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Hornissen-Alarm im Landkreis?

Stralsund/Neuheide Hornissen-Alarm im Landkreis?

Fast täglich berichten Menschen von Begegnungen mit den großen Brummern / Fachleute raten zur Gelassenheit / Allergische Reaktionen auf Stiche werden jedoch oft verharmlost

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Viele Bürger finden in diesen Tagen Hornissennester. Hier ein besonders großes Exemplar.

Quelle: Kreis

Stralsund/Neuheide. Fast täglich klingelt das Telefon im Büro von Dr. Andreas Osterland aus dem Sachgebiet Artenschutz der Kreisverwaltung in Stralsund. Drei- bis viermal pro Woche wenden sich Menschen an den Experten, weil sie Hornissen entdeckt haben. „Mit den steigenden Temperaturen im Hochsommer steigen auch die Zahlen an Hornissen in den immer größer werdenden Nestern“, sagt der Fachmann.

Hornissen-Alarm im Landkreis Vorpommern-Rügen? Aus dem gesamten Landkreis kommen die Meldungen. Die Hornissen ziehe es vor allem in die Gärten, wo sie ihre Beutetiere finden. Dass es tatsächlich mehr Hornissen gibt als in den Vorjahren, lasse sich nicht belegen. Möglich sei aber, dass die Menschen Hornissen stärker wahrnehmen, weil es in diesem Jahr aufgrund des milden Winters weniger Wespen gebe.

In alten hohlen Bäumen, aber auch in Jagdkanzeln, Schuppen oder in Dachbereichen von Häusern seien derzeit „stattliche Nester dieser großen Stechimmen“ zu finden. 400 bis 700 Tiere leben in so einem Nest. „Durch die Größe und das Brummen werden die Hornissen oft als besonders gefährlich von Menschen eingeschätzt“, sagt Osterland. Dabei sei die Angst oftmals unbegründet.

Ein Satz, den Robby Krasselt dick unterstreicht. Der Gründer des Museums Natur-Schatzkammer und Paradiesgarten in Neuheide wirbt für mehr Gelassenheit im Umgang mit den Hornissen und verweist darauf, dass ein Nebeneinander von Mensch und Hornisse machbar ist. Krasselt: „Grundlos greifen Hornissen nicht an. Das tun sie nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Deshalb sollte man zum Beispiel hektische Bewegungen in der Nähe von Hornissennestern vermeiden. Mit dem Rasenmäher sollte auch nicht in der Nähe von Nestern gearbeitet werden. Und auch Parfüm mögen sie gar nicht.“ Krasselt verweist weiter darauf, dass die Hornissen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt spielen. Auf ihrem Speiseplan stehen zum Beispiel Wespen und Fliegen. Was die Tiere an einem Tag an Insekten vertilgen sei enorm, da könne in einem Nest, in dem um die 700 Tiere leben, schon mal ein Wassereimer pro Tag zusammenkommen, erzählt er.

In dem von ihm gegründeten Museum hat Krasselt jedes Jahr jeweils im Frühsommer einen Hornissenstaat hinter Glas einquartiert, so dass die Besucher dem Treiben der unter Schutz stehenden Tiere zuschauen konnten. Dieses Jahr sei das allerdings leider nicht möglich gewesen.

Und wie steht es mit dem Sprichwort „Sieben Stiche töten ein Pferd, drei Stiche einen Menschen?“ Das stimme nicht, sagt Krasselt. Ein gesunder Mensch verkrafte drei Hornissenstiche ebenso gut wie drei Wespenstiche. Anders verhält es sich allerdings bei Menschen, die allergisch auf Insektengift reagieren. Sie müssen vorsichtig sein, sagt Mathias Bonatz, Sprecher des Helios Hanseklinikums Stralsund. Bonatz: „Allergische Reaktionen auf Insektenstiche werden häufig verharmlost“. Etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung reagieren mit einer Anaphylaxie, also einem allergischen Schock, auf einen Bienen- oder Wespenstich.

Aber auch Bonatz sagt: „Wir konnten nicht beobachten, dass in diesem Jahr vermehrt Patienten mit Hornissenstichen zu uns ins Krankenhaus gekommen sind. Auch bei den Bienen- und Wespenstichen gibt es keinen auffälligen Anstieg, sondern vom Gefühl her sogar eher weniger Fälle.“ Im Einvernehmen mit den Naturschutzbehörden des Landes setzt er alljährlich im Frühsommer von den Insekten bewohnte Nester in die Schatzkammer um.

Unter Artenschutz

Die Hornisse ist die größte in Mitteleuropa lebende Faltenwespe. Die Körpergröße der Königin liegt zwischen 23 und 35 Millimeter, die der Arbeiterinnen 18 bis 25 Millimeter und die der Drohnen 21 bis 28 Millimeter. Hornissen stehen in Deutschland unter Artenschutz. Deshalb dürfen bewohnte Nester nicht vernichtet werden. Muss ein Volk dennoch entfernt werden, ist dazu eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Diese kann bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises beantragt werden.

Robert Niemeyer und Edwin Sternkiker

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