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Hortkosten für Eltern und Stadt steigen zum neuen Jahr

Ribnitz-Damgarten Hortkosten für Eltern und Stadt steigen zum neuen Jahr

Schulausschuss empört über stagnierende Zuschüsse von Land und Kreis

Ribnitz-Damgarten. Ärger über steigende Hortkosten: Auf die Eltern und die Stadt Ribnitz-Damgarten kommen ab 1. Januar höhere Beiträge zu. Darüber empörten sich am Dienstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kultur, Jugend und Soziales. Dabei ging es vor allem um das Verhalten von Land und Kreis bei der Finanzierung. Hintergrund: Gemeinsam mit Kommune und Eltern teilen sie sich die Kosten für die Kinderbetreuung. Derzeit steigt aber die Zahl der Hortkinder. Damit klettern auch die Kosten in die Höhe. Die Zuschüsse von Kreis und Land bleiben hingegen gleich. Leidtragende sind Eltern und Kommune, die die Extrakosten tragen müssen.

Das sorgte bei den Ausschussmitgliedern für Unmut. In Zeiten, in denen das Land steigende Steuereinnahmen habe, könne das doch nicht sein, kritisiert Ausschussmitglied Christina Bonke (Unabhängige), die auch Schulleiterin ist. „Wir sind das letzte Glied in der Kette“, fasst Vorsitzender Tino Leipold zusammen und findet das skandalös. Auch für Eckart Kreitlow (Linke) ist das Verhalten des Landes nicht in Ordnung. „Wir sollten mehr von den Steuereinnahmen des Landes partizipieren.“

In der Bernsteinstadt gehen immer mehr Kinder in den Hort. Insgesamt 411 Mädchen und Jungen werden derzeit betreut. Die Kapazitäten der Bernsteinschule wurden gerade im September auf Grund der Nachfrage von 180 auf 210 Plätze aufgestockt. Dort sind nur noch wenige Plätze frei. Die anderen Horte sind ausgelastet.

Das Problem: Da mehr Kinder betreut werden, gibt’s pro Platz weniger Geld von Kreis und Land. Die ab 1. Januar geltenden Zahlen sind der Stadt Mitte November übermittelt worden. Für einen Ganztagsplatz im Hort gibt es in der Bernsteinstadt dann statt 79,51 Euro nur noch 54 Euro vom Land und vom Kreis statt 22,90 Euro nur noch 15,55 Euro.

Das hat Konsequenzen für den Entwurf des neuen Stadthaushaltes für 2017: Bisher war für die drei Horte (Bernstein-, Bauermeister- und Löwenzahn-Hort) mit einem städtischen Zuschuss von 252400

Euro gerechnet worden. Nun sollen 314200 Euro bereitgestellt werden. Ein Plus von 61800 Euro.

Beim Landkreis Vorpommern- Rügen ist das Problem auch aus anderen Kommunen bekannt. „Vom Land gibt es für die Hortbetreuung eine feste Summe. Der Kreis ist gesetzlich verpflichtet, den Betrag um 28 Prozent aufzustocken. Durch die steigende Kinderzahl reicht das Geld vom Land aber vielleicht nicht“, erläutert Kreissprecher Olaf Manzke. Mehr sei vom Landkreis per Gesetz jedoch nicht möglich. Das Land müsste mehr Geld geben. „Wir müssen gemeinsam mehr einfordern.“

Eigentlich ging es am Dienstagabend im Schulausschuss generell um Ribnitz-Damgartens Haushalt fürs kommende Jahr. Der sieht auch insgesamt nicht rosig aus. Im Ergebnishaushalt klafft ein Loch von rund 3,4 Millionen Euro. Alle Fachausschüsse der Stadtvertretung sind gefordert, weitere Einsparmöglichkeiten zu diskutieren. Die Überlegungen reichen vom Streichen von Zuschüssen für einzelne Veranstaltungen bis zur Anhebung von Pachten. Tabu ist (fast) nichts. Wobei geltende Verträge ebenso zu berücksichtigen sind wie der Fakt, dass in den vergangenen Jahren manche Instandsetzung aufgeschoben wurde, nun aber gemacht werden muss.

Um einige Ausgaben kommt die Kommune auch nicht herum. Beispielsweise die Übernahme der Kita-Kosten für Eltern, die den Beitrag selbst nicht zahlen können. Diese Zahl ist steigend. In der Stadt und im Amt Ribnitz-Damgarten wurden 2015 in 374 Fällen die Kosten übernommen, dieses Jahr sind es zehn mehr. 384 Kostenübernahmen bei 1267 betreuten Kindern, das sind immerhin 30 Prozent.

Insgesamt hat sich der Anteil der Stadt, der für die Betreuung in den Kitas gezahlt werden muss, in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. 2007 waren es noch 996073 Euro, für nächstes Jahr wird mit 1,9 Millionen Euro gerechnet.

Peter Schlag

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