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Zahl der Windräder vorm Darß soll um das Fünffache wachsen

Prerow Zahl der Windräder vorm Darß soll um das Fünffache wachsen

Bremer Unternehmen will 103 jeweils 175 Meter hohe Windenergieanlagen bauen und betreiben / Energieministerium in Schwerin sieht Projekt in weiter Ferne

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Prerow. 103 Offshore-Windenergieanlagen will die OWP Gennaker GmbH mit Sitz in Bremen rund 15 Kilometer vor der Küste der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst errichten und betreiben. Möglich macht dies das vor allem bei Touristikern höchst umstrittene Landesraumentwicklungsprogramm. Das weist um den bestehenden Windpark „Baltic 1“ mit 21 Windrädern großzügige marine Vorrangflächen für weitere Windenergieanlagen aus.

OZ-Bild

Bremer Unternehmen will 103 jeweils 175 Meter hohe Windenergieanlagen bauen und betreiben / Energieministerium in Schwerin sieht Projekt in weiter Ferne

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Ein Sprecher des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern mit Sitz in Stralsund bestätigt das Vorhaben des Bremer Unternehmens unter dem Dach der WPD AG, einem eigenen Worten zufolge „umsetzungsstarken Partner bei der Entwicklung und Finanzierung sowie dem Bau und Betrieb von Windparks an Land und auf See“. Der Windpark soll die Bezeichnung „Gennaker“ erhalten. Laut Staatlichem Amt für Landwirtschaft und Umwelt sollen die Windenergieanlagen voraussichtlich im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden.

Die 175 Meter hohen Anlagen haben eine Gesamtkapazität von gut 865 Megawatt. Zum Vergleich: Der Windpark „Baltic 1“ hat den Angaben der Betreiberin EnBW AG ein Leistung von gut 48

Megawatt. Die Leistung des geplanten Windparks „Gennaker“ ist knapp 18 Mal so groß. In dem sieben Quadratkilometer großen Offshore-Windpark „Baltic 1“ könne der Strom für 50000 Haushalte erzeugt werden. Die 21 Anlagen sind jeweils 115 Meter hoch.

Als Nebeneinrichtungen gehören zu den geplanten Windenergieanlagen zwei baugleiche Umspannplattformen sowie die interne Verkabelung. Die OWP Gennaker GmbH hat die immissionsrechtliche Genehmigung beantragt. Ab kommender Woche sind die Unterlagen einen Monat lang öffentlich einzusehen. Möglich ist das zu den üblichen Geschäftszeiten in der Zingster Gemeindeverwaltung. Einwendungen können bis zum 1. November geltend gemacht werden.

Doch ist das alles nur heiße Luft? WPD-Sprecher Christian Schnibbe will sich offiziell zu dem Projekt gar nicht äußern. Das Vorhaben sei in der Planung weit vorangekommen. Details will der Unternehmenssprecher mit Verweis auf planungsrechtliche Aspekte nicht nennen. Sogar ein Scheitern des Projekt des mittelständischen Unternehmens ist noch möglich.

Die Landesregierung hält eine Verzögerung dagegen für wahrscheinlich. Das Projekt Gennaker werde erst nach dem Stichtag erörtert und kann sich darum erst ab 2026 an einer Ausschreibung beteiligen, heißt es seitens des Energieministeriums. Gleichzeitig legt das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt die Planung aus und beginnt damit die öffentliche Bürgerbeteiligung als Teil des Genehmigungsverfahrens.

Ein Scheitern wäre dem Prerower Bürgermeister René Roloff (Prerows Zukunft) in einer ersten Reaktion auf die Pläne am liebsten. „Das ist nicht die Kulisse, die wir für unsere Urlauber haben wollen.“

Die Planungen kollidierten mit dem Gedanken, den Gästen eine möglichst unberührte Natur, wie es im Nationalpark praktiziert werde, nahe zu bringen.

Vom Anblick der bestehenden Windenergieanlagen fühlt sich beispielsweise Urlauberin Eva Pankow nicht gestört. Fünfmal so viele Windräder würden den Eindruck schon sehr stören, so die Einschätzung der Berlinerin. Angaben eines Stalu-Sprechers würden die Windenergieanlagen sogar noch näher an die Küste rücken, als die bestehenden. „Kampflos werden wir diese Planungen nicht hinnehmen“, verspricht der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn.

Leistungssteigerung

103Windenergieanlagen will die OWP Gennaker GmbH mit Sitz in Bremen rund 15 Kilometer nördlich der Küste des Darß errichten und betreiben.

Die Anlagen sollen 175 Meter hoch sein. Derzeit drehen sich im Windpark „Baltic 1“ 21 Windräder, die 115 Meter hoch sind.

865Megawatt beträgt die Kapazität der geplanten neuen Windenergieanlagen vor dem Darß. Deren Leistung ist damit knapp 18 Mal so hoch, die derzeit im Windpark „Baltic 1“ erzeugt wird.

Timo Richter

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