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Idee vom Musiker-Tüv fällt durch

Rostock Idee vom Musiker-Tüv fällt durch

Das Thema Lautstärke und Qualität der Straßenmusikanten in der Kröpeliner Straße beschäftigt noch immer die Rostocker Kommunalpolitik.

Rostock. Das Thema Lautstärke und Qualität der Straßenmusikanten in der Kröpeliner Straße beschäftigt noch immer die Rostocker Kommunalpolitik. Im Ortsbeirat Stadtmitte wurde jüngst ausgiebig darüber diskutiert. Die Satzung laut CDU-Antrag zu ändern, damit ungewollte Musiker aus der Innenstadt verschwinden, fand jedoch nur wenig Zuspruch. Nur zwei Mitglieder stimmten für diesen Vorschlag. Geht es nach dem Willen einiger Rostocker, sollte alles bleiben, wie es ist. „Wieso soll eine Jury stellvertretend für die Bevölkerung bestimmen, welche Musik gut und welche schlecht ist? Ich zum Beispiel mag Akkordeonmusik. Was ist, wenn der Jury diese Musik nicht gefällt? So geht das nicht“, zeigt sich Isabelle-Marie Richter (22) verärgert über diesen Vorschlag.

„Nicht jeder Song, der in der Einkaufsmeile gespielt und gesungen wird, gefällt allen. Aber das ist Vielfalt, und das macht das bunte Treiben in der Innenstadt aus“, äußert sich Stephan Meisel (41).

Der Antrag soll zustande gekommen sein, nachdem es vermehrt Beschwerden von Einwohnern, Händlern und Gewerbetreibenden gegeben hatte. Die Straßenmusiker hätten sich nicht an die erlaubte 30-Minuten-Spielzeit gehalten, lautet ein Vorwurf. Musiker müssen im Halbstundentakt einen Ortswechsel von mindestens 100 Metern vornehmen oder sich an einen zumutbaren Hörpegel halten. Besonders eine große Gruppe, die noch bis vor kurzem gemeinsam aufgetreten ist, habe sich in der kompletten Innenstadt verteilt und würde nun die gesamte Kröpeliner Straße beschallen. Die CDU-Fraktion regte deshalb ein Prozedere wie in München oder Hamburg an. In der bayerischen Landeshauptstadt werden Straßenmusiker jährlich von einem Gremium geprüft. In Hamburg dürfen Straßenmusiker ebenfalls nur mit schriftlicher Genehmigung auftreten.

„Haben wir keine anderen Probleme? Ich mag zum Teil die Musik auch nicht, die dort gespielt wird. Ich gehe dann schnell daran vorbei. Auch dies ist eine Lösung, um damit umzugehen. Wir dürfen nicht alles überreglementieren“, so die Meinung von Christoph Eisfeld (UFR). Außerdem sei der CDU-Antrag laut Regine Lück (Linke) ein „komplizierter und großer bürokratischer Aufwand“, die Musiker regelmäßig einer Jury vorspielen zu lassen.

Anderer Auffassung ist May-Britt Krüger (CDU). „Musik ist nicht gleich Musik. Bei diesem Antrag geht es vorrangig um die, die mit Verstärkern arbeiten. Ich kann mir schon vorstellen, dass es denjenigen, der dort wohnt oder arbeitet, auf Dauer stört“, sagt sie.

Für Andreas Bechmann vom Stadtamt bleibt die Frage: „Wie bekommen wir es vernünftig gelöst, sodass die Kunst nicht zu kurz kommt und auch die Anwohner nicht gestört werden?“ Drei- bis viermal würden Stadt-Mitarbeiter dort täglich patrouillieren. „Die Reaktionen der Musiker sind gut. Sie packen umgehend ihre Sachen, wenn sie dazu aufgefordert werden und ziehen weiter“, so Bechmann.

Mathias Otto

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