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Seebrücke soll untersucht werden

Prerow Seebrücke soll untersucht werden

Was kostet der Erhalt? — Gemeinde holt Angebote von Ingenieurbüros ein / Beim Land waren diese Gutachten im Zuge des Baus des Ersatzhafens ohnehin vorgesehen

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Die Prerower Seebrücke soll für den Bau des Ersatzhafens verlängert werden.

Quelle: Bernd Wüstneck

Prerow. Die Diskussionen um die Seebrücke in Prerow reißen nicht ab. Mit der Mehrheit aus Gewerberverein und Handwerker ist in der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend beschlossen worden, Kostenschätzungen für die Instandsetzung und den Erhalt der Seebrücke für die nächsten 50 Jahre erarbeiten zu lassen. Ausgangspunkt war ein Antrag vom 2.

Das wäre rausge- schmissenes Geld.“René Roloff (Prerows Zukunft), Bürgermeister

stellvertretenden Bürgermeister Ralf Lohmeyer (Fraktion Gewerbeverein). Mit dem Beschluss werden nun Angebote von Ingenieurbüros eingeholt.

Laut Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft) soll nach Eingang der Angebote nochmals darüber diskutiert werden, ob diese Gutachten erstellt werden. Er selbst hält sie für überflüssig. „Das wäre rausgeschmissenes Geld“, sagte der Bürgermeister während der Sitzung. Hintergrund dieser Äußerung ist, dass sich das Land mit einem Schreiben an die Gemeinde gewandt habe. Darin sei erklärt worden, dass diese Untersuchungen im Zuge der Planungen für den neuen Nothafen an der Prerower Seebrücke vom Land übernommen und demnach auch bezahlt werden sollen.

Dennoch soll auch die Gemeinde eigene Gutachten beauftragen so die Befürworter. Schließlich könnten die Untersuchungen des Landes möglicherweise andere Ergebnisse zutage bringen. Darüber hinaus solle eine gewisse Planungssicherheit erlangt werden. Buchhalterisch sei die heutige Seebrücke — 1993 gebaut — abgeschrieben. Dennoch seien in den vergangenen Jahren keine Rücklagen gebildet worden, um etwa eine Grundsanierung oder einen Neubau quasi aus dem Stand bezahlen zu können.

Durch den Vertrag mit dem Land über die Nutzung der Seebrücke sei die Gemeinde über Jahrzehnte verpflichtet, eine nutzbare Seebrücke vorzuhalten. „Wir haben nicht mehr die Freiheit zu sagen, wir wollen keine Seebrücke mehr“, so Ralf Lohmeyer. Das könnte etwa der Fall sein, falls unvorhergesehene Ereignisse die Seebrücke so sehr beschädigen, dass eine Erneuerung für die Gemeinde zu teuer wäre oder der Gemeindehaushalt an sich eine Unterhaltung der Seebrücke nicht mehr hergebe. „Es ist eine Zeitfrage, wann Sanierungsmaßnahmen in größerem Umfang notwendig sind“, sagte der 1.

stellvertretende Bürgermeister Andreas Meller (Gewerbeverein). Um zu wissen, was auf die Gemeinde dann zukommen könnte, sollen die Untersuchungen angestellt werden.

Dass sehen im Grunde auch die anderen Gemeindevertreter so. Allerdings sei der Zeitpunkt zu früh gewählt. Die Kosten abzuschätzen sei richtig, „aber wir sollten erst einmal abwarten, noch ist alles im Fluss“, sagte Henry Plotka (Prerows Zukunft). Denn noch ist gar nicht genau klar, wie die neue Seebrücke am Ende aussehen wird. Fest steht, dass das Land an der Spitze einen Ersatzhafen für den Nothafen Darßer Ort bauen will. Das ist der Pflichtteil des Landes. Doch gleichzeitig hat Prerow die Gelegenheit, eigene Ideen für die Gestaltung der neuen Seebrücke einzubringen, etwa einen Liegeplatz für ein Fahrgastschiff oder eine Veranstaltungsplattform. Das Land hatte bereits signalisiert, diese Extra-Wünsche der Gemeinde mit bis zu 90 Prozent der Kosten fördern zu wollen. Auch beim Unterhalt der neuen Seebrücke solle die Gemeinde nur insofern belastet werden, als sie es ohnehin wäre.

Derzeit gibt die Gemeinde jährlich rund 16000 Euro für Instandhaltungsmaßnahmen aus. Wie hoch dieser Betrag ist, wenn die neue Seebrücke fertig ist, hängt am Ende von deren endgültiger Gestaltung ab. Und die soll laut René Roloff ab Mai mit dem Land besprochen werden.

2020 soll der Nothafen Darßer Ort geschlossen werden. Spästens bis dahin soll der Ersatzhafen an der Prerower Seebrücke fertig sein, die mehr als 500 Meter lang sein wird, derzeit sind es 394 Meter. In der Gemeinde war das Projekt des Landes lange umstritten. 2015 stimmte bei einem Bürgerentscheid eine knappe Mehrheit der Bürger dafür. Bis zuletzt war sich auch die Gemeindevertretung nicht einig. Vor wenigen Wochen hatten Gewerbeverein und Handwerker dem Beschluss des Landkreises widersprochen, dass die zweite Unterschrift unter dem Vertrag von der leitenden Verwaltungsbeamtin des Amtes Darß/Fischland geleistet wird. Die beiden stellvertretenden Bürgermeister hatten ihre Unterschrift verweigert. Der Widerspruch liegt laut René Roloff derzeit beim Landkreis und wird geprüft.

Weiteres aus der Gemeindevertretung

Kurbetrieb: Der Haushalt des Prerower Kur- und Tourismusbetriebs ist rechtskräftig. Das teilte Bürgermeister René Roloff am Donnerstag bei der Gemeindevertretersitzung mit. Nach weiteren Gesprächen mit dem Landkreis, dem Städte- und Gemeindetag sowie dem Innenministerium sei entschieden worden, dass der Haushalt des Kurbetriebs vom Haushalt der Gemeinde abgekoppelt genehmigt werden kann. Laut Bürgermeister René Roloff ein wichtiger Schritt so kurz vor der Saison. Damit seien wichtige Investitionen, etwa für die Neugestaltung der Freilichtbühne oder der Umgestaltung des Eingangs zum Darßmuseum, möglich. Auch die zahlreichen Veranstaltungen des Kurbetriebs in der Urlaubssaison seien damit gesichert, ebenso wie die Einstellung zweier technischer Mitarbeiter. Der Haushalt der Gemeinde ist nach wie vor nicht rechtskräftig.

Planerwerkstatt: Die Gemeindevertreter Prerows haben beschlossen, sich für die Planerwerkstatt der Architektenkammer MV zu bewerben. Voraussichtlich an zwei Tagen im Oktober sollen Architekten, Stadtplaner oder auch Studenten in Prerow die städtebauliche Situation des Ortes unter die Lupe nehmen, sofern die Architektenkammer Prerow auch auswählt. Dafür stehen die Erfolgsaussichten offenbar gar nicht so schlecht. Nach Angaben der Architektenkammer gebe es derzeit keine weiteren Bewerber. Noch in diesem Monat soll die Entscheidung fallen.ron

Von Robert Niemeyer

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