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Hohn und Spott im Internet

Ribnitz-Damgarten Hohn und Spott im Internet

Rechtsanwältin Gesa Stückmann informierte Harbig-Schüler über Cybermobbing

Ribnitz-Damgarten. Der Fall ist schon fast zehn Jahre alt, aber immer noch aktuell. Einige Schüler gründen 2007 auf der Internetplattform „SchülerVZ“ zwei Gruppen und ziehen über zwei Mitschüler her. 40 Jugendliche schreiben Gerüchte und Beleidigungen. „Das ging über dreieinhalb Monate, bis die betroffenen Schüler es mitbekommen haben“, berichtet Rechtsanwältin Gesa Stückmann. „Ich war schockiert, als ich gelesen habe, was da alles geschrieben wurde.“ Diesen und viele andere Fälle schilderte die Rechtsanwältin Siebtklässlern der Regionale Schule „Rudolf Harbig“ in Ribnitz-Damgarten, die an einem Seminar zum Thema Cybermobbing teilnahmen. Zwar gebe es die Plattform „SchülerVZ“ mittlerweile nicht mehr, doch mit Facebook, Whatsapp oder Instagramm seien andere Plattformen hinzugekommen.

„Man kann so schnell zum Täter werden“, erklärt die Rechtsanwältin: „Mit nur einem Klick kann man peinliche Fotos und Videos einfach verbreiten.“ Natürlich habe es Mobbing auch schon früher gegeben, aber im Internet sei die Dimension eine ganz andere. „Wenn man sein Opfer vor sich hat, entwickelt man eher Mitleid. Im Netz fehlt das. Man sitzt vor dem Computer in seinem Zimmer und ist weit weg vom Menschen“, sagt Gesa Stückmann.

Wenn das Opfer die Polizei oder einen Juristen einschalte, bleibe die Tat aber nicht ohne Folgen. Im Fall von 2007 hagelte es Schmerzensgeldforderungen und „SchülerVZ“ wurde aufgefordert, die Gruppen zu löschen. Für die Opfer sei es wichtig, Beweise zu sichern. „Bei Whatsapp kann man einen kompletten Gruppen-Chat an seine E-Mail schicken“, sagt Gesa Stückmann. Zudem könne man Beweise sichern, in dem man Screenshots mache. Die Täter können, auch wenn sie minderjährig seien, zur Verantwortung gezogen werden. „Ihr nutzt die Technik für Erwachsene, aber dann müsst Ihr Euch an die Regeln halten.

Fürs Auto braucht man schließlich auch einen Führerschein“, richtete sich die Rechtsanwältin an die Damgartener Schüler.

„Das Thema Cybermobbing ist nicht weit weg. Auch an unserer Schule gab es schon Fälle“, sagte Informatiklehrer Dirk Möllendorf. „Wir hatten auch schon einen Lehrerfortbildung zu diesem Thema. Und im kommenden Schuljahr sollen auch die anderen Klassen über Cybermobbing informiert werden.“ Die Schüler waren sich einig, dass sie aufmerksamer sein wollen. „Unsere Klasse hat auch eine Whatsapp-Gruppe“, sagte Philipp (13). „Da tauschen wir uns über Hausaufgaben aus. Wir lästern aber nicht über andere.“ Lukas (13) will nicht mehr so viele Selfies in Gruppen teilen. Denn jetzt weiß

er, dass diese Bilder ohne Probleme von anderen Gruppenmitgliedern weitergeleitet werden können.

Anika Wenning

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