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Scharfe Granate aus dem 1. Weltkrieg gefunden

Dierhagen Scharfe Granate aus dem 1. Weltkrieg gefunden

Geschoss auf Parkplatz in Dierhagen-Ost entsorgt / Bei Strandaufspülung in Ahrenshoop taucht regelmäßig Munition auf

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Derzeit wird der Ahrenshooper Strand in Höhe des Hotels The Grand neu aufgespült.

Quelle: Timo Richter

Dierhagen. Mitarbeiter des Dierhäger Bauhofes haben gestern einen explosiven Fund gemacht. Während der Reinigung eines Parkplatzes an der L 21 in Dierhagen-Ost entdeckten die Männer eine Werfer-Granate. Der Sprengkörper war offensichtlich nahe eines Papierkorbs entsorgt worden. „Nur die Flügel ragten noch heraus“, sagt Dirk Edlich, Leiter des Bauhofes der Dierhäger Kurverwaltung.

Jemand hat die Granate offensichtlich entsorgt.“Ein Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes

Edlich alarmierte die Polizei, die wiederum den Munitionsbergungsdienst informierte. Binnen kürzester Zeit waren zwei Sprengstoffexperten vor Ort – die waren zu der Zeit mit der Kontrolle des ausgesiebten Spülgutes am Strand von Ahrenshoop beschäftigt. Die Männer vom Munitionsbergungsdienst nahmen die Granate aus dem Ersten Weltkrieg deutscher Herkunft mit und transportierten das Geschoss in einer Metallkiste ab. In einer spontanen ersten Einschätzung wurde die Granate englischer Herkunft zugeordnet. Die Splittergranate war augenscheinlich noch scharf, der unbeschädigte Zünder war gut zu erkennen. Laut eines Mitarbeiters des Munitionsbergungsdienstes sollte die Granate später kontrolliert zusammen mit anderen Sprengkörpern zerstört werden.

Erster Fund seit Jahren

In Dierhagen war der gestrige Munitionsfund der erste nach dem Auftauchen einer russischen Übungsgranate am Strand vor einigen Jahren, wie Edlich sagt. Der Granatenfund am Donnerstag wurde in dem Ostseebad nicht an die große Glocke gehängt. Allein die Tatsache, dass die Mitarbeiter des Bauhofes die Granate mitnahmen, hatte intern für Aufregung gesorgt. Bis zum Abtransport des Sprengkörpers wurde der im Kurpark abgelegt. Der Park wurde dafür kurzzeitig gesperrt.

Ständige Kontrolle vor Ort

Die Sorge vor Munitionsfunden ist derzeit allgegenwärtig. So wird der Sand für das Aufspülen von Dünen und Strand in Ahrenshoop nicht nur gesiebt. Die Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes sind regelmäßig vor Ort, um das ausgesiebte Material zu untersuchen, wie Projektleiter Thomas Will sagt. Auf einer Strecke von vier Kilometern wird der Strand zwischen dem Eingang zum Nationalpark und dem Hotel The Grand verbreitert. Außerdem werden die Dünen verstärkt (die OZ berichtete). Für die Maßnahme werden rund 360000 Kubikmeter Sand aus einem Fördergebiet nahe des Darßer Orts an den Strand gespült. Wenigstens mit Einzelfunden ist mit Material aus der Ostsee immer zu rechnen, sagt der Experte des Munitionsbergungsdienstes. So auch in Ahrenshoop. Bereits mehrere Munitionsfunde mussten abtransportiert werden.

Wie die Granate auf den Parkplatz kam, ist unklar. Seitens des Muntionsbergungsdienstes wird eine Entsorgung favorisiert. Aus Furcht vor Entsorgungskosten sei die Granate möglicherweise aus dem Bestand eines Privathaushaltes auf dem Parkplatz abgelegt worden. Ein gefährliches Unterfangen. Schließlich habe es sich bei der gefundenen Grante nicht um ein „Spielzeug“ gehandelt, wie der Sprengstoffexperte sagt.

Entsorgung ist kostenfrei

Das widerspricht der Vermutung Edlichs, dass die Granate während eines Spaziergangs am Strand gefunden worden sein könnte. Dafür sei das Geschoss viel zu sauber gewesen. Nach einem Munitionsfund sollte umgehend die Polizei beziehungsweise der Munitionsbergungsdienst direkt informiert werden. Auch bei Letzterem gebe es einen Bereitschaftsdienst. Dadurch kämen auf den Hinweisgeber keine Kosten zu. Immer wieder machen die Experten die Erfahrung, dass Munitionsfunde nicht gemeldet werden – aus Furcht vor Kosten für die Entsorgung.

Timo Richter

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