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Hallo Rostock, wir sind jetzt die Neuen!

Rostock Hallo Rostock, wir sind jetzt die Neuen!

Die Universität in der Hansestadt begrüßt insgesamt 3600 Studienanfänger / Feierliche Immatrikulation in der Marienkirche mit mehr als 1000 Gästen

Rostock. Herbstsonne und eine frische Brise zur Begrüßung der neuen Rostocker. Das sind insgesamt rund 3600 junge Frauen und Männer, die zum Wintersemester 2016/17 ihr Studium an der Rostocker Universität begonnen haben. Gestern war feierliche Immatrikulation in der Marienkirche, die mit etwa 1000 Gästen rappelvoll war.

Claudia und Sven-Olaf Richter aus Flensburg begleiten Sohn Jonas zum Festakt in die Kirche. „Er hatte die Wahl zwischen Kiel und Rostock“, erzählen die Eltern. „Er hat selbst entscheiden, aber wir haben ihn schon bestärkt – für Rostock.“ Der 19-Jährige studiert Wirtschaftsingenieurwesen. „Nette Kommilitonen und gute Bedingungen“, sagt er nach knapp drei Wochen, die er hier wohnt.

Vor der Feier steht der Festumzug der universitären Würdenträger. In Talare gekleidet zieht der akademische Senat vom Uni-Hauptgebäude zur größten Kirche Rostocks. Universitätsorchester und -chor empfangen den Rektor, Prof. Wolfgang Schareck, und sein Gefolge, die sich einen Weg durch das Kirchenschiff Richtung Altar bahnen.

Annegret Werner aus Schwerin und Elisabeth Roether aus Coesfeld bei Münster stehen im Gang. Beide studieren Medizin und wollten „unbedingt ans Meer“. Die 19-jährige Schwerinerin hält außerdem an der Familientradition fest: „Meine Großeltern und Eltern haben auch schon in Rostock Medizin studiert.“

Der Universitätsrektor heißt sie alle willkommen. Die Anzahl der Erstsemester sei im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – um 160 Studienanfänger. Schareck sieht es als „Zeichen unserer Attraktivität für junge Leute“. Das können Betty Goltz (20) und Aaron Best (21) nur bestätigen. „Der Ruf der Universität ist hervorragend“, sagen die beiden Rostocker, die Informationstechnik (sie) und Elektrotechnik (er) studieren. „Wir haben uns auch an anderen Hochschulen umgeschaut, aber das Angebot in Rostock überzeugt einfach. Und hier ist unsere Heimat“, sagt das Paar einstimmig. Auch die Zwillinge Felix und Christian Steiner studieren in ihrer Heimatstadt. Die 18-Jährigen wollen Lehrer werden und haben sich auch an mehreren Unis beworben. „Aus Rostock kam die erste Rückmeldung, und das ist schön so“, betont Felix.

Etwa die Hälfte der Erstsemester kommt aus Mecklenburg-Vorpommern. Dann folgen Studienanfänger aus Berlin und Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Aber auch die Zahl der ausländischen Studierenden steigt. Von den insgesamt 13739 Studenten an der Rostocker Uni kommen 1061 aus dem Ausland. „Fast 400 von ihnen sind als Erstsemester eingeschrieben. Und auch eine zweistellige Zahl an Flüchtlingen wurde immatrikuliert“, berichtet Rektor Schareck.

Auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) freut sich über die rund 3600 neuen Rostocker, mit denen die Einwohnerzahl von 207000 in der Hansestadt überschritten ist. Methling ermuntert die Studenten, sich offiziell in Rostock anzumelden und dafür 150 Euro zu kassieren.

Im vergangenen Jahr haben sich fast 2000 junge Leute an der Aktion „Melden macht Mäuse“ beteiligt. Der OB lädt die Neuzugänge ein, die bevorstehenden Jubiläen von Stadt und Universität mitzugestalten. Auf die Bedeutung von Bildung, das kulturelle Kapital eines jeden, verweist Professor Dr. Jan-Hendrik Olbert, ehemaliger Präsident der Humboldt-Universität Berlin, in seiner Festrede.

Er rät dazu, auch im Studium seinen Stärken, Interessen und Neigungen zu folgen, weniger dem Lockruf des schnellen Geldverdienens. Besonders gefragte zulassungsfreie Studiengänge sind Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Maschinenbau, Informatik und Physik. Bei den beschränkten Fächern sind neben Medizin und Lehramt Biowissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen sehr beliebt.

Doris Kesselring

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