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Winterlandschaften im Zingster Museum

Zingst Winterlandschaften im Zingster Museum

Gezeigt werden zwölf Gemälde des Malers Franz Pflugradt, der 1946 in Zingst verstarb.

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Museumsmitarbeiterin Petra Grigat vor einem Gemälde des Künstlers Franz Pflugradt.

Quelle: Fotos: Elke Erdmann

Zingst. Eine Sonderausstellung mit Werken des Malers Franz Pflugradt belebt derzeit das Museum in Zingst. Es sind zwölf, zumeist großformatige Gemälde. Die einzige Bleistiftzeichnung „Pütte“ bei Stralsund, datiert auf den 1. August 2003, eröffnet den Reigen. Im Motiv eine Mühle mit Gehöft. Der Maler nutzte dieses Blatt als Vorarbeit für das Bild „Ernte vor Pütte“, das eine fünfköpfige Personengruppe auf einem Kornfeld vor dem Hintergrund des Mühlengehöftes zeigt. Diese genauen Angaben lassen auf den zeitweiligen Wohnsitz in Stralsund schließen. Hier malte er auch den Blick über den Sund auf die Stadt mit den drei riesigen Kirchtürmen. Im Bildvordergrund schäumt ein Frachtschiff vorbei.

OZ-Bild

Gezeigt werden zwölf Gemälde des Malers Franz Pflugradt, der 1946 in Zingst verstarb.

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Über Franz Pflugradt ist wenig bekannt. Überlieferte Geschichten ranken sich um sein Leben und Schaffen, das in der Kunstliteratur nicht aufgearbeitet ist. Er wurde 1861 in Peenewerder bei Demmin als Sohn eines Gutspächters geboren. Die Mutter, die das Kind zu Welt brachte, wird nicht erwähnt. Franz arbeitete bis zu seinem 27. Lebensjahr in der Landwirtschaft, studierte von 1888 bis 1892 an der Berliner Kunstakademie bei Eugen Bracht und Max Koner Malerei. Während dieser Zeit lebte er bei seinem Onkel Gustav Pflugradt. Die Urgroßmutter von Franz Pflugradt, Catharina Dorothea Sponholz, geborene Friedrich, Pfarrersfrau zu Breesen, war die Schwester des Malers Caspar David Friedrich. Den Kern der Schau bilden Winterlandschaften. Hier zeigt sich der Künstler als Lichtmaler. Er hat die Farben pastos aufgetragen, aber an knorrigen Baumriesen leuchten bizarre Buchenblätter. Der Schnee reflektiert die Farben der Umgebung. Ein Motiv zeugt von der Waldwirtschaft und der schweren Arbeit der „Holzarbeiter im Winterwald“, die sich während einer Pause am Feuer wärmen und sich ein Süppchen kochen. Eine Axt steckt in einem großen Baumstumpf, der gefällte Baum ist bereits astfrei.

Franz Pflugradt widmet sich auch dem Jagdthema. Man pirscht, und wenn man müde ist, klappt man seinen Sitzstock auf und ruht aus. Zu sehen ist nur der Stock, der dem Stachel eines Cellos gleicht. Der Betrachter bekommt das Gefühl, als gehöre er zur Jagdgesellschaft.

Susanne Stiehler, kommissarische Leiterin des Museums, gestaltete die Ausstellung, die durch Leihgaben aus dem Museum Stralsund und aus dem Privatbesitz möglich ist. Die „Steilküste“, vermutlich von Hiddensee, steuerte Helga Siebenbaum aus Zingst bei. „Ich habe das Bild schon in meiner Kindheit geliebt und es von meinen Eltern geerbt“, sagt sie. Die 81-Jährige erinnert sich noch an Franz Pflugradt, der bis zu seinem Tod 1946 in Zingst armselig lebte. „Ich war elf Jahre alt, als er starb. An kalten Wintertagen hängte er sich eine Decke um, wenn er unterwegs war. Er wohnte in der Nähe vom Kolonialwarenladen Scheel.“ Das war seit 1848 die erste Einkaufsstelle in Zingst.

„Die Ausstellung passt zur Jahreszeit“, bemerkt Museumsmitarbeiterin Petra Grigat mit einem Blick in die Runde und ergänzt ein bisschen wehmütig: „Wir ernten noch, was Bernd Koppehele als Museumsleiter gesät hat.“

Die Sonderausstellung im Museum in Zingst, Strandstraße 1 – 3A, kann noch bis zum 28. Mai besucht werden. Das Museum hat donnerstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet, ab Gründonnerstag von 10 bis 18 Uhr.

Elke Erdmann

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