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Ribnitz-Damgarten In schwerer Zeit Fels in der Brandung

Hospizverein gibt bei Betreuung schwerkranker Menschen wichtige Unterstützung

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Anita Sievert (links) und Andrea Wagner koordinieren die Unterstützung, die der Hospizverein Menschen bietet.

Quelle: Peter Schlag

Ribnitz-Damgarten. Es gibt Nachrichten, die verändern das Leben von einem Tag auf den anderen. Die Diagnose einer schweren Krankheit zum Beispiel. Verbunden mit dem Wissen, dass das Leben endlich ist.

Der Verein

2001 ist der Ribnitz-Damgartener Hospizverein gegründet worden. Vor allem in der Häuslichkeit geben die Begleiter des Vereines schwer erkrankten Menschen, ihren Angehörigen und Freunden die Möglichkeit zu Gesprächen und Begegnungen. Vorsitzende des Vereines sind Katrin Gräfe und Dr. Falko Milski.

Nicht nur für die Betroffenen ist das ein schwerer Schicksalsschlag. Auch für die Angehörigen ist der Alltag plötzlich auf den Kopf gestellt. Kranken und Angehörigen zur Seite zu stehen, das ist der Anspruch beim hiesigen Hospizverein. Sein Einzugsgebiet ist sehr groß, umfasst neben Ribnitz-Damgarten unter anderem Fischland, Darß und Zingst, der Einzugsbereich reicht bis Sanitz und Tribsees.

Koordiniert wird das Engagement der etwa 40 Ehrenamtler von Andrea Wagner und Anita Sievert.

Nachdem die langjährige Koordinatorin Elisabeth Liebherr Anfang des Jahres verabschiedet wurde, kümmert sich Andrea Wagner um das Koordinieren. Führt viele Erstgespräche in Familien. Versucht herauszufinden, wie ihnen am besten Unterstützung gegeben werden kann. Ein Spagat zwischen menschlichem Mitgefühl und professioneller Distanz, erklärt die gebürtige Sachsen-Anhalterin: „Ansonsten können wir nicht möglichst gut unterstützen. Wir wollen Fels in der Brandung sein.“ Sich auf Situationen einzustellen, sei, bei aller Erfahrung, immer wieder neu.

Letztlich gehe es darum, den Betroffenen Zeit zu schenken, betont die 53-Jährige, Mutter zweier Töchter. Andererseits würden Betroffene die Unterstützung vom Hospizverein zu schätzen wissen: „Es entsteht großes Vertrauen.“

Da sein für die Menschen, die schwere Zeit mit aushalten, das ist der Schwerpunkt für Koordinatorinnen und Ehrenamtler. „Unser Leben durchziehen Abschiede in unterschiedlichster Form. Und dann kommt irgendwann der große Abschied“, sagt Andrea Wagner. Sie selbst hat schon Jahre, bevor sie richtig in die Hospizarbeit einstieg, damit zu tun gehabt. Die 53-Jährige ist gelernte Krankenschwester, hat in Halle an der Saale ein pflegewissenschaftliches Studium absolviert. „Immer wieder bin ich der Hospizarbeit begegnet“, erzählt sie. Seit zehn Jahren ist sie selbst in der Hospizbewegung tätig.

Sieben Jahre war sie als Pflegedienstleiterin im stationären Bereich eines Hospizes tätig, hat auch eine ehrenamtliche Ausbildung als Trauerbegleiterin.

Wie erfährt der Verein, wo Unterstützung erforderlich ist? „Auf unterschiedliche Weise“, erläutert die Koordinatorin, zum Beispiel durch die sehr enge Zusammenarbeit im sogenannten Palliativ-Netz.

„Manchmal wendet sich eine Familie auch direkt an uns“, erzählt Andrea Wagner. Die Koordinatorinnen führen die Erstgespräche, erfassen die jeweilige Situation. „Wir begleiten den Betroffenen und seine Angehörigen“, so die Koordinatorin – im Krankenhaus, im Pflegeheim, in der Häuslichkeit. Wobei es jeweils um die psychosoziale Betreuung geht.

Die circa 40 Ehrenamtler, die für den Hospizverein die Betreuung übernehmen, nehmen sich Zeit für Betroffene und Angehörige. „Das sind alles lebenserfahrene Menschen, zwischen 30 und 80 Jahre alt“, erläutert Andrea Wagner.

Anita Sievert hat selbst, als es um die Pflege ihrer Mutter ging, Hilfe vom Hospizverein bekommen. Seit Jahren unterstützt sie nun den Verein. „Es ist immer wieder eine neue Situation, der man sich stellen muss“, beschreibt die gelernte Kinderkrankenschwester, seit 2013 als Koordinatorin beim Verein, die Herausforderungen. „Man lernt die verschiedensten Menschen kennen. Die ehrenamtliche Arbeit bereichert einen selbst unglaublich“, betont sie.

Interessiert ist der Verein, weitere Ehrenamtler zu gewinnen.

Peter Schlag

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