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Zwischen Blockbuster und Kunstfilm: 60 Jahre Kino Prerow

Prerow Zwischen Blockbuster und Kunstfilm: 60 Jahre Kino Prerow

Mitten im Zentrum des Ostseebades Prerow, nur 50 Schritte von der Bushaltestelle entfernt, betreibt Frank Schleich in der Waldstraße sein Kino, das „digitalcinema 2 D & 3 D“.

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Das Kino im Prerower Zentrum gibt es schon seit 1956. Fotos (2): Elke Erdmann

Prerow. Mitten im Zentrum des Ostseebades Prerow, nur 50 Schritte von der Bushaltestelle entfernt, betreibt Frank Schleich in der Waldstraße sein Kino, das „digitalcinema 2 D & 3 D“. Es existiert seit 1956 und ist das einzige „feste Haus“ zwischen Rostock und Stralsund. Vier Stufen führen hinauf zum Saal mit Bodenschräge und 152 Sesseln. Seit 1995 holt der 51-Jährige die Filmwelt in den Kinosaal.

OZ-Bild

Mitten im Zentrum des Ostseebades Prerow, nur 50 Schritte von der Bushaltestelle entfernt, betreibt Frank Schleich in der Waldstraße sein Kino, das „digitalcinema 2 D & 3 D“.

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Ich muss im Hochsom- mer mein Geld verdienen. Dann gebe ich sechs bis sieben Vorstellungen.“

Frank Schleich,

Betreiber des Prerower Kinos

Der Wahlprerower wurde in Barth geboren, lebte gern in Hermannshagen-Heide am Bodden. „Weil sich dort alle gegenseitig helfen.“ Er tauschte seine Maurerkelle gegen Filmrollen ein, kam bereits 1988 zum Kino. Frank Schleich bietet seinen Gästen anspruchsvolle Filme an. Spielte „Die Frau in Gold“, der den spektakulärsten Restitutionsfall von NS-Raubkunst in Österreich aufrollt, zeigte jüngst nach dem gleichnamigen Buch „Ich bin dann mal weg“ die Erlebnisse des deutschen Entertainers Hape Kerkeling auf der fast 800 Kilometer langen Wanderung von Saint-Jean-Piedde -Port in Frankreich bis nach Santiago de Compostela in Spanien. Über den amerikanischen Film „The Hateful eight“ vom Regisseur Quentin Tarantino ist er enttäuscht. „Die jaulten alle nach dem Tarantino-Western. Dann hat man ihn und — er ist zu brutal und blutrünstig. Ein Western-Horror-Mix. Da gehen die Besucher vorzeitig raus.“

Er selbst sieht am liebsten Lustiges und Fröhliches wie den französischen Film „Willkommen bei den Sch‘ tis“. Ab 24. März läuft „My Big fat Greek Wedding 2“. „Wenn selbst die Griechen den ersten Teil toll finden, kann der zweite nicht schlecht sein.“ Im Oktober 2013 stellte Frank Schleich auf D 3 um, damit fühlt sich der Zuschauer mitten im Geschehen. Der Kinomann sitzt im Vorführraum zwischen dem großen Projektor und dem Ton-Turm. Ein bisschen sieht es dort aus wie in Willi Schwabes Rumpelkammer. An den Wänden hängen noch alte Filmrollen. „Aber eigentlich bediene ich alles vom Laptop aus“, sagt er. Und der steht dann im Vorraum mit Tresen und Kasse. In der Familienecke geht es gemütlich zu. Da spielt Töchterchen Mia, die 2014 in Stralsund geboren wurde und zweisprachig aufwächst.

Denn Frank Schleichs Ehefrau Cui, mit der er seit 2010 verheiratet ist, stammt aus Fushun, 850 Kilometer östlich von Peking entfernt.

Schleichs Stammgäste kommen auch im Winter, lassen sich ein Bierchen zapfen oder trinken einen Wein. „Wir gehen gern in dieses Kino, weil es so klein ist und wir den Chef auch unterstützen wollen.

Und es ist eine schöne Abwechslung für den Abend“, sagen Juliana und Andreas Völkner aus Althagen. Alfried Nehring aus demselben Ort vom Hohen Ufer, einst Producer in der Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft in Berlin und Hamburg, meint: „Es könnte ein Filmkunstkino sein.“

„Ich muss im Hochsommer mein Geld verdienen. Dann gebe ich sechs bis sieben Vorstellungen. Ich orientiere mich am Angebot, an Hitlisten im Internet. Man spielt nicht die Blockbuster“, sagt Frank Schleich. Doch die Verleiher drücken ihm mitunter Filme auf, die seinem eigenen Anspruch nicht genügen.

„Jedes Jahr zähle ich etwa 25000 Besucher. Wenn Sonntagmorgen um 8 Uhr ‚Schietwetter‘ ist, füllt sich um 10 Uhr das Kino. Die Kinder mögen Disney ‚Zoomania‘. Jetzt kämpfe ich mich bis Mai durch.“

Im Vorspann gibt es Werbung aus Zingst und zum Gesundheitsschutz sowie einen hübschen kurzen Trailer, der sitzt: „Wieso nehmen wir hier unseren Müll nicht mit?“, fragt ein Junge die Eltern nach dem Ende des Films. „Wir wollen denen die Arbeit nicht wegnehmen.“ Zuhause fragt die Mutter: „André, warum hast Du den Müll nicht aufgeräumt?“ „Aber Mama, ich will Dir doch nicht die Arbeit wegnehmen.“

Von Elke Erdmann

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