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Zu große Gauben: Kreis droht mit Abriss

Born Zu große Gauben: Kreis droht mit Abriss

Verstoß gegen Borner Gestaltungssatzung kann für Sorina und Lothar Schuhmann fatale Folgen haben

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Sorina Schuhmann vor dem Aufsteller vor ihrem Haus, auf dem sie über den drohenden Abriss informiert. FOTO: TIMO RICHTER

Born. . Weil zwei Gauben nicht der Borner Gestaltungssatzung entsprechen, droht die Untere Bauaufsicht der Kreisverwaltung Sorina und Lothar Schuhmann mit dem Abriss ihres Gebäudes. Drei Monate haben sie Zeit, das Haus in der Straße Im Moor zu beseitigen, heißt es in einer Verfügung des Rechts- und Kommunalaufsicht. Die Eigentümer wollen das nicht hinnehmen, und „haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Sache auf Behördenebene zu lösen“, wie Lothar Schuhmann sagt. „Ich habe eine solche Posse nie für möglich gehalten.“

„Mein Vertrauen in den Rechtsstaat ist zutiefst erschüttert.Sorina Schuhmann Bauherrin

Das Wohnhaus der Urgroßeltern der Bauherrin sollte um- und ausgebaut werden, drei Ferienwohnungen entstanden. Für die Maßnahme wurde bereits im September 2014 eine Baugenehmigung erteilt. Im Januar stellte die Rechts- und Kommunalaufsicht eigenen Worten zufolge während einer Ortsbesichtigung in Born fest, dass das Vorhaben den Festsetzungen der Gestaltungssatzung des Boddendorfes widerspricht. Einen Tag später wurde ein Baustopp verhängt. Auch ein späterer Antrag des Paares, von der Gestaltungssatzung abweichen zu dürfen – die Gemeindevertreter hatten der beantragten Abweichung für den Bau größerer und asymmetrisch angeordneter Gauben zur Straßenseite hin sogar zugestimmt – war nicht von Erfolg gekrönt.

In einem Rundschreiben, verteilt im Geltungsbereich der im vergangenen Jahr modifizierten Gestaltungssatzung, zieht Lothar Schuhmann gegen die Satzung zu Felde. „Zum Schutz und zur geordneten Gestaltung von Born“, heißt es in dem Blatt, „tauge diese Gestaltungssatzung nicht.“ Außerdem seien nicht alle Grundstücke betroffen. Ausnahmen bedürften „größtem Wohlwollen der Gemeindevertreter und der Unteren Baubehörde“. Gehöre der Bauherr zum „inneren Kreis der Macht“ in Born, gelte die Gestaltungssatzung nicht.

Schon die Reform der Satzung infolge eines erst umstrittenen Neubaus in direkter Nachbarschaft zum Anwesen des Bürgermeisters (die OZ berichtete) habe für den Ort fatale Folgen. Damals wurden rund 20 Bauprojekte angezeigt, die der Gestaltungssatzung widersprächen. Das war seinerzeit der Grund, dass sich die Untere Bauaufsicht in Born umgesehen hat.

Mit der Reform, klagt Schuhmann, seien alle Vorhaben aus dem Geltungsbereich genommen worden, nur das Vorhaben seiner Frau nicht. Die Satzung stelle zudem einen erheblichen Eingriff in Eigentumsrechte und Entscheidungsfreiheit derer dar, die nach „willkürlicher Anpassung der Geltungsbereiche“ der Gestaltungssatzung in dem Bereich verblieben seien, führt Lothar Schuhmann in dem Schreiben aus. Die Einschränkungen seien willkürlich und nicht aus der baugeschichtlichen Entwicklung Borns abgeleitet.

Dem widerspricht Bürgermeister Gerd Scharmberg (Bürger für Born). So wurden beispielsweise Bereiche ausgenommen, für die ein Bebauungsplan bestimmte Festlegungen treffe, etwa das Ferienhausgebiet neben dem Sitz des Amtes Darß/Fischland. Das selbst ist ebenso ausgenommen wie das Institut für Fischerei – dort könne mit der Gestaltungssatzung nichts geregelt werden. Die Gestaltungssatzung wurde zwar von der Mehrheit der Gemeindevertreter beschlossen. Durchgesetzt werden die Festlegungen jedoch von der Bauaufsicht. Scharmberg stellt klar, dass vor dem Inkrafttreten der Gestaltungssatzung im Jahr 2002 errichtete Gebäude Bestandsschutz genössen.

Für Lothar Schuhmacher ist dagegen klar: Sollte das Gebäude tatsächlich abgerissen werden, müssten in Born viele weitere Häuser beseitigt werden. „Denjenigen, welche Gebäude, Gebäudeteile oder Einfriedungen besitzen, welche nicht der Gestaltungssatzung entsprechen, droht Rückbau.“

Timo Richter

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