser Bier ist frisch, ungefiltert und nicht pasteurisiert. Deshalb hat es nur eine bedingte Haltbarkeit. Das zeichnet uns aus“, sagt der Wirt.

Mit seiner Frau Ann Strübing (30) und weiteren sechs festen Mitarbeitern betreibt er das Geschäft. Das Malz schrotet er selbst, bricht es sozusagen auf.

Gekocht wird im Gastraum, wo es dann malzig duftet. Die Anlage, dazu gehören Sudpfanne und Läuterbottich, kommt aus Österreich. Außen Kupfer, innen alles Edelstahl. „Mit einem Sud können wir 250 Liter brauen. Der Vorgang dauert fünf bis sechs Stunden“, sagt Markus Lau.

Sein Opa, der Fischer Bernfried Rennhack, der seit der Wende bis zu seinem Tod 2016 eine Fischräucherei betrieb, gab den Anstoß für den Berufswechsel. „Markus, komm nach Prerow“, bat er, als der Enkel noch in Lubmin als Industriemechaniker arbeitete.

„Das Räuchern ist das eine, das Kaufmännische das andere. Daraufhin habe ich noch den zweiten Beruf erlernt“, erklärt Markus Lau. Ann arbeitet im Servicebereich und überall dort, wo sie gebraucht wird. Ausgebildet im Verwaltungsfach und zur Hotelfachfrau, sammelte sie zuvor ein Jahr lang Erfahrungen in Discovery Bay (USA) als Au-Pair Mädchen für die eigene, nun vierköpfige Familie. In der Hochsaison beschäftigt das Ehepaar für die beiden Söhne selbst eine Germanistik-Studentin aus dem Ausland.

„Ab November 2015 haben wir in Eigenregie die gesamte Gaststätte umgebaut, damit die Brauanlage im Gastraum zu betreiben ist. Uns ging es beim Konzept darum, dass die Gäste dabei sind.“

Im März vorigen Jahres eröffnete die Familie das „Darßer Brauhaus“. „Unsere Lagerkapazität betrug anfangs 25 Hektoliter, jetzt haben wir bereits auf 33 Hektoliter erhöht.“

Zu delikaten Speisen, die Küchenchef Sebastian Paszehr (28) zubereitet, gibt es vier Hauptsorten Bier: Pils, Dunkel, Weizen und India Pale Ale. Sie beginnen alle mit Darßer.

„Dunkles Bockbier wird winterlich verfeinert zum Glühbier.“ Aber der experimentierfreudige Markus Lau braut im Sommer gern als Kontrast ein „Himbeerweizen“ mit frischen Himbeeren. Er sagt: „Ich verkaufe nur das, was mir auch selbst gefällt und schmeckt.“

Mit einem kleinen Flaschenabfüller kann er Mengen in geringer Stückzahl abfüllen. „Das Flaschenbier ist gekühlt einen Monat haltbar.“ Die Familie will in diesem Jahr die Lagerkapazität erhöhen. Im kleinen Gebäude nebenan, wo sich zuvor das Atelier für Bernsteinkunst befand, werden die Tanks und Gärwannen stehen. „Dort dürfen dann mitunter Gäste das ‚Gär-Bild‘ beobachten, das sich stündlich verändert“, sagt Markus Lau. „Die Gesamtlagermenge wird künftig knapp 100 Hektoliter betragen.“

Elke Erdmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Barth

Sattelschlepper bringen 216 000 Pflanzen nach Barth / Zu Ostern sollen die ersten Tomaten reif sein / Die vorpommerschen Gemüseanbauer testen drei neue Sorten

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Fischland-Darss
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.