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„Schauspielern ist meine Welt“

Jahnkow „Schauspielern ist meine Welt“

Darß-Festspiele in Born: Julian Block macht bei den „Heiden von Kummerow“ mit

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Julian Block spielt bei den Darß-Festspielen die Rolle des Hermann.

Quelle: Raik Mielke

Jahnkow. /Born. „Das ist mein Leben“, sagt Julian Block und strahlt über das ganze Gesicht. Der Blondschopf aus Jahnkow bei Grimmen hat eine Rolle bei den Darß-Festspielen ergattert und ist derzeit als Hermann in „Die Heiden von Kummerow“ auf der Freilichtbühne Born zu sehen.

OZ-Bild

Darß-Festspiele in Born: Julian Block macht bei den „Heiden von Kummerow“ mit

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Dem zehnjährigen Blondschopf wird gleich von mehreren Seiten Talent bescheinigt. „Schon wenn in der Kita ein Programm eingeübt wurde, musste Julian immer ran“, erinnert sich seine Mutter Katharina Block. Schon als Knips habe er gut rezitieren können. Auch Annette Buck, Direktorin der Grundschule Grammendorf, ist stolz auf den Viertklässler. „Das Talent ist bei ihm definitiv da“, sagt sie und erinnert sich, wie Julian bei einem Einschulungsprogramm kurzfristig einsprang. „Obwohl er zwischenzeitlich krank war und nicht alle Proben mitmachen konnte, hatte er den Text sicher drauf. Dazu seine Mimik und Gestik! Er trug da mit einer solchen Leidenschaft vor, dass wir ihm letztlich die Rolle übertragen haben“, erzählt Annette Buck.

Den Sprung auf die Bretter, die die Welt bedeuten, hat er seinem Vater zu verdanken. Er nämlich hörte eines Tages im Radio, dass Kinderdarsteller für die Darß-Festspiele gesucht würden. Katharina Block nutzte die Gelegenheit und fuhr mit ihrem Sohn zum Casting. Das war 2015 im Frühling. „Ich hab dort einen Text bekommen, den ich wenn möglich schon etwas auswendig lernen sollte. Auf jeden Fall musste ich laut vorlesen. Mit Mimik und Gestik“, erzählt Julian. Die Theaterleute waren begeistert. Und doch musste der Jahnkower noch ein Jahr warten, bis er wirklich auf die Bühne durfte.

„Ich war voriges Jahr noch zu jung, aber sie haben gesagt, dass sie mich für 2016 vormerken würden“, sagt Julian. Das taten die Macher der Darß-Festspiele tatsächlich. Anfang dieses Jahres flatterte den Blocks eine Einladung ins Haus für eine Grillparty für die Darsteller der diesjährigen Festspiele. Julian Block hatte es geschafft, er war dabei.

Im Mai begannen die Proben für das Stück „Himmel, Arsch und Zwirn“, dessen Grundlage der bekannte Roman Ehm Welks „Die Heiden von Kummerow“ bildet. Bei den Blocks flimmerte zu der Zeit der Spielfilm mit Paul Dahlke und Ralf Wolter über die Mattscheibe. „Meine Mutter hatte die DVD gekauft und wir haben uns den Film angesehen, sozusagen als Vorbereitung auf das Theaterstück“, erzählt Julian.

Witzig fand er den alten Schwarz-Weiß-Schinken. „Die Kinder machen darin genau solche Späße wie wir auf der Bühne“, sagt er. Dreimal wöchentlich wurde geprobt. Das hieß, dreimal wöchentlich von Jahnkow nach Born auf dem Darß fahren. Gut 170 Kilometer pro Probentag. Noch intensiver wurde es in der Endprobenwoche. „Da mussten wir jeden Tag hin“, erzählt Julian. Mutter Katharina fuhr ihren Sohn, wann immer es sein musste. „Er macht es gern, hat so viel Spaß daran“, sagt sie. In der Schule reichte sie einen Antrag ein, dass Julian zum Teil vom Unterricht befreit wurde. Das wurde nicht nur positiv aufgenommen. Da habe es schon ein paar komische Blicke und Bemerkungen gegeben. Julian zuckt mit den Schultern. Klar, schön sei das nicht gewesen. „Aber es ist ja auch nicht so, dass ich faul auf dem Sofa herumgelegen hab in der Zeit. Ganz im Gegenteil, eigentlich hab ich sogar mehr gemacht als meine Klassenkameraden“, sagt Julian. Den Stoff habe er schließlich trotz der Proben bewältigen müssen.

Neben der Schule musste der Zehnjährige nicht nur seine Rolle – er spielt den Hermann, ein Kind aus ärmlichen Verhältnissen – lernen sondern auch noch Plattdeutsch. „Wir spielen das Stück nämlich auch auf Platt. Ich hatte Platt zwar schon mal in der Schule und hab es bei Oma und Opa gehört, aber richtig sprechen konnte ich es nicht“, sagt Julian. Doch er fuchste sich ein. Und mittlerweile findet er diese Aufführungen cooler. „Auf platt schimpft es sich leichter als auf hochdeutsch“, sagt er und grinst. „Und die plattdeutschen Aufführungen kommen auch beim Publikum besser an.“

Doch nicht nur das Spielen auf der Bühne findet Julian toll. Auch der Blick hinter die Kulissen habe ihn fasziniert. „Ich wollte schon immer mal dahin, wohin andere nicht hin dürfen“, sagt er.

In 13 der 20 Szenen ist Julian auf der Bühne zu sehen. Vor der Premiere am 1. Juli war er mächtig aufgeregt. „Mir ist fast das Herz aus der Brust gesprungen“, gibt er zu. Die Zuschauerreihen waren bis auf den letzten Platz besetzt, doch nachdem Julian den ersten Satz gesagt hatte, war die Aufregung nur noch halb so groß und nach der Pause war von Lampenfieber nichts mehr zu merken. „Wir haben Beifall ohne Ende bekommen“, erzählt er stolz. Fünf Vorstellungen hat der Jahnkower bereits gemeistert, weitere neun Mal hat er noch vor sich. Die Schauspielerei sei das Beste, was ihm passieren konnte. „Zu seinem Vater hat er einmal gesagt, ’ich danke dir, dass du das damals im Radio gehört hast“, erzählt Mutter Katharina Block, die bei jedem Auftritt ihres Sohnes in Born auf dem Darß dabei ist. Ob er nächstes Jahr wieder mitmacht? „Auf jeden Fall“, sagt Julian. Sein Berufswunsch? „Schauspieler“, kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Noch zehn Vorstellungen

„Himmel, Arsch und Zwirn“ heißt das diesjährige Stück der Darß-Festspiele. Grundlage bildet der Roman des deutschen Schriftstellers Ehm Welk „Die Heiden von Kummerow“.

Gespielt wird sowohl auf Platt wie auch auf Hochdeutsch. Die Stücke der Darß-Festspiele werden auf der Freilichtbühne Born aufgeführt. Julian Block ist noch für die Vorstellungen am 13., 15., 17., 18., 20., 22., 25., 27., 28. und 29. Juli gesetzt.

• http://www.darssfestspiele.de

Claudia Noatnick

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