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Grundschule schließt nach 38 Jahren

Gresenhorst Grundschule schließt nach 38 Jahren

Das Gebäude in Gresenhorst wird am 21. Juli dicht gemacht. Dann müssen Lehrer und Schüler in den neuen Erweiterungsbau nach Marlow umziehen.

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Die Schule in Gresenhorst.

Quelle: Margitta Sonnenberg

Gresenhorst. Es wird kein leichter Tag für Heike Treptow, auch wenn am 21. Juli auf dem Gelände der Grundschule in Gresenhorst groß gefeiert wird. „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier mal die Tür abschließen würde“, sagt die 52-Jährige. Treptow ist seit diesem Schuljahr Koordinatorin an der Grundschule, die Teil der Schule in Marlow ist. Es wird auch ihr letztes Jahr in dieser Funktion und in diesem Gebäude sein. Am Freitag, 21. Juli, wird der Standort geschlossen, Schüler und Lehrer ziehen in den Erweiterungsneubau nach Marlow um. Heike Treptow hat die Geschichte des Gresenhorster Schulgebäudes von Anfang an miterlebt.

Schulleiter Könke

Zwei Jahre lang ging sie hier selbst zur Schule, machte 1981 nach der zehnten Klasse ihren Abschluss. „Schulleiter Könke war der Initiator für das neue Schulgebäude“, erinnert sie sich. Werner Könke, der von 1969 bis 1991 Direktor der Gresenhorster Schule war, setzte sich Ende der 1970er-Jahre für einen Neubau im Zentrum des Dorfes ein. Der alte Standort lag aus Ribnitz kommend am Ortseingang.

Grundsteinlegung war im Sommer 1978, am 4. Oktober 1979 wurde die neue Schule feierlich übergeben. Das ganze Dorf stand hinter dem Neubau. „Es herrschte ein riesiger Zusammenhalt. Alle haben mitgeholfen, Lehrer, Eltern und auch wir Schüler. Ich erinnere mich daran, dass ich die Außenanlagen gestrichen habe“, sagt Heike Treptow. Mittendrin: Schulleiter Könke. „Er war ein toller Lehrer, alle hatten Respekt vor ihm, aber er hatte immer ein offenes Ohr für Schüler, Eltern und Lehrer“, erinnert sich Heike Treptow. Die Stimmung im Dorf sei großartig gewesen, endlich eine neue Schule, ein modernes Gebäude mit neuen Möbeln, größeren Klassenräumen. „Und endlich vernünftige Sanitäreinrichtungen“, so Treptow.

Während des Studiums Anfang der 1980er Jahre in Rostock riss ihr Kontakt zur Schule nie ganz ab. 1985 begann Treptow als Grundschullehrerin in Ribnitz. 1992, in Folge der vielen Veränderungen der Wiedervereinigung, erhielt sie das Angebot, nach Gresenhorst zu gehen. Lange überlegen musste sie nicht.

Viele Veränderungen

Dennoch waren die vergangenen 25 Jahre auch von Veränderungen geprägt. 300Schüler besuchten Mitte der 1990er-Jahre den Standort in Gresenhorst, nachdem dort die Sekundarstufe I aus Marlow und Gresenhorst zusammengelegt worden war. Marlow blieb eigenständiger Grundschulstandort. 2004 verlor die Schule in Gresenhorst die Sekundarstufe I, Schüler ab der fünften Klasse besuchten fortan die Bernsteinschule in Ribnitz-Damgarten. 2005 wurde die Gresenhorster Grundschule „Volle Halbtagsschule“, 2007 der Standort Marlow Außenstelle der Gresenhorster Grundschule, die dennoch Grundschule Marlow hieß. 2013 fassten die Stadtvertreter den Beschluss, in Marlow einen Neubau am bestehenden Gebäude zu errichten und die beiden Grundschulen in der Recknitzstadt zusammenzulegen.

„Es ist schade, dass unsere kleine Schule aufgelöst wird“, sagt Heike Treptow. Besonders den weitläufigen Außenbereich mit Sportanlage, Spielgeräten und Rodelhügel werde sie vermissen. Im Dorf hatte die Schule zudem einen besonderen Stellenwert. Eltern und Firmen vor Ort unterstützten die Lehrer und Schüler bei vielen Aktionen und Projekten.

„Auch den älteren Einwohnern wird was fehlen“, sagt Treptow. Frühjahrs- und Herbstfeuer oder auch das jährliche Weihnachtsprogramm hat Jung und Alt regelmäßig zusammengeführt. Möglicherweise könne man diese Traditionen auf dem Schulgelände in Gresenhorst weiterführen, zumindest bis geklärt ist, was aus dem Gebäude wird. Vorerst bleibt das Bücherdorf in dem Gebäude, bis das geplante neue Dorfzentrum von Gresenhorst fertig ist.

Schulstandort viel älter

„Aber wir freuen uns auch auf das neue Gebäude“, sagt Heike Treptow. Und zumindest ein bisschen Gresenhorst wird dann auch in Marlow zu finden sein, da noch brauchbare Möbel und viele Lehrmaterialien umziehen werden. Und deshalb wird das große Fest am 21. Juli sicherlich eines für weinende und lachende Augen. Nach 38 Jahren werden dann zum letzten Mal in Gresenhorst Schulzeugnisse vergeben.

Und wenn man es genau nimmt, ist der Schulstandort deutlich älter. Aus historischen Aufzeichnungen geht hervor, dass am 11.September 1918 ein gewisser Werner Köhn als erster Schüler in das Hauptbuch der Schule eingetragen worden ist. Somit zählt Gresenhorst in diesem Jahr 99 Jahre Schulgeschichte. Ein 100. wird es nicht geben.

Robert Niemeyer

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