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Insel im Bernsteinsee bot faustdicke Überraschung

Körkwitz Insel im Bernsteinsee bot faustdicke Überraschung

Erstmals konnten Schwarzkopfmöwen in Körkwitz gesichtet werden, ihre Heimat ist das Schwarzmeergebiet

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Das Gelege eines Schwarzkopfmöwenpaares.

Quelle: privat

Körkwitz. Als Peter Heitmann und Klaus Ellmer vor einigen Tagen „Inventur“ auf der kleinen Insel im Bernsteinsee machten, trauten die beiden Ribnitzer Hobby-Ornithologen ihren Augen nicht: Neben 172 Lachmöwennestern und 32 FlussSeeschwalbennestern entdeckten sie auch das Gelege eines Schwarzkopfmöwenpaares mit drei Eiern.

„Die Schwarzkopfmöwe stellt eine absolute Seltenheit in unseren Breiten dar, sie brütet normalerweise in den Ländern rund um das Schwarze Meer“, klärt Heitmann auf. Dort sei sie sehr häufig anzutreffen. In Deutschland hingegen stehe sie auf der Roten Liste, Kategorie R. „Das bedeutet extrem selten“, ergänzt Ellmer.

Nicht nur das Gelege konnte entdeckt, sondern auch das Schwarzkopfmöwenpaar gesichtet werden. Das habe er mit seinem Spektiv beobachten können – in einem Pulk von Lachmöwen, erzählt Peter Heitmann.

Die Lachmöwen erfüllen auf der Vogelinsel eine wichtige Aufgabe, sie schlagen nämlich Krach, wenn sich Krähen und Rohrweihe oder andere Feinde nähern. Und diese Aufgabe als „Insel-Security“ erfüllen sie so gut, dass sie diese und andere Feinde in die Flucht schlagen. „Damit schützen sie nicht nur ihre eigenen Gelege, sondern auch das der Schwarzkopfmöwenpaares und die Nester Fluss-Seeschwalben“, erläutert Ellmer. Auch die Fluss-Seeschwalbe ist selten. Damit sie auf der Insel brüten kann, darf das Gras nicht höher als etwa zehn Zentimeter und das Gelände auch nicht verbuscht sein. Aus diesem Grunde rückte vor Beginn der Brutsaison ein „harter Kern“ von Nabu-Mitgliedern zur Entbuschung des Gländes und zum Grasmähen aus. „Der Verein zur Förderung der Arbeit und Qualifizierung Ribnitz-Damgarten hat uns dabei durch die Bereitstellung von Technik unterstützt“, erzählt Ellmer. Diese Arbeiten sind wichtig, weil die Fluss-Seeschwalben im Sand und nicht in Bäumen brüten und freie Sicht brauchen. Um ihnen möglichst optimale Brutbedingungen zu schaffen, habe man erstmals in diesem Jahr auch einen fünf mal 13 Meter großen Rasenteppich ausgelegt, dort Mulden geschaffen und diese mit Kies gefüllt. Diese Brutmöglichkeiten seien von den Fluss-Seeschwalben ebenso wie von den Lachmöwen sehr gut angenommen worden. Das Betreten der Vogelbrutinsel ist übrigens streng verboten.

Auch das Anlegen mit Booten oder anderen Wasserfahrzeugen ist nicht gestattet.

Zur Vogelkolonie der Insel im Bernsteinsee gehören auch Graugansfamilien. Die sind keine Seltenheit. Aber wenn sich eine Graugans und eine Kanadagans zusammentun, dann sei das schon was Besonderes, so Ellmer und Heitmann. Bereits im letzten Jahr konnten die beiden ein Paar beobachten. Und ebenso wie im vergangenen Jahr habe sich auch in diesem Jahr wieder Nachwuchs eingestellt. Fünf Gössel konnten sie beobachten. Was sie noch nicht herausgefunden haben, ist: Wer ist eigentlich Vater und wer die Mutter?

In der Regel sei bei solchen „Mischehen“ die Graugans der Vater und die Mutter die Kanadagans. „Aber das muss nicht immer so sein“, so Peter Heitmann.

Edwin Sternkiker

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