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Kathrin Möller ist jetzt Kapitän auf dem Traditionsschiff

Rostock Kathrin Möller ist jetzt Kapitän auf dem Traditionsschiff

Die neue Direktorin auf dem Schmarler Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum ist eine erfahrene Museologin / Schiff und seine Sammlung sollen besser in Szene gesetzt werden

Rostock. Sie legt sofort den Finger auf die Wunde: Attraktivität, Erreichbarkeit, Infrastruktur und Werbung in eigener Sache. Diese Frau ist ein Glücksfall für das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum. Kathrin Möller (49) ist nämlich der neue Kapitän auf dem Schmarler Traditionsschiff „Dresden“. Die promovierte Historikerin und ausgebildete Museologin ist ab 1.

September die neue Direktorin, und sie kehrt dann zu ihren Wurzeln zurück.

„Ich habe im Rostocker Hafen eine Berufsausbildung zur Lagerarbeiterin mit Abitur gemacht, später meine Dissertation zum Schiffbau in der DDR geschrieben und dann 17 Jahre lang das Technische Landesmuseum geleitet“, erzählt Kathrin Möller, die noch Leiterin des Warnemünder Heimatmuseums ist. Dort hat sie in den vergangenen zwei Jahren viel bewegt.

Am 1. September wird sie erstmals als neue Chefin des Schiffes an Bord gehen, sich alles genau ansehen, die Sammlung kennenlernen. In den kommenden Wochen beginnt dann die inhaltliche Arbeit. Klar sei, so Kathrin Möller, dass es drei Schwerpunkte geben werde: die Hansezeit, das 19. Jahrhundert mit der großen Blütezeit der Rostocker Reedereien und die Zeit nach 1945.

Das größte Pfund des Museums sei jedoch das Schiff selbst. „Das muss einfach mehr selbst erzählen, es muss zu den bekannten Adressen in Rostock gehören“, sagt Kathrin Möller. Schließlich gebe es ein solches Museumsschiff in ganz Nordeuropa nicht. Darum müsse es einfach besser in Szene gesetzt, mal gründlich entstaubt werden und besser als bisher erreichbar sein. Wer in Lütten Klein aus der S-Bahn steige, müsse schnell erkennen, wohin es zum Schiff geht. Auch für alle, die mit dem Auto kommen, müsse es einfacher werden. „Da geht es einfach um eine Optimierung“, sagt die neue Chefin.

Da das Traditionsschiff als Ausstellungsraum natürliche Grenzen habe, auch durch die starken Temperaturschwankungen unter Deck, „wäre ein zusätzliches Gebäude vor dem Schiff für die sensiblen Ausstellungsstücke natürlich ideal“. Zumal die über die Stadt verstreute Sammlung dann tatsächlich an einem Ort zusammengeführt werden könnte.

Diese Vorstellung entspricht dem Iga-Konzept. „Der museale Bereich, das Schiff selbst und der Ausbau der Uferpromenade bilden einen wesentlichen Schwerpunkt im Iga-Konzept“, sagt nämlich die Vorsitzende des Aufsichtsrates Karina Jens (CDU). Darum sei sie froh auch, mit Kathrin Möller „eine Verstärkung mit viel Kompetenz“ an Bord zu haben. Mit ihr werde die Neugestaltung und die Optimierung des Areals an der Warnow sicher gelingen.

Die Vorschläge der Stadtverwaltung, die Iga-Gesellschaft aufzulösen und die einzelnen Bereiche den jeweiligen städtischen Ämtern zuzuordnen, hält Karina Jens für „eine überflüssige Überlegung“. Denn die Bürgerschaft habe der Gesellschaft einen Auftrag gegeben und den gelte es umzusetzen. Sie betont, dass es jedoch nur mit der Stadtverwaltung gelingen kann. „Gemeinsam sind wir einfach stärker“, so Jens.

In der Diskussion um den Standort für das Schiff – Iga-Park oder Stadthafen – bezieht die neue Museumsdirektorin eine klare Position: „Ich bin Angestellte der Iga-Gesellschaft mit dem klaren Auftrag, das Schiff und seine Sammlung hier besser zu positionieren, dafür bin ich geholt worden.“

Da ist sie sich einig mit dem Iga- Geschäftsführer Ralf Hots-Thomas, der insgesamt das Profil des Parks schärfen will. Die Iga-Gesellschaft will künftig verstärkt Angebote für Familien, für Senioren und auch für Sportler entwickeln – und mittendrin immer das Schiff.

Thomas Sternberg

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