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Hallengebühren sollen steigen: Vereine in Sorge

Ribnitz-Damgarten Hallengebühren sollen steigen: Vereine in Sorge

Die Stadt hat Vorschläge vorgelegt / Jetzt sind die Sportler gefragt / Ribnitz-Damgarten im Vergleich zu anderen Gemeinden sehr günstig

Ribnitz-Damgarten. Erwachsenensportgruppen in Ribnitz-Damgarten sollen zum kommenden Jahr mehr für die Nutzung von Sporthallen und Sportplätzen zahlen. Die Verwaltung hat am Dienstagabend im Sportausschuss Vorschläge dazu unterbreitet. Die beiden Berechnungsbeispiele legten demnach eine Verdreifachung und eine Verfünffachung zugrunde. Hintergrund ist die Haushaltskonsolidierung der Stadt. Von diesem Jahr an bis 2020 fehlen laut aktueller Planung rund 1,5 Millionen Euro. Die zusätzlichen Einnahmen sollen zum Ausgleich des Defizits beitragen.

Die Berechnungsbeispiele seien laut Antje Weilandt, in der Verwaltung für die Sportförderung und die Sportstätten zuständig, aber lediglich Diskussionsgrundlage. Die Sportvereine der Bernsteinstadt seien nun angehalten, zu klären, was sie leisten können und was nicht. „Wir können das nur zusammen mit den Vereinen umsetzen“, sagt Weilandt.

Auch die Nutzungsentgelte anderer Gemeinden im Umland wurden den Vereinen zum Vergleich zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde Sanitz beispielsweise verlangt von ihren Vereinen bis zu 18 Euro pro Stunde für die Nutzung einer Sporthalle. Die Stadt Marlow bis zu 7,50 Euro. Ribnitz-Damgarten erhebt nach aktueller Satzung bis zu drei Euro pro Stunde zuzüglich Mehrwertsteuer.

„Mein Wunsch ist, dass die Satzung so bleibt. Ich bin dafür, die Entgelte so zu lassen“, sagt Hans-Dieter Konkol, Vorsitzender des Sportausschusses, „aber am Ende dreht sich alles ums Geld.“ Eine Erhöhung, da sind sich die Beteiligten einig, solle nicht zu Lasten des Kinder- und Jugendsports erfolgen. „Die Kinder- und Jugendgruppen müssen weiterhin kostenfrei Sport machen können“, so Konkol.

Wenig Begeisterung

Laut Horst Schacht, Mitglied im Sportausschuss und Präsident des Ribnitzer Sportvereins, sei eine Änderung möglich. „Erhöhung ja, ein bisschen Luft nach oben besteht, aber in Maßen.“ Am Mittwochabend tagten RSV-Präsidium und Abteilungsleiter zu dem Thema. „Die Vorgaben der Stadt stießen nicht gerade auf Begeisterung.“Der RSV werde laut Schacht einen eigenen Vorschlag erarbeiten. Denkbar wäre ein Abrücken von Festpreisen hin zu einer Berechnung der Gebühren nach Anzahl der Gruppenmitglieder.

Ralf Lindemann, ebenfalls Ausschussmitglied und Präsident des PSV Ribnitz-Damgarten, sagt: „Man muss sich die Vorschläge jetzt im Detail anschauen und diskutieren.“ Klar sei, dass es um den Haushalt der Stadt nicht gut bestellt ist. „Es ist gerechtfertigt, dass die Vereine ihren Beitrag leisten.“ Wie die Vereine selbst die mögliche Mehrbelastung finanzieren, sei aber offen. Möglichkeiten seien Zusammenlegungen von Gruppen, aber auch die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. „Das ist die einfachste, aber nicht die schönste Variante“, so Lindemann.

Zum 1. Januar 2018 sollen die neuen Nutzungsgebühren gelten. Ein ganzes Jahr bleibt Vereinen, Politik und Verwaltung, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Erst mit Beginn dieses Jahres waren die Gebühren erhöht worden. Seit 1. Januar wird auf die Nutzungsgebühr die Umsatzsteuer draufgepackt.

Förderung bleibt

Eine positive Nachricht: Die Sportförderung soll 2017 wie bisher aufrechterhalten bleiben. 37000 Euro hat die Stadt im Haushalt eingeplant, davon 10000 Euro als Sockelbetrag und 20000 Euro, um die Veranstaltungen der Sportvereine zu unterstützen. 2016 war in diesen beiden Bereichen ebenso viel eingeplant gewesen, wovon die Stadt knapp 6000 Euro allerdings nicht ausgegeben hatte.

Etwas geringer fallen in diesem Jahr die Zuschüsse für die Anschaffung von Geräten aus. 7000 Euro stehen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr waren es rund 8200 Euro. Die Förderquote von 40 Prozent pro Antrag bleibt ebenfalls bestehen.

Robert Niemeyer

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