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Fischland-Darss Vermeintlich verkeimte Leitung sorgte für Baupause
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Fischland-Darss Vermeintlich verkeimte Leitung sorgte für Baupause
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00:00 01.12.2017
Prerow

Der Ausbau der Langen Straße im einstigen Ortskern von Prerow wird nicht mehr in diesem Jahr fertig. Grund waren Keime, die in einer Probe an der neuen Trinkwasserleitung gefunden wurden, wie Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft) auf Nachfrage sagt. Am Montag vergangener Woche wurde letztmalig eine Wasserprobe genommen. Diese erwies sich schließlich als einwandfrei.

Vorbereitung für die neue Wasserleitung in der Langen Straße in Prerow: Gestern sollte mit der Umstellung begonnen werden. Quelle: Foto: Timo Richter
Die Verzögerung führt nicht zu finanziellen Nachteilen für Anwohner und die Gemeinde.René Roloff, Bürgermeister in Prerow Quelle: Foto: Timo Richter

Die Arbeiten haben wieder begonnen. Noch gestern sollten die Anlieger an die neue Leitung angeschlossen werden. Finanzielle Auswirkungen wird die Verzögerung laut des Bürgermeisters weder auf die Anwohner noch auf die Kommune haben. „Auch Fördergeld ist nicht in Gefahr.“ Zu den Feiertagen hin wird eine provisorische Straße gebaut, damit Anwohner ihre Grundstücke mit dem Auto erreichen können.

Trotz der negativen Probe konnte eine Verkeimung der neuen Trinkwasserleitung nicht festgestellt werden. Um die Existenz Bakterien innerhalb des System auszuschließen, wurden auch im Umkreis der Baustelle in Prerow Proben entnommen – etwa innerhalb des Ortes, aber auch am Wasserwerk Peters Kreuz im Darßwald. Nirgends konnten Bakterien nachgewiesen werden. Vermutlich ist die negative Probe auf einen Fehler bei der Entnahme zurückzuführen. Nachdem die letzte Probe zu keinerlei Beanstandung führte, geht der Straßenbau im historischen Zentrum Prerow nun planmäßig weiter.

Die Unterbrechung der Arbeiten begründet Roloff mit der alten Trinkwasserleitung. Die habe im Weg gelegen. Somit kamen die Arbeiten zum Erliegen, denn bis zur Freigabe der neuen Leitung wurde der alte Strang noch gebraucht. Nun aber geht es mit Volldampf weiter.

Ausdrücklich bedauert René Roloff es, dass die Straße nun doch nicht wie ursprünglich geplant, binnen Jahresfrist fertiggestellt werden kann. Ein kleines Trostpflaster ist die wenigstens zeitweilige provisorische Befahrbarkeit der Langen Straße zwischen Wiecker Weg und Hafenstraße. Verzichtet wird während dieser Zeit auf den Einbau einer mitten auf der Fahrbahn verlaufenden Regenrinne aus Granit. Die Steine würden ohne Asphaltierung einen gefährlichen Absatz darstellen. Die Rinne wird erst kurz vor dem Aufbringen der Fahrbahndecke gebaut.

Ungeklärt ist derweil auch noch, in welcher Art und Weise die Buchestraße ab Hagenstraße in westlicher Richtung ausgebaut wird. Beschlossen wurde seinerzeit, diesen längeren Abschnitt als Tempo

30-Zone mit einem Gehweg auszubauen. Diese Variante wird auch von der Mehrzahl der Anwohner favorisiert. So wurden die Bauarbeiten auch ausgeschrieben und vergeben. Inzwischen fordert aber der stellvertretende Bürgermeister Andreas Meller (Gewerbeverein) allerdings den Ausbau der Buchenstraße zu einem verkehrsberuhigten Bereich, also einer sogenannten Spielstraße. Roloff geht davon aus, dass die Straße in der beschlossenen Variante gebaut werden kann, so seien die Arbeiten schließlich verbindlich vergeben worden. Sollte am Ende doch anders als ursprünglich vorgesehen gebaut werden, hofft der Bürgermeister auf einen baldigen Beschluss, damit möglicherweise nicht mit der dann „falschen“ Ausbauvariante begonnen werde.

Timo Richter

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