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Flughafen Laage: Rostock wird Drehkreuz für Abschiebungen

Laage Flughafen Laage: Rostock wird Drehkreuz für Abschiebungen

Erstmals sind Flüchtlinge per Flugzeug von Rostock aus abgeschoben worden / Nord-Länder planen weitere Sonderflüge

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Von Laage aus sollen mehrere Hundert Flüchtlinge in ihre Heimatländer ausgeflogen werden.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Laage. Der Flughafen Rostock wird offenbar zur neuen Drehscheibe für Abschiebungen aus ganz Norddeutschland: Ein Charterflugzeug der Air Berlin brachte am Mittag erstmals Männer, Frauen und Kinder in ihre Heimatländer auf dem Balkan. Bei dem ersten Sonderflug waren 103 Flüchtlinge aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und auch aus Schleswig-Holstein an Bord.

OZ-Bild

Erstmals sind Flüchtlinge per Flugzeug von Rostock aus abgeschoben worden / Nord-Länder planen weitere Sonderflüge

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Insgesamt vier Flüge bisher geplant

103Flüchtlinge aus den Balkan-Staaten sind mit dem Sonderflug abgeschoben worden. Nach OZ-Informationen sind in den kommenden Tagen drei weitere Flüge geplant.

Nach OZ-Informationen soll das aber nur der Anfang gewesen sein: In den kommenden Tagen sind weitere Abschiebe-Flüge ab Laage geplant. Insgesamt sollen mehr als 400 Menschen, deren Asylanträge abgelehnt wurden, von Rostock aus Deutschland verlassen.

Bei der groß angelegten Abschiebung handelt es sich nach Angaben der Bundespolizei um eine konzertierte Aktion der drei Nord- Ländern: Die Entscheidung, wer Deutschland verlassen muss, hätten die zuständigen Ausländerbehörden getroffen. Die Betroffenen seien — ohne Vorwarnung — in den frühen Morgenstunden von der Polizei abgeholt und in Bussen nach Rostock gebracht worden. „Am Flughafen wurden nochmals die Ausweise kontrolliert. Auch ärztliche Untersuchungen hat es bei Bedarf gegeben“, so Matthias Menge, Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Bad Bramstedt. Unter den Abgeschobenen befanden sich 15 Flüchtlinge, die bisher im Landkreis Rostock lebten. Das sagte Michael Fengler, Sprecher des Landratsamtes in Güstrow, der OZ. Aus der Hansestadt Rostock wurden, so Stadt-Sprecher Ulrich Kunze, fünf Personen mit dem Sonderflug nach Skopje (Mazedonien) und Belgrad (Serbien) gebracht.

Die Bundespolizei beschreibt die Lage am Flughafen als „friedlich“: „Alles ist ruhig abgelaufen. Lediglich zwei Männern waren in dieser Ausnahmesituation aufgebracht und mussten von Polizeibeamten gefesselt werden. Die beiden Personen haben sich aber nach kurzer Zeit auch wieder beruhigt“, so Matthias Menge. Sechs Flüchtlinge hätten kurz vor Abflug noch versucht, ihre Abschiebung auf juristischem Wege zu verhindern: „Die Personen haben Eilanträge bei den zuständigen Gerichten gestellt.“ Unter den Klägern soll eine Familie gewesen sein: „Der Antrag des Vaters wurde vom Gericht abgelehnt, die Mutter und die Kinder hätten in Deutschland bleiben dürfen. Doch die Familie entschied sich, freiwillig auszureisen“, so Menge.

Das Schweriner Innenministerium will sich zu den Abschiebungen nicht äußern, bestätigt aber, dass weitere Flüge ab Laage geplant sind: „Wir können nicht ausschließen, dass es in den kommenden Wochen und Monaten weitere solcher Flüge ab Laage geben wird“, so Marion Schlender, Sprecherin von Minister Lorenz Caffier (CDU).

Die Flüchtlingsinitiative „Rostock hilft“ übte scharfe Kritik am Vorgehen der Behörden: Die Betroffenen seien vorab nicht informiert worden. „Die Menschen konnten sich nicht verabschieden, Familien wurden getrennt. Selbst Kinder, die in Rostock zur Schule gehen, wurden nachts abgeholt. Wir erwarten, dass auch bei Abschiebungen ein Mindestmaß an Menschlichkeit gewahrt wird“, so eine Sprecherin von „Rostock hilft“. Das Bündnis kritisiert vor allem Innenminister Caffier scharf: Der CDU-Mann versuche offenbar vor den Landtagswahlen Stärke zu zeigen. „Die Abschiebepolitik des Landes wandelt sich gerade. Solche Massenabschiebungen sind eine neue Dimension. Das hat es bisher nicht gegeben.“

Von Andreas Meyer

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