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Förster kämpft für Trebel-Erlebnispfad

Tribsees Förster kämpft für Trebel-Erlebnispfad

Jörg Ludwig träumt davon, Touristen in die Region zwischen Tribsees und Nehringen zu holen / Besucher sollen nicht nur informiert, sondern auch unterhalten werden

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Jörg Ludwig ist seit 32 Jahren Revierförster im Forstamt Poggendorf. Er lebt und arbeitet im Stubbendorfer Forsthaus in der Nähe von Fäsekow. Dort soll auch der Erlebnispfad entlangführen, den er gemeinsam mit Mitstreitern plant.

Quelle: Alexander Müller

Tribsees. Seit mehr als 32 Jahren ist Jörg Ludwig Revierförster im Forstamt Poggendorf. Fast täglich bricht er vom idyllisch gelegenen Stubbendorfer Forsthaus bei Fäsekow in die umliegenden Wälder auf. Das Problem dabei ist: Außer ihm verirrt sich bislang kaum jemand sonst in die Natur, dabei gäbe es hier viel zu sehen und zu lernen. „Touristisch sind wir nicht gut erschlossen. Dabei gibt es immer mehr Leute, die nicht mehr nur in der Küstenregion Urlaub machen wollen“, sagt der 56-Jährige.

Deswegen haben sich er und seine zwei Mitstreiter Birgit Kamrath, seinerzeit noch Leiterin des Nehringer Jugendgästehauses „Graureiher“, und Ehemann Karsten Kamrath aus Techlin, überlegt, wie die Menschen für ihren Wald begeistert werden können. Ihre Vision ist ein Trebel-Erlebnispfad zwischen Tribsees und Nehringen.

Seit mehr als einem Jahr kämpft die Gruppe um das 255000 Euro teure Projekt, jetzt steht es kurz vor der Umsetzung. Die beteiligten Gemeinden Deyelsdorf, Grammendorf und Tribsees haben Geld in ihren Haushalten eingeplant. Derzeit laufen die Gespräche für Kooperationsvereinbarungen zwischen den Kommunen. Ein Antrag für Fördermittel wird vom Landkreis Vorpommern-Rügen geprüft und es spricht alles dafür, dass er einen Genehmigt-Stempel bekommt. Jörg Ludwig geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die konkrete Planung und 2017 die Bauphase beginnen kann.

Gewöhnliche Naturlehrpfade bestehen in der Regel aus ein paar Schildern, die oft etwas dröge über die Bewohner des Waldes aufklären. Der Erlebnispfad von Förster Jörg Ludwig soll genau das Gegenteil davon sein. Er will vielmehr eine Mischung aus Spiel, Interaktion und Information schaffen — und das alles völlig kostenlos für die Besucher. Zwar gehören auch klassische Schautafeln zum Konzept. Die werden aber mit QR-Codes versehen, so dass per Handy beispielsweise Videos und andere Inhalte abgerufen werden können. Der Wald wird also digital.

„Wir möchten nicht nur Schulklassen ansprechen, sondern alle möglichen Leute. Wir wollen einen sanften Tourismus etablieren“, sagt Ludwig. Das Potenzial dafür sei da, schließlich befindet sich die Region genau zwischen den Besuchermagneten Stralsund, Fischland-Darß-Zingst und der Seenplatte.

Es wird zwei verschiedene Routen geben: eine über 15 Kilometer und eine über 30 Kilometer. Herzstück der Strecken sollen sogenannte Erlebnispunkte sein, an denen auf die Wanderer besondere Attraktionen warten. Jörg Ludwig hat beispielsweise die Idee eines Waldlabyrinths in einem Areal, in dem junge Bäume stehen, die noch nicht so hoch gewachsen sind. Darin sollen sich die Leute spielerisch ihren Weg bahnen.

Eine weitere Idee ist ein Bienenlehrpfad auf einer Streuobstwiese im Revier Stubbendorf, wo die fleißigen kleinen Tiere bei der Arbeit beobachtet werden können. Auch hier soll natürlich keine Langeweile aufkommen, stattdessen ist Mitmachen angesagt. Unter der Anleitung professioneller Imker kann unter anderem Honig abgefüllt werden. Damit niemand Angst vor schmerzhaften Stichen haben muss, werden besonders friedfertige Bienenvölker für diese Station ausgewählt.

Ein Wasserwanderrastplatz in Bassendorf ist der teuerste Teil des Erlebnispfads. Dort entstehen Anlandemöglichkeiten für Kanus, eine Slipanlage und Toiletten. Ziel ist, dass alle Stationen auch mit dem Fahrrad erreicht werden können. „ Allerdings sind noch nicht alle Wege in dem Zustand, den wir uns wünschen“, meint Förster Jörg Ludwig.

Damit nicht alles, was in den nächsten Jahren für den Erlebnispfad aufgestellt wird, im Wald gleich wieder verrottet, sollen besonders hochwertige Materialien verwendet werden. „So wird eine Haltbarkeit von mindestens zehn Jahren garantiert“, sagt Ludwig. Vor Vandalismus hat er keine Angst, auch wenn mutwillige Zerstörung nie ganz ausgeschlossen werden könne. „Aber wir hatten bei uns in der Gemeinde noch nie Probleme damit.“

In drei Jahren soll der Erlebnispfad fertig sein, auch wenn für den Förster das Projekt dann noch längst nicht abgeschlossen ist. „Wir wollen ihn nach und nach erweitern.“

Drei Gemeinden an Projekt beteiligt

255000 Euro beträgt die Gesamtinvestition für den Trebel-Erlebnispfad. Als sogenannter Aufgabenträger ist die Gemeinde Deyelsdorf, die damit auch den Förderantrag stellt, benannt worden. Die Deyelsdorfer sind mit einem Eigenanteil von 36 000 Euro dabei. An der Umsetzung des Vorhabens müssen auch die Gemeinde Grammendorf und die Stadt Tribsees als Kooperationspartner beteiligt werden. Die Tribseeser hätten dann 23 000 Euro zu zahlen, die Grammendorfer lediglich 3000 Euro. 84 Prozent der Summe sollen durch das Leader-Programm gefördert werden.

15 Kilometer lang ist die kleine Runde, 30 Kilometer lang die große Runde.

Die große Runde des Erlebnispfades verläuft von Nehringen über Dorow, Bassendorf, Stubbendorfer Forst, Tribsees, Techliner Wald, Deyelsdorf, Fäsekow und Dorow zurück nach Nehringen.

Die kleine Runde beginnt am Stubbendorfer Forst (dort soll das Forstamt eingebunden werden) in Richtung Tribsees, über den Tribseeser Stadtwald nach Deyelsdorf und wieder zurück nach Stubbendorf.

Von Alexander Müller

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