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Ultra-Marathon soll in Zingst starten

Zingst Ultra-Marathon soll in Zingst starten

Henry Fiddike und Jörg Beyer planen den längsten Lauf Mecklenburg-Vorpommerns

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Halbzeit in Ribnitz: Henry Fiddike (r.) und Jörg Beyer organisieren den Ultra-Marathon.

Quelle: Carolin Riemer

Zingst. Es wird der längste Lauf, den es in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Henry Fiddike (53) und Jörg Beyer (51) haben sich etwas ganz Großes vorgenommen: Sie planen einen Ultra-Marathon um den Saaler Bodden. Als Start- und Zielpunkt haben sie die Zingster Seebrücke auserkoren. 104,1 Kilometer sollen die Teilnehmer zwischen Bodden und Ostsee zurücklegen. Am 9.

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Henry Fiddike und Jörg Beyer planen den längsten Lauf Mecklenburg-Vorpommerns

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Der Ultra-Marathon soll künftig jährlich stattfinden. Auch ein Staffel- oder Wechsellauf ist möglich.“Henry Fiddike, Bankkaufmann und Extrem-Sportler aus Zingst

September 2017 fällt der erste Startschuss.

Vor wenigen Tagen testeten die beiden Extrem-Sportler die Strecke. Es gibt viele Fragen, die geklärt werden müssen: Wo sollen Versorgungspunkte entstehen, wo Streckenposten den Weg weisen und wie lange dauert es überhaupt, 104,1 Kilometer zu Fuß zurückzulegen? Für Henry Fiddike war es der längste Lauf seines Lebens. 18 Stunden, 36 Minuten und drei Sekunden war er unterwegs – eine sportliche Höchstleistung.

Jörg Beyer aus Rövershagen, Bundespolizist und ebenfalls erfahrener Läufer, begleitete ihn auf dem Fahrrad. Hartmut Fiddike (74), Vater von Henry, einstiger Sportlehrer und Teil des kleinen Organisationsteams, versorgte beide Sportler an insgesamt 16 Stationen mit Wasser, trockener Kleidung und allem, was das Läuferherz begehrt – beispielsweise mit Bananen und Zitronenscheiben.

„Zwischenzeitlich war es ganz schön hart“, sagt Henry Fiddike. Wenn er nicht gerade läuft, arbeitet er als Bankkaufmann in Frankfurt am Main. Im Morgengrauen um 4.30 Uhr starteten Fiddike und Beyer in Zingst. Im Naturschutzgebiet vertrieben sie die letzten Wildschweine mit lautem Händeklatschen und am Saaler Bodden zwischen Breesewitz und Pruchten liefen sie dem Sonnenaufgang entgegen. „Die Strecke bietet sehr viel fürs Auge und ist äußerst abwechslungsreich.“ Henry Fiddike denkt beim Laufen nie an die gesamte Strecke, sondern teilt sie sich in einzelne Teilabschnitte ein. „Ansonsten ist das zu groß, zu viel. Das macht das Hirn nicht mit.“

Am Ribnitzer Hafen war die Hälfte der Strecke, nicht aber der Läufer geschafft – keine Schweißperle auf der Stirn, nicht einmal außer Atem war Henry Fiddike. „Er hat mich sogar abgehängt, obwohl ich auf dem Rad fuhr“, erzählt Jörg Beyer lachend. Dabei gehe es dem Organisationsteam gar nicht um Schnelligkeit, berichtet Vater Hartmut Fiddike. „Wir wollen abseits des Saisonbetriebes ein Highlight für die Region schaffen. Einen beständigen Lauf, für den es sich lohnt, Werbung zu machen. Sozusagen den großen, aber jüngeren Bruder des Darß-Marathons.“

Die meiste Zeit führt die Strecke über Radwege. Lediglich fünfmal müsse eine Straße überquert werden. „Die Zustände der Wege sind so gut, dass sich auch Teilnehmer auf dem Rad problemlos anmelden können. Sogar mit einem Damenfahrrad ist das gut machbar“, sagt Beyer. Ein sogenannter Wechsellauf schwebt ihnen vor: Paare, die abwechselnd laufen und auf dem Rad fahren, eventuell auch ein Staffellauf, bei dem sich einzelne Teams die Mammut-Strecke teilen.

Zwischen Dierhagen und Wustrow geht es am Strand entlang. Es ist wohl der härteste Part. Das brachte nämlich auch Henry Fiddike kurzzeitig an seine Grenzen. „Mehrmals musste ich auf den Buhnen durchatmen. Um im Sand vorwärts zu kommen, benötigt man doppelt so viel Kraft.“ Doch Fiddike erholte sich als es hinter Wustrow auf dem Fischland-Darß-Zingst-Radweg weiterging. Er genoss den Ausblick von der Ahrenshooper Steilküste und die frische Waldluft im Nationalpark vor Zingst. „Ein Ultra-Marathon kann entspannter sein als ein Marathon-Lauf“, ermutigt Jörg Beyer zur Teilnahme. Es komme immer darauf an, ob der Läufer sich ein Zeit-Limit gesetzt hat. Beyer und Fiddike schätzen, dass ein Läufer, der einen Marathon in etwa 3,5 Stunden zurücklegt, für den Ultra-Marathon um den Saaler Bodden etwa elf Stunden benötigt. „Das kommt natürlich darauf an, wie viele Pausen man sich gönnt.“

Gespräche mit Bürgermeister Andreas Kuhn und den ersten Sponsoren gab es schon – der erste Schritt in Richtung Ultra-Marathon. Und das Gemeindeoberhaupt freut sich schon auf den Lauf: „Super! Für sportliche Großevents bin ich immer zu haben. Das bringt den Ort touristisch voran.“ Auch die Firma Ostseeland-Immobilien von Heiko Groß und Thoralf Müllers Agentur „Sundwerbung“ haben die Extrem-Sportler bereits ins Boot holen können. „Der Lauf soll sich in der Region etablieren“, wünscht sich Fiddike. Etwa 37 Läufe hat er persönlich bereits hinter sich – hauptsächlich Marathon-Läufe.

Bei seinem Sport-Kollegen Jörg Beyer sind es sogar schon mehr als 50. Sein persönlicher Rekord: „In Delmenhorst habe ich 177 Kilometer in 24 Stunden geschafft.“

Im Organisationsteam läuft alles rund

104,1Kilometer geht es am 9. September des kommenden Jahres von Zingst über Pruchten, Saal, Ribnitz-Damgarten, Ahrenshoop und Wustrow zurück nach Zingst. Der Ultra-Marathon ist damit der längste Lauf, der in MV organisiert wird. Mit 75 Kilometern liegt der Müritz-Lauf dann auf dem zweiten Platz.

Der Ultra-Marathon um den Saaler Bodden solle keine Konkurrenz zum Darß-Marathon darstellen. Durch seine extreme Länge spreche er eine andere Läuferschaft an.

Carolin Riemer

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