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Keyboard, Rad, Rollator: Im Netz startet erste Fundsachenauktion

Rostock Keyboard, Rad, Rollator: Im Netz startet erste Fundsachenauktion

Vom 8. bis 18. September wird in Rostock Gefundenes online versteigert / Künftig können verlorengegangene Gegenstände schneller im Netz gesucht werden

Rostock. Schlüsselbunde, Brieftaschen, Handys oder Rucksäcke: In Rostock geht viel verloren. 5000 Fundstücke muss die Hansestadt pro Jahr verwalten. Um den Aufwand geringer zu halten, sollen die Sachen künftig im Internet einsehbar sein. Zusammen mit der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) wurde zudem das Projekt „Fundsachen gehen online“ gestartet. Demnächst werden dort erstmals Fundsachen im Internet versteigert.

„Alles, was man besitzen kann, geht in Bussen und Bahnen auch verloren“, berichtet Constanze Stuchly, Teamleiterin Marketing/Vertrieb bei der RSAG. Es sind auch ganz ungewöhnliche Dinge dabei. Etwa ein Keyboard, Rollatoren, Hörgeräte, Zahnspangen und Gebisse, die bei der RSAG schon mal abgegeben wurden. Im Fundbüro der Hansestadt landete sogar schon ein Ruderboot.

Und bisher mussten die Leute dieses Büro aufsuchen, um nach ihren verloren gegangenen Sachen zu fragen. Damit soll ab September Schluss sein, der Fundbüro-Service wird um eine Komponente erweitert, teilt Ordnungssenator Chris Müller (SPD) mit. Ähnlich wie schon in anderen Städten des Landes werden die abgegeben Fundsachen in einer Datenbank erfasst und sind anschließend im Internet unter einer eigenen Adresse einsehbar.

„So kann man schnell und auf einfachem Wege sehen, ob das Gesuchte beim Fundbüro abgegeben wurde“, sagt Stefanie Schultz vom Rostocker Stadtamt. Allerdings werden wegen der Missbrauchsgefahr keine Fotos abgebildet. Mindestens ein Sicherheitsmerkmal wird zudem nicht veröffentlicht, um die eindeutige Identifizierung des Eigentümers der Fundsache zu ermöglichen. „Mit diesem Angebot vermeiden wir vergebliche Wege für die Suchenden und hoffen, unseren Verwaltungsaufwand erheblich reduzieren zu können“, so Senator Müller.

Zwar erreichen viele der 5000 Fundstücke pro Jahr schnell wieder ihren Eigentümer, doch im Lager sammeln sich trotzdem viele Sachen an. Aktuell stehen dort knapp 60 Fahrräder, zudem Kinderwagen, Fotoapparate, sowie Laptops und hochwertiger Schmuck. Zusammen mit der RSAG wird deshalb die Zehn-Tages-Versteigerung ab dem 8. September gestartet.

Während der Internet-Auktion fallen die Preise in regelmäßigen Abständen bis hin zum angegeben Mindestpreis. Ein Online-Kauf zum jeweils aktuellen Preis ist möglich, aber auch die Gebotsabgabe für einen Wunschpreis, bei dessen Erreichen dann automatisch an den Erstbietenden der Zuschlag erfolgt.

„Wir wollen so den Service-Charakter unseres Fundbüros stärken und den Verwaltungsaufwand senken“, erklärt Chris Müller. Auch Michael Schroeder vom RSAG-Vorstand ist von der gemeinsamen Auktion überzeugt. „Wir freuen uns, dass viele hochwertige technische Geräte so wieder genutzt werden können. Bisher mussten die Mobiltelefone nach Löschung der vorhandenen Daten fachgerecht entsorgt werden, obwohl sie noch intakt waren“, sagt er.

Mathias Otto

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