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Unbekannt, aber für gut befunden

Zingst Unbekannt, aber für gut befunden

Mitgliederversammlung der Tourismusverbandes Fischland-Darß-Zingst: Gute Zahlen versus allerlei Hürden

Zingst. 5,9 Prozent mehr Übernachtungen im vergangenen Jahr, mit knapp fünf Tagen eine längere Aufenthaltsdauer der Gäste und auch in diesem Jahr wurde bis Ende März mit knapp 310000 Übernachtungen ein Zuwachs gegenüber dem gleichen Zeitraum 2015 verzeichnet. Das sind die Zahlen, die Thomas Sievert, der Vorsitzende des Tourismusverbandes Fischland-Darß-Zingst, gestern im Hotel Vier Jahreszeiten in Zingst bei der Mitgliederversammlung vorgestellt hat. Auch die Marketingaktivitäten des Verbandes könnten sich sehen lassen. 127000 Besucher auf der Verbands-Homepage, steigende Gefällt-mir-Klicks bei Facebook, auch die Bekanntheit steigt. Deshalb könnten die Touristiker auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und überhaupt in der Region rund um den Bodden eigentlich zufrieden sein. Doch offenbar fehlt es noch an einigen Stellen. „Fischland-Darß- Zingst ist beliebt, aber unbekannt“, sagte Maike Berndt von der Tourismusberatungs-Agentur dwif-Consulting aus München.

 

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Maike Berndt

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Zahlen und Daten

116 Mitglieder hat der Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst derzeit. Dazu gehören nicht nur die Gemeinden rund um den Bodden, sondern auch Gemeinden im Hinterland wie etwa Marlow.

1991 wurde er als Regionaler Fremdenverkehrsverband Fischland-Darß-Zingst mit Sitz in Ahrenshoop gegründet. 1997 wurde der Verband in Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst umbenannt. Sitz seitdem: Löbnitz.

Berndt und ihre Mitarbeiter erarbeiten derzeit eine Tourismusstrategie für die Region. Dazu hatte es im April einen Workshop mit Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern des Tourismusverbandes gegeben.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass es Nachholbedarf gibt. „Es geht nicht mehr nur um Tourismusmarketing, der Tourismusverband muss eine Gemeinwohlorganisation werden“, sagte Maike Berndt. Damit ist gemeint, dass nicht nur Urlauber angeworben werden, sondern der Tourismusverband sich auch für Fachkräftesicherung, Wohnraum für Arbeitskräfte oder auch die Infrastruktur verantwortlich fühlt. „Das heißt aber nicht, dass wir Arbeitskräfte ranholen oder Wohnraum bauen“, sagte Thomas Sievert. Vielmehr gehe es darum, auch in diesen Bereichen Kontakte zu knüpfen, um die Entwicklung voranzutreiben.

Einer der wesentlichen Punkte ist weiterhin die Markenbildung. Der Tourismusverband hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Profil der Marke Fischland-Darß-Zingst zu schärfen, beispielsweise durch einen markanteren Namen oder die Konzentration auf die besonderen Vorzüge der Region, um besser wahrgenommen zu werden. Ein Problem beispielsweise sei, dass die Halbinsel im Marketing des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern gegenüber Rügen und Usedom, die als sogenannte Zugpferde beworben werden, ins Hintertreffen gerät. „Mein Ziel ist, in der TMV-Liste als Zugpferd aufgeführt zu werden“, so Thomas Sievert.

Zu den ewigen Problemen auf der Halbinsel gehört auch die Infrastruktur. Die dwif-Consulting GmbH erarbeitet derzeit auch mit dem Zweckverband Maritimer Lückenschluss Warnemünde-Stralsund eine Strategie für den Verkehr. „Das muss aber eine ganzheitliche, nachhaltige Strategie sein und darf nicht nur den ÖPNV betrachten“, so Maike Berndt. In Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband, der vor allem dann für die Bekanntmachung der neuen Verkehrsmöglichkeiten zuständig sein soll, soll die Strategie umgesetzt werden. Der Zweckverband erarbeitet derzeit einen Förderantrag, um im kommenden Jahr das Konzept für die Infrastrukturstrategie erarbeiten zu lassen.

Doch all das geht nur gemeinsam. Das sei im Bereich der Verbandsgebietes auch Konsens. Ein Blick auf die Karte zeigt jedoch ein anderes Bild. Der Darß ist mit seinen Gemeinden nicht im Tourismusverband vertreten. „Aber wir brauchen alle Gemeinden“, erklärte Thomas Sievert.

Doch der Weg dahin muss vom Tourismusverband ausgehen. Erst die Strategie umsetzen, um damit die Darß-Gemeinden zur Rückkehr zu bewegen, oder wie Thomas Sievert sagte: „Der Verband muss wieder so sexy werden, dass die anderen wieder mitmachen wollen.“

Robert Niemeyer

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