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Immer mehr Frauen gehen auf Pirsch

Ribnitz-Damgarten Immer mehr Frauen gehen auf Pirsch

Jägerinnen schätzen Zeit in der Natur / Jagdverband zählte noch nie so viele Mitglieder

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Marie Janitza ist Forstwirtin im Amt Billenhagen. Der Jagdschein gehört für sie zum Beruf dazu.

Quelle: Foto: Michaela Krohn

Ribnitz-Damgarten. Marie Janitza ist 24 Jahre alt und seit fast vier Jahren Jägerin. Seit Oktober arbeitet die Forstwirtin in der Landesforstanstalt Billenhagen. Ihr Arbeitsplatz ist idyllisch gelegen – mitten im Wald zwischen Ribnitz-Damgarten und Sanitz. Schon ihr Vater war Jäger. Die junge Frau sagt von sich selbst: „Ich wollte immer in die Natur.“

 

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Jägerin Tatjana Puchmüller ist mit ihrer Hündin Mina im Wald bei Sanitz unterwegs.

Quelle: Foto: Frank Söllner
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„„Waidfrauen sind uns herzlich willkommen. Sie bringen sich aktiv in den Verband ein.“ Ingo Reichelt, Vorsitzender Jagdverband Nordvorpommern

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Jagen im Trend

1670 Inhaber von Jagdscheinen zählte der Landkreis Vorpommern-Rügen zum Jahresende 2016. Dazu gehören 138 Frauen.

13 Jägerprüfungen wurden im Kreis durchgeführt. 596 Jagdscheine wurden erteilt.

381521 Jäger leben in der gesamten Bundesrepublik – laut Jagdverband so viele wie noch nie zuvor.

Wie Marie Janitza lassen sich immer mehr Frauen zu Waidfrauen ausbilden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) meldet, 2016 gab es so viele Jägerinnen und Jäger in Deutschland wie noch nie zuvor – Tendenz steigend. Und: Immer mehr Frauen greifen zur Flinte und gehen auf die Jagd.

Landkreis zählt 138 Jägerinnen

Im Landkreis Vorpommern-Rügen wurden im vergangenen Jahr 138 Frauen gezählt, die einen Jagdschein haben. 2013 waren es lediglich 92. Zwar liegt der Männeranteil mit 1538 Inhabern immer noch deutlich höher. Der Trend ist jedoch deutlich: In den Jägerkursen liegt die Frauenquote inzwischen bereits bei 20 Prozent.

Maria Janitza hat an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung im brandenburgischen Eberswalde studiert. Dort waren etwa ein Drittel der Studenten Frauen. Ein Großteil von ihnen macht auch einen Jagdschein. „Einfach ist es definitiv nicht“, sagt die junge Forstwirtin. Die Jägerprüfung werde nicht umsonst auch das grüne Abitur genannt. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als ich bestanden hatte“, erinnert sie sich.

Geprüft wird in mehreren Fächern – dazu gehören das Fährtenlesen, Schießen und auch das sogenannte Aufbrechen, also das Aufschneiden der toten Tiere. „Man gewöhnt sich daran“, sagt Marie Janitza. Die Hauptsorge sei dabei eher: „Hoffentlich mache ich kein Fleisch kaputt. Hoffentlich mache ich alles richtig.“

Drückjagden in Region beliebt

Mit der Natur zu arbeiten, ist das, was Marie Janitza immer wollte. „Wir nutzen die Natur ja und es ist notwendig, sie ordentlich zu nutzen. Dazu gehört auch das Jagen.“ Regelmäßig nimmt die 24-Jährige an Drückjagden in den sechs Revieren des Forstamtes Billenhagen teil. Die Saison dafür geht von Oktober bis Januar. Dann kommen viele Gäste, die in der Region jagen wollen. „Meine Aufgabe ist es, sie an die Hochsitze zu bringen und sie einzuweisen. Sie kennen sich im Revier ja nicht aus.“

Alexa Zimmermann aus Zarrendorf bei Stralsund hat beruflich nichts mit der Jagd zu tun. Die Optikerin ist allerdings familiär vorgeprägt. „Mein Mann hat schon seit vielen Jahren seinen Jagdschein, mein Sohn auch. Da war es logisch, dass ich ihn auch mache“, berichtet die 51-Jährige, die sich seit September 2014 Jägerin nennen darf. „Bei uns jagt nun die ganze Familie.“ Vor allem in der Phase zwischen Halb- und Vollmond sind die drei fast täglich unterwegs.

Bei der Jagd – das betont sie – gehe es nicht um das Schießen oder gar „Morden“: „Wer einmal gesehen hat, was Wildschweine auf einem Acker anrichten können, weiß, dass man in den Wildbestand auch eingreifen muss.“ Und: „Bei uns gibt es zu Hause ausschließlich das Fleisch zu essen, das wir geschossen haben. Mehr Bio geht eigentlich nicht“, sagt die Jägerin.

Jagdverband begrüßt Frauen

Dass immer mehr Frauen auf die Pirsch gehen, begrüßt auch der Jagdverband Nordvorpommern. „Waidfrauen sind uns herzlich willkommen, denn neben einer positiven Einstellung zur Jagd bringen sie sich sehr aktiv in die Verbandsarbeit ein“, sagt Vorsitzender Ingo Reichelt. „Seit vielen Jahren liegen zum Beispiel in unserem Jagdverband die Organisation des Jagdhundewesens sowie des Jagdlichen Schießens und die Gestaltung unserer Internetseite bei unseren Jägerinnen in guten – weiblichen – Händen“, ergänzt er.

Frauen in einer typischen Männerdomäne – beim Jagdverband ist das kein Problem. Im Gegenteil: „Nach meiner Auffassung ist das gerade bei vielen traditionellen Männerberufen so. Es ist offensichtlich ein Trend in der Land- und Forstwirtschaft“, sagt Reichelt.

Michaela Krohn

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