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Schneise in den Darßwald für neuen Deich

Born Schneise in den Darßwald für neuen Deich

Für Hochwasserschutz wird eine Vorzugsvariante gesucht

Born. . Für den Hochwasserschutz wird möglicherweise eine Schneise in den Darßwald geschlagen. Östlich des g-Gestells, und damit direkt an der Grenze zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, soll Platz geschaffen werden für den geplanten Deich, so die aktuellen Vorstellungen. Ein OZ-Leser hat ausgerechnet, dass fast zehn Hektar Wald gerodet werden müsste, um den erforderlichen Platz für den neuen Deich zu schaffen.

Wege als Grenzen

Gestelle werden die den Darßwald durchziehenden Wege genannt. Die Bezeichnung gründet sich auf die erste preußische Forsteinrichtung. Gestelle haben die einzelnen Abteilungen der Waldeinrichtung begrenzt. Die von Nord nach Süd verlaufenden Gestelle haben kleine Buchstaben, die von West nach Ost verlaufenden Wege tragen Großbuchstaben.

Im Nationalparkamt, selbst nicht für die Planung zuständig, sorgen die möglichen Konsequenzen des Hochwasserschutzes für Prerow für Sorgenfalten auf den Stirnen. Zu präsent ist noch die laute Kritik im Zusammenhang mit dem Deichbau auf dem Ostzingst. Dort wurde für den Bau des Riegeldeichs eine breite Schneise in den Wald im Nationalpark geschlagen – eine Wunde, deren Heilung Jahre dauern wird.

Aber: Der Hochwasserschutz hat Vorrang, betont Annette Beil von der Nationalparkverwaltung. Prerows Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft) sind aktuelle Planungen unbekannt. Ja, über den Bau eines neuen Deichs parallel zum g-Gestell wurde geredet. Der Wall solle bepflanzt werden, sodass der sich später als natürliche Erhebung präsentieren würde. Derzeit gebe es aber kein Verfahren, das in Gang gesetzt worden sei.

Vorbereitet wird der Deichbau im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Rostock. Der zuständige Dezernatsleiter ist gestern wegen Urlaubs nicht erreichbar. Laut Schweriner Umweltministerium werde derzeit die Genehmigungsplanung erarbeitet. Aus verschiedenen Varianten werde eine Vorzugslösung entwickelt, so Sprecherin Eva Klaußner-Ziebarth: „Diese muss aber erst noch das Genehmigungsverfahren durchlaufen.“ Und: Die Vorzugslösung beinhalte auch Holzungen in der Trasse des geplanten Walls. Vorabstimmungen mit der Forstbehörde seien durch die Planfeststellungsbehörde (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie) erfolgt. Das Gebiet des Nationalparks sei nicht betroffen. „Sofern diese Planungen genehmigt werden, wird das Land für den Eingriff in Natur und Landschaft einen Ausgleich leisten“, so Eva Klaußner-Ziebarth. Ursprünglich hat das Ostseebad zusammen mit dem Nationalparkamt über dem Küstenschutz gebrütet. Weil das Amt im Gegensatz zu Prerow einen ortsnahen Hochwasserschutz favorisierte, wollte die Kommune eine grundsätzliche Klärung des Wasserregimes im Nationalparkwald – in der Folge stieg Prerow aus den gemeinsamen Planungen aus.

Timo Richter

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