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Frust über geplante Vollsperrung

Prerow Frust über geplante Vollsperrung

Straße zwischen Prerow und Zingst wird saniert. Pendler müssen lange Umwege in Kauf nehmen.

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Jörg Gruber, Sachgebietsleiter beim Straßenbauamt Stralsund, Christian Hinz von der ASA Bau Mecklenburg, Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamtes und Manfred Borowy, Dezernent im Straßenbauamt, informierten über die Bauarbeiten.

Quelle: Volker Stephan

Prerow. Protest, Frust und Sarkasmus schlug den Verantwortlichen der ASA Bau Mecklenburg GmbH und des Straßenbauamtes (SBA) Stralsund am Donnerstagabend bei der Informationsveranstaltung im „Kiek in“ in Prerow (Vorpommern-Rügen) zur geplanten Straßensanierung zwischen Zingst und Prerow entgegen. Wegen der Beseitigung von Regressansprüchen auf den vier Straßenkilometern zwischen dem Hafen Prerow und dem Abzweig Zingst (am Küstendeich) soll dieser Abschnitt in der Ferienwoche vor Ostern sowie nach den Osterfeiertagen tageweise komplett gesperrt werden. Ursprünglich waren dafür drei Wochen im Mai vorgesehen, doch nach Widerspruch des Ostseebades kam dieser neue Termin zustande.

Jörg Gruber, Sachgebietsleiter beim SBA, begründete die Notwendigkeit der Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt: „Weil sich die Gewährleistung auf eine zehn Jahre zurückliegende Maßnahme bezieht, wäre das Unternehmen demnächst aus der Pflicht raus und wir würden auf den Schäden sitzenbleiben.“

Die österliche Urlauberanreise sei wegen der weitläufigen Ausschilderung an der B105 nicht das Problem. Doch die vielen auswärts arbeitenden Darßbewohner und die täglich pendelnden Mitarbeiter der touristischen Branche müssen einen fast 90 Kilometer längeren Arbeitsweg in Kauf nehmen.

Finanzielle Belastung

Ein großes finanzielles Problem sehen die Betreiber von Hausmeister- und Pflegediensten auf sich zukommen, deren Mitarbeiter die Strecke wegen der flexiblen Einsatzzeiten und -orte mehrmals täglich passieren müssen. „Ich habe ausgerechnet, dass die täglichen Umwege und Mehrarbeitszeiten meiner Mitarbeiter einen zusätzlichen Aufwand von 6000 Euro ausmachen“, beschwerte sich eine Unternehmerin. Vorschläge aus dem Saal, den Deichrandstreifen oder die parallelen Parkplätze für den Verkehr zu nutzen beziehungsweise nur nachts zu arbeiten, wurden durch die Fachleute aus rechtlichen und technischen Gründen abgewiesen.

Dafür empfahl ASA-Niederlassungsleiter Christian Hinz aus Neubukow, den letzten, während der Bauzeit kostenlosen Parkplatz vor dem Freesenbruch zum Abstellen der Pkw zu nutzen und die verbleibenden Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen – wofür er schallendes Gelächter erntete. „Soll ich meinen Mitarbeiterinnen zumuten, nachts nach Dienstschluss allein über den Deich zu radeln – ohne Handynetz und bei all den Wildschweinen?“, entrüstete sich eine Unternehmerin.

Die Fachleute versuchten, die speziellen Anforderungen der Abläufe zu erläutern. Zwecks Bauzeitstraffung werde man den alten Belag auch nachts abfräsen, was sonst unüblich sei. Das Auftragen der beiden Asphaltschichten könne jedoch nicht nachts erfolgen, denn zur Qualitätssicherung seien Mindesttemperaturen erforderlich. Aus dem gleichen Grund könnten die Arbeiten nicht in die kalte Jahreszeit verlegt werden.

Das nächtliche Ausleuchten der Baustelle sei ebenfalls nicht möglich, weil es wegen der relativ schnellen Vorwärtsbewegung der Straßenbaugeräte gleich über sehr lange Strecken erfolgen müsste. Der Asphaltierer arbeitete sich nämlich mit einer Geschwindigkeit von fünf Metern pro Minute vor, die gesamte Strecke werde über ihre volle Breite in einem Stück asphaltiert. Und bei Dunkelheit dürften die Sattelzüge mit dem frischen Asphalt nicht über mehrere Kilometer rückwärts heranfahren.

Halbseitige Sperrung nicht möglich

Eine halbseitige Sperrung sei ebenfalls nicht möglich, wie der kommissarisch zur Bauvorbereitung eingesetzte Grimmener Straßenmeister Frank Denker sagte. Dafür gelten gesetzliche Mindestabstände zwischen der Baufläche, den Absperrungen und dem halbseitigen Verkehr. Dafür sei die Landesstraße zwischen Prerow und Zingst zu schmal.

Als Missachtung empfanden zahlreiche Gäste die um eine Stunde verspätete Ankunft von Amtsleiter Ralf Sendrowski, der sich mit einem wichtigen Termin beim Minister entschuldigte. Als Sendrowski all das bereits Gesagte noch einmal abspulen wollte, wurde er durch einen Zuhörer unterbrochen. „Das haben wir schon gehört, jetzt möchten wir die Möglichkeit zum Fragenstellen erhalten.“ Doch schon hier platzte dem Amtsleiter der Kragen: „Wir haben nicht zu dieser Versammlung eingeladen, um zu diskutieren und einen Konsens zu finden, der dann 200 verschiedenen Ansprüchen genügt, sondern um über die Maßnahme zu informieren.“ Ändern könne man nichts mehr.

Prerows Bürgermeister René Roloff hätte sich gewünscht, ein paar Tage eher vom Vorhaben zu wissen. Er hält beide Bauvarianten, sowohl Mai als auch Ostern, nicht für optimal. „Besser wäre es gewesen, das im Herbst durchzuziehen. Nun müssen wir gemeinsam versuchen, uns die Unannehmlichkeiten so erträglich wie möglich zu gestalten. Hätten wir eine Darßbahn, würde es solche Probleme gar nicht geben.“

Volker Stephan

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