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Großbaggerung macht im Bodden den Weg frei

Born Großbaggerung macht im Bodden den Weg frei

Zwischen Meiningenbrücke und der Einfahrt zum Saaler Bodden wird die Fahrrine vertieft, Kielyachten sollen wieder bis Ribnitz-Damgarten segeln können.

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Die „Sirius Hoej“ baggert das Fahrwasser zwischen Meiningenbrücke und der Einfahrt in den Saaler Bodden aus.

Quelle: Yves Scharmberg

Born. Es ist vielleicht noch nicht der ganz große Wurf, aber immerhin ein größerer Schritt. Zwischen Meiningenbrücke und Einfahrt zum Saaler Bodden wird derzeit die Fahrrinne für Segelboote ausgebaggert. „Das ist aber erstmal ein großer Sprung nach vorne“, sagt Werner Witt, Hafenmeister von Born (Vorpommern-Rügen).

An zwölf Stellen wird das Fahrwasser auf zwei Meter Tiefe und 20 Meter Breite ausgebaggert. Damit sei es nach langer Zeit wieder möglich, dass größere Kieljachten wieder durch den Bodden bis nach Born und auch weiter bis nach Ribnitz-Damgarten segeln können. „Damit wird ein kolossaler Missstand beseitigt. Das hätte ich für dieses Jahr nicht erwartet“, sagt auch Borns Bürgermeister Gerd Scharmberg.

Die Bemühungen haben sich also gelohnt. An Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich hatte sich Werner Witt im Juli mit einem Brief gewandt. „Der Blick auf einen für viel Geld geschaffenen Hafen, der selbst in der Hochsaison fast leer ist, macht mich unendlich traurig“, schrieb der ehemalige Kapitän darin.

Etwa 300 Anläufe verzeichnete der Borner Hafen in diesem Jahr. „Es fehlen die 70 bis 80 Kielyachten“, sagt Witt, der nun hofft, dass diese Boote wieder den Bodden ansteuern. Zwei Jahre lang seien keine Kielyachten im Borner Hafen gewesen.

Keine langfristige Lösung

250 000 Euro kostet die Ausbaggerung, in Auftrag gegeben vom Wasser- und Schiffahrtsamt. 30000 bis 40000 Kubikmeter Baggergut werden dabei ausgehoben, pro Tag etwa 350 bis 400 Kubikmeter. Abgeladen wird es an tieferen Stellen im Bodden, die gleichzeitig ausgepeilt werden. Noch vor Weihnachten sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. „Die Bedürfnisse der Hafenbetreiber waren spürbar“, sagt Hannes Nehls vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund. Regelmäßig würden die Tiefen gepeilt. Die Ergebnisse hätten nun ein Handeln notwendig gemacht.

Wie lange die Fahrrinne dann frei bleibt, sei allerdings schwer zu sagen. Zumindest in der kommenden Saison soll der Bodden ohne Probleme bis Ribnitz-Damgarten zu durchfahren sein. Aber: „Irgendwann werden sich die gebaggerten Stellen wieder füllen“, meint Gerd Scharmberg. „Es wird immer wieder gebaggert werden müssen“, sagt auch Werner Witt.

Wie das Problem in umfassenderer Art und Weise gelöst werden kann, ist hinlänglich bekannt. Allerdings dürfte sich die sogenannte Boddensanierung mit der Auflösung des Zweckverbandes Maritimer Lückenschluss in weite Ferne bewegt haben. Diese Sanierung meint eine großflächige Ausbaggerung des Boddens, damit dieser sich selbstständig regenerieren kann. Durch den Nährstoffreichtum, der beispielsweise durch absterbende Pflanzen entsteht, aber auch durch Einflüsse der Landwirtschaft bildet sich immer mehr Schlamm. Experten rechnen damit, dass eine Boddensanierung dafür sorgen könnte, dass sich das Gewässer serart regenerieren kann, dass für bis zu 30 Jahre keine Ausbaggerungen notwendig sind.

Suche nach Spülfeld

„Wir können uns deshalb auf dieser Maßnahme nicht ausruhen“, sagt Gerd Scharmberg. Allerdings habe dieses Problemfeld nicht bei allen Protagonisten in der Region dieselbe Bedeutung. Und vor allem weil sich die Zuständigkeiten zwischen Bund und Land überschneiden, Umweltaspekte vor allem im Bereich des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft eine wesentliche Rolle spielen, aber auch gleichermaßen der Segeltourismus mit den vielen kleinen Boddenhäfen angekurbelt werden soll, müsse die Region mit einer Sprache sprechen.

Darauf hofft auch das Wasser- und Schifffahrtsamt. Denn die Stellen, wo das Baggergut verklappt wird, werden immer seltener. Deshalb bittet das WSA die am Bodden anliegenden Gemeinden darum, sich zusammenzusetzen, um ein Spülfeld zu finden, wo der Aushub abgekippt werden kann. „Es ist ein grundsätzliches Problem, das Baggergut irgendwo zu lassen“, sagt Hannes Nehls vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund. Es sei „grundsätzlich nicht verkehrt“, wenn sich die Boddengemeinden zusammentun würden, um eine entsprechende Fläche an Land zu finden.

Timo Richter

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