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So viele Wildschweine wie nie geschossen

Born So viele Wildschweine wie nie geschossen

Nationalparkamt macht Jagd auf Schwarzwild und schützt neuen Deich auf dem Ostzingst mit Elektrozäunen

Born. Die höchste Schwarzwild-Strecke überhaupt wurde im vergangenen Jagdjahr auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gemacht. Rund 330 Wildschweine wurden vom 1. April 2015 bis Ende März dieses Jahres geschossen, wie Gernot Haffner, der Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern mit Sitz in Born, sagt.

 

OZ-Bild

Das Zu- trauen in die Selbst-Regene- ration der Na- tur fehlt zuwei- len etwas.“Gernot Haffner, Leiter Nationalparkamt

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Hoher Wildbestand

330Wildschweine wurden im vergangenen Jagdjahr zur Strecke gebracht. Niemals zuvor wurden so viele Schwarzkittel erlegt. Die Zahl dokumentiert den hohen Wildbestand und die Bemühungen der Nationalparkverwaltung, deren Anzahl zu dezimieren.

Die Abschusszahl dokumentiert nicht nur den hohen Bestand von Wildschweinen auf der Halbinsel, sondern auch die Bemühungen, deren Anzahl zu dezimieren. Immer wieder gibt es Klagen über Schäden durch die Wildschweine sogar innerhalb von Ortschaften (die OZ berichtete mehrfach). Zuletzt war im Internet ein Video aufgetaucht, das weiträumige Schäden an der Grasnarbe des neuen Deichs auf dem Ostzingst zeigte.

Inzwischen ist der Abschnitt vom Zuständigkeitsbereich des Bundes ans Land übertragen worden, sodass hiesige Jäger Wildschweine ins Visier nehmen können. Zudem wird der Deich inzwischen durch Elektrozäune geschützt. „Die Wehrhaftigkeit muss erhalten werden“, lautet die Begründung Haffners für die Maßnahme. Ranger des Nationalparkamtes haben die vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt gelieferten Zäune aufgebaut. Damit soll der neue Deich vor einem weiteren Durchwühlen von nahrungssuchenden Wildschweinen geschützt werden.

In der Vergangenheit haben Jäger aus Zingst nahezu jede mondhelle Nacht genutzt, um gegen die Schwarzkittel auf dem Ostzingst auf die Pirsch zu gehen. „Da wurde ordentlich Strecke gemacht“, freut sich Haffner.

Nicht nur Wildtiere, auch Gäste und Einheimische haben in diesem Jahr den Nationalpark für sich entdeckt. Grund ist die Witterung, die zu einer „signifikanten Steigerung“ der Teilnehmerzahlen bei den Führungen der Mitarbeiter des Nationalparkamtes geführt hat. Laut Haffner wurde die Kapazitätsgrenze mehrmals erreicht, sollen doch alle Teilnehmer die Erläuterungen der Ranger mitbekommen. Vor allem Familien hätten sich in diesem Jahr als aufmerksame und interessierte Teilnehmer der Führungen erwiesen. Die Praktikanten der Umweltbildung der Nationalparkverwaltung haben reagiert und speziell für Familien konzipierte Führungen auf die Beine gestellt. „Wir erreichen viel mehr Menschen, die den Nationalpark-Gedanken weitergeben“, ist Haffner überzeugt.

Die Vielzahl von Menschen in dem Schutzgebiet führt aber auch zu Problemen: Falschparker, Hundehalter, die ihre Vierbeiner frei laufen lassen, das Übernachten im Nationalpark oder das Entzünden von Feuer macht den Rangern das Leben schwer. So wurde zufällig ein schwelendes Feuer bei Bliesenrade entdeckt und konnte gelöscht werden, bevor „ein großes Ding“ daraus werden konnte, wie der Leiter des Nationalparkamtes sagt. Grobe Verstöße wie Quadrennen am Darßer Ort oder die Jagd mit motorisierten Gleitschirmen auf Hirsche am Pramort wie im vergangenen Jahr seien bislang aber ausgeblieben.

Dennoch: Deutlich mehr als 300 Ordnungswidrigkeiten-Verfahren wurden bislang eingeleitet, dazu unzählige Ermahnungen. Nicht entdeckte Vergehen im Schutzgebiet will Gernot Haffner erst gar nicht beziffern.

Insgesamt registriert der Amtsleiter eine wachsende Akzeptanz des Nationalparks bei der Bevölkerung auf der Halbinsel. „Nur gemeinsam kommen wir weiter“, ist Haffner überzeugt. Probleme gebe es im Wesentlichen nur, wenn persönliche Interessen mit denen der Entwicklung des Nationalpark kollidieren. Zuletzt hat es vor allem im Zusammenhang mit der Aufgabe der Waldbehandlung kritische Stimmen gegeben. „Kritiker sahen darin den Untergang der Kulturleistung früherer Jahre“, sagt Haffner. So wurde der Wald auf dem Darß nach intensiver wirtschaftlicher Nutzung aufwändig aufgeforstet. Diese „Ordnung“ würden einige durch das Einstellen der Waldbehandlung in Gefahr sehen. Haffner hält dagegen: Der Wald regeneriert sich selbst. Das Vertrauen darauf fehle allerdings noch manchmal. Mit dem Nationalparktag am 10. September in Wieck wird wieder für den Gedanken des Nationalparks geworben.

Timo Richter

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