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Zingst kocht international: Kibbeh und Eierkuchen

Zingst Zingst kocht international: Kibbeh und Eierkuchen

Im Zingster Lesecafé wurden gestern gleich mehrere Vorurteile abgebaut. Erstens: Viele Köche verderben nicht den Brei, sondern es entsteht ein typisch syrisches Gerichts namens Kibbeh.

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Von links: Monaf Almlahan (20), Abdullah Alrmila (25), Manfred Donderski (80) und Gabriela Apel (54).

Quelle: Carolin Riemer

Zingst. Im Zingster Lesecafé wurden gestern gleich mehrere Vorurteile abgebaut. Erstens: Viele Köche verderben nicht den Brei, sondern es entsteht ein typisch syrisches Gerichts namens Kibbeh. Und zweitens: Syrische Männer kochen gern für ihre Frauen und lassen sie nicht allein am Herd stehen.

Zwölf Syrer teilten sich gestern mit ebenso vielen Deutschen die Küche. Pastor Harald Apel steuerte sein Leibgericht dazu — Eierkuchen. Der 58-Jährige ist froh, dass sich die Stimmung im Ort entspannt hat. In einer Einwohnerversammlung vor einigen Wochen blickten noch viele Einheimische skeptisch und oft auch ängstlich in die Zukunft, als sie von der Ankunft der syrischen Flüchtlinge erfuhren. „Und da die Befürchtungen nicht eintrafen, kein Syrer bislang ein Huhn klaute oder eine Frau belästigte, beruhigt sich auch die Situation“, sagt Apel. Viele Zingster seien bereit, sich der Herausforderung der Zeit zu stellen.

Eine von ihnen ist Jutta Hartung (58): „Es gab so viele Vorbehalte, dass ich mich moralisch verpflichtet fühle. Außerdem möchte ich auch wissen, wie ein typisches syrisches Gericht gekocht wird.

Kartoffelsuppe kennen wir ja alle.“ Jana Brüshaber (48) brachte ihre 15-jährige Tochter Leoni mit ins Lesecafé. Sie sei entsetzt über die Versammlung gewesen. „Die Argumente, dass der Tourismus leidet, wenn wir Menschen helfen, die vor Krieg fliehen, kann und will ich einfach nicht nachvollziehen.“ Ein bisschen kicherten die syrischen Frauen als sie sahen, dass sich auch Hans Hartung (70) eine pinkfarbene Schürze umband und etliche Zwiebeln schnitt. Hanan Safia (37) beäugte ihn belustigt, während ihr Verlobter Shadi Alhag (23) erklärte, dass er auch in seiner syrischen Heimat Salamia oft für seine Verlobte gekocht habe. Er sei froh, nun erst einmal in Zingst in Sicherheit leben zu dürfen und erklärte, dass es sich bei Kibbeh um so etwas wie eine deutsche Grütze mit Rindfleisch handelt.

Von Carolin Riemer

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